Kreiskrankenhaus: Zusammenführung von Unfallchirurgie und Orthopädie

„Zukunftsweisender Schritt“

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Krankenhaus-Geschäftsführer Michael Kelbel (l.) und Professor Ulrich Brunner berichten über die neue Hauptabteilung.

Agatharied – Unfallchirurgie und Orthopädie – am Krankenhaus Agatharied waren die beiden Bereiche bislang voneinander getrennt. Doch das wird sich nun ändern: Es kommt zu einer Zusammenführung in eine neue Hauptabteilung mit zwei gleichrangigen Chefärzten.

Professor Ulrich Brunner, seit 1999 Chefarzt der Unfall-, Schulter- und Handchirurgie, leitet ab Beginn 2017 gemeinsam mit Professor Andre Friedrich Steinert die künftige Abteilung. „Die Zusammenführung wird uns alle ein großes Stück nach vorne bringen und neue Perspektiven eröffnen. Ich bin froh über die Verbindung von Orthopädie und Unfallchirurgie“, hob Brunner im Rahmen eines Pressegesprächs hervor und bezeichnete die zum 1. Januar greifende Umstrukturierung als „zukunftsweisenden Schritt“.

Nach dem Wegfall der Belegabteilung Orthopädie – der Vertrag mit der Praxis Bischoff/Schweier aus Feldkirchen-Westerham war heuer im Juli ausgelaufen – habe es laut Krankenhaus-Geschäftsführer Michael Kelbel ganz kurz die Überlegung gegeben, komplett auf die Orthopädie zu verzichten. „Aber das war nur reine Theorie, nie wirklich eine Option“, sagte Kelbel und machte deutlich: „Wir brauchen die orthopädische Kompetenz.“ Insofern hätte er sich mit Professor Brunner Gedanken darüber gemacht, wie die neue Hauptabteilung Unfallchirurgie und Orthopädie aussehen könnte. „Bislang haben eigentlich die beiden Bereiche nebeneinanderher gelebt“, stellte Kelbel fest und hob hervor, dass es dank der Zusammenführung dann „keine Schnittstelle“ mehr gebe. Folglich werde mit der Neuerung dem Qualitätsgedanken noch mehr Gewicht verliehen, wovon wiederum der Patient profitiere. Hingegen führten zwei Abteilungen, die wirtschaftlich konkurrieren, zu einem „Nachteil auf allen Ebenen“, sagte Brunner. Ohnehin habe eine Trennung der besagten Bereiche allein schon deshalb keinen Sinn, weil seit 2004 auch in Deutschland der gemeinsame Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie als Endpunkt der Facharztweiterbildung etabliert sei. „Zu dieser Wiedervereinigung hat es über hundert Jahre gedauert“, merkte Brunner an.

Mit der zukünftigen Hauptabteilung erweitert sich am Krankenhaus Agatharied auch das Behandlungsspektrum. So nehme beispielsweise der Bedarf an sogenannten Wechsel-OPs – gemeint ist der Austausch abgenutzter, künstlicher Gelenke – „massiv zu“, berichtete Kelbel. Dergleichen Eingriffe zählten zu Professor Steinerts „Spezialitäten“, sagte der Krankenhaus-Geschäftsführer. Der neue, 43-jährige Chefarzt trete zum Jahresbeginn 2017 seinen Dienst an und wolle sich demnächst bei den Ärzten im Landkreis persönlich vorstellen. „Wir freuen uns, dass wir Professor Steinert für unser Haus gewinnen konnten“, verkündeten Kelbel und Brunner wie aus einem Munde. Neben einem erweiterten medizinischen Angebot strebt die Klinik mit der Umstrukturierung auch eine „Verflechtung“ mit den Praxen und Einrichtungen in der Region an. Kelbel sprach von einem „echten Quantensprung“.

rei

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