Corona als Katalysator

Kreissparkasse präsentiert gute Bilanz – eine Herausforderung bleibt

Vorstandsvorsitzender Martin Mihalovits (l.) und Vorstandsmitglied Udo Stefan Schlipf sind sehr zufrieden mit dem Kreissparkassen-Geschäftsjahr 2019.
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Vorstandsvorsitzender Martin Mihalovits (l.) und Vorstandsmitglied Udo Stefan Schlipf sind sehr zufrieden mit dem Kreissparkassen-Geschäftsjahr 2019.

Miesbach – Die Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee legt ihre Bilanz 2019 vor und ist mit dem Ergebnis zufrieden. Auch die Corona-Krise hat positive Effekte gehabt.

Die Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee betreut rund 50.800 Kunden. Dazu betreibt sie 14 Filialen und beschäftigt 322 Mitarbeiter. Mit dem Geschäftsjahr 2019 ist Vorstandsvorsitzender Martin Mihalovits sehr zufrieden. Der Jahresüberschuss nach Steuern belief sich auf 2,8 Millionen Euro. Dennoch hat auch die Kreissparkasse mit großen Herausforderungen zu kämpfen. Die anhaltende Niedrigzinsphase senkt die Einnahmen – Risiken und Ausgaben bleiben. „Das stresst uns“, sagte Mihalovits jüngst beim Bilanz-Pressegespräch.

Die Zahlen, die Mihalovits zusammen mit seinem Vorstandskollegen Udo Stefan Schlipf präsentierte, sind äußerst positiv. So betrug die Bilanzsumme zum Stichtag 31. Dezember 2019 rund 1,96 Milliarden Euro und stieg somit um zirka 4,8 Prozent. Die Kredite an Kunden summierten sich auf 1,32 Milliarden Euro, was ein Wachstum von 10,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Bei den Einlagen verzeichnete die Kreissparkasse ein Plus von 4,7 Prozent. Sie betrugen am Jahresende 1,62 Milliarden Euro.

„Wir liegen beim Wachstum über dem Durchschnitt in Bayern“, freut sich Mihalovits. Dennoch wird es zunehmend schwieriger, Gewinne – für die Kreissparkasse die einzige Möglichkeit, Eigenkapital zu kreieren – zu erzielen. „Die Erträge sinken schneller, als wir die Kosten senken können“, erklärte Mihalovits. Grund ist das derzeitige Niedrigzinsniveau. Noch höher verzinste Kredite laufen zunehmend aus. Fokus auf den Kosten heißt es deshalb auch bei der Kreissparkasse. Außer Frage steht für Mihalovits, weiter in die Digitalisierung und Kundenbindung zu investieren.

Dass die Bank schon hohes digitales Niveau hatte, machte sich in der Corona-Krise bezahlt. So sei es möglich gewesen, in kürzester Zeit 150 Homeoffice-Arbeitsplätze einzurichten, um das Kreditinstitut als systemrelevantes Unternehmen aufrecht zu erhalten, erklärte Mihalovits. Bereits aufgebaute Strukturen wurden erst in der Krise voll ausgenutzt – zum Beispiel Video- und Telefonkonferenzen. Es habe sich gezeigt, dass viele Präsenzveranstaltungen gar nicht nötig seien. Online sei oft effektiver, sagte Mihalovits.

Und Schlipf, für den internen Betrieb zuständig, ergänzte: „Wir wollen den Produktivitätsvorsprung nicht mehr hergeben.“ Die Chefs setzen dabei auch auf die Eigenverantwortung der Mitarbeiter, etwa wenn sie eine Schulung per Webinar absolvieren sollen. „Das Haus ist richtig modern geworden“, findet Schlipf. Das Engagement der Beschäftigten zeigte sich auch im Zusammenhalt und Engagement während der Krise, als zehn Filialen geschlossen wurden. Wie gut alles funktionierte, sei nicht selbstverständlich, sagte Schlipf.

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Die Pandemie habe auch das Online-Banking forciert. Von den gut 50.000 Kunden erledigen 40.000 ihre Bankgeschäfte bereits im Internet. „Wir müssen sehr genau überlegen: Wo bin ich noch analog präsent?“, machte Mihalovits klar. Die Kreissparkasse wolle sich nicht aus der Fläche zurückziehen, sagte der Vorstandsvorsitzende. Aber natürlich hat er die Personal- und Sachkosten sowie die Nutzung im Blick. Anpassungen etwa bei den Öffnungszeiten werde es geben. Und nicht jede Stelle werde nachbesetzt. Der Wert der persönlichen Beziehung steht für Mihalovits aber außer Frage und so werde die Kreissparkasse auch vor Ort bleiben.

Generell sollen sich Filialen verändern und ein Platz der Zusammenkunft werden. So wie die 2019 in Holzkirchen eröffnete innovative Filiale der Zukunft. Kunden können dort den Service sowie digitale Schalter nutzen. Die Nachbarschaftswand als Herzstück bietet regionalen Firmen eine Plattform, sich zu präsentieren. Auch Veranstaltungen können stattfinden. Mit dem „FIT Forum.Innovation.Transformation“ in Irschenberg hat die Kreissparkasse zudem 2019 eine große Konferenz zu Themen geschaffen, die für den Landkreis relevant sind. Aufgrund der Corona-Krise wird es eine Neuauflage erst 2021 geben. ft

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