Kreidl lässt Ämter ruhen / Appell von Seehofer und neue Vorwürfe

Die Gesundheit leidet

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Trotz des massiven Drucks wollte Landrat Jakob Kreidl weitermachen. Nun lässt er seine Ämter vorerst ruhen.

Miesbach – Irgendwie war es doch schon lange zu erwarten – und dennoch sorgte die Meldung am vergangenen Sonntag für Überraschung. Landrat Jakob Kreidl lässt seine Ämter ruhen und gibt gesundheitliche Gründe dafür an. An seiner Kandidatur hält er aber fest.

Die E-Mail aus dem Landratsamt ging am Sonntagmittag in der Redaktion ein. Darin macht Kreidl deutlich, dass „die seit Wochen währenden Angriffe auf meine Person eine für mich zuletzt nicht mehr ertragbare und unmenschliche Schärfe angenommen haben“. Deshalb sehe er sich „derzeit aus gesundheitlichen Gründen außer Stande, dienstliche Termine wahrzunehmen und öffentlich aufzutreten“. Die Amtsgeschäfte im Landratsamt haben Kreidls Stellvertreter, Arnfried Färber und Georg von Preysing, übernommen. Wie lange sie Kreidl vertreten müssen, ist noch offen. Bei der Podiumsdiskussion vergangene Woche im Waitzinger Keller hatte Kreidl noch angekündigt, sich so stark einzusetzen und durch seine Arbeit die gemachten Fehler mehr als ausgleichen zu wollen. Außerdem hatte er ­– als Reaktion auf die Debatte um die Feier zu seinem 60. Geburtstag – „eine entsprechende Spende“ angekündigt. Zwar waren zuvor die Spuren der heftigen Kritik durchaus zu sehen gewesen. Doch nach seinem Schlussplädoyer und unter dem stürmischen Applaus seiner Anhänger wich die Anspannung kurz aus Kreidls Gesicht. Kurz sah er aus, als wäre nichts geschehen. Doch es war zuviel. Wegen der Affären steht er bundesweit in der Kritik. „Die Art und Weise der öffentlichen Diffamierung meiner Person und die tiefen Verletzungen auch durch einzelne Weggefährten haben mich bis über die Grenzen des Erträglichen belastet und mir gesundheitlichen Schaden zugefügt“, erklärt Kreidl. Auf seine Landratskandidatur möchte er aber nicht verzichten, ohnehin sei dies „aus rechtlichen Gründen nicht mehr möglich“. Wie mehrere überregionale Medien am Montag berichteten, habe aber inzwischen sogar Parteichef Horst Seehofer Kreidl aufgefordert, seine Kandidatur ruhen zu lassen. Das Landratsamt reagierte mit einer Pressemitteilung: Es sei rechtlich nicht möglich, die Kandidatur zurückzuziehen. Eine Option bleibt eine ärztliche Dienstunfähigkeitsbescheinigung und damit ein Verschieben der Wahl. So kurzfristig ist das aber wohl nicht realistisch. Somit bleibt’s wohl doch bei dem Wahltermin und den fünf Kandidaten. Unterdessen wird immer offener diskutiert, ob bei Kreidls derzeitigem Bauvorhaben – er baut in Elbach – alles vorschriftsgemäß läuft. Wandhöhe und Dachneigung sollen von der Genehmigung abweichen. Das Landratsamt erklärte nur, die Vorwürfe würden geprüft. ft

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