Kreistag: Gesprächsinitiative soll Verbesserungen im Schienennetz bringen

Große Runde mit der BOB

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Die Integrale der BOB sind zwar in die Jahre gekommen, Investitionen ins Schienennetz wären aber dringender nötig.

Miesbach – Rückgrat des öffentlichen Personennahverkehrs, wichtige Säule im Tourismus – die Bayerische Oberlandbahn (BOB) wurde nach den Startschwierigkeiten Ende des vergangenen Jahrtausends beinah mit Lob überschüttet.

Doch seit einigen Monaten überwiegen nach diversen Pannen wieder die kritischen Töne. BOB-Geschäftsführer Kai Müller-Eberstein und BOB-Netzmanager Arno Beugel standen vergangene Woche dem Kreistag Rede und Antwort. Die Fraktion der Freien Wähler hatte mit einem Antrag darauf gedrängt, dass der BOB-Chef sich den Fragen stellt. Landrat Wolfgang Rzehak hat daraufhin nicht nur der BOB, sondern auch der DB Netz AG und der Bayerischen Eisenbahngesellschaft Einladungen geschickt. „Wir haben nicht einmal eine Rückmeldung erhalten“, ärgert sich Rzehak. Dabei hätten deren Vertreter durchaus nützliche Aussagen treffen können. Der DB Netz AG gehört das Schienennetz – und da hapert’s laut Müller-Eberstein. Die Eingleisigkeit und viele Langsamfahrstrecken bremsen die BOB. „Wenn man mehr auf die Gleise bringen will, muss man auch entsprechend in die Infrastruktur investieren“, sagte der BOB-Chef. So wirkten sich aufgrund einer teilweise veralteten Leit- und Sicherheitstechnik sowie fehlender Kreuzungspunkte Verspätungen häufig aufs gesamte Netz aus. Dass die Integrale mittlerweile in die Jahre gekommen sind und vermehrt Störungen auftreten, ist ein weiteres Problem. Die Talent-Züge seien zwar inzwischen verbessert, alle Schwierigkeiten aber noch nicht behoben. An der Lösung der technischen Probleme arbeite die BOB aber. „Unser großes Ziel ist es, da rauszukommen“, sagte Müller-Eberstein. Auch er ist nicht zufrieden, dass nur noch 91,1 Prozent der Züge pünktlich – weniger als sechs Minuten zu spät – ankommen. Um eine Verbesserung der Infrastruktur zu erreichen, werden Vertreter des Landkreises, der Gemeinden, der BOB und der Tegernsee Bahn das Gespräch mit der BEG und der DB Netz AG suchen. Auch um zusätzliche Haltepunkte könnte es dann gehen. „Die Probleme haben wir schon vor sechs Jahren diskutiert“, erkannte Paul Fertl (SPD) „kaum Fortschritte“. Müller-Eberstein nahm zwar viele Kritikpunkte und Anregungen auf, erteilte einigen aber auch gleich eine Absage. So werde es beispielsweise weiterhin keinen Fahrkartenverkauf im Zug geben, und die Ausweitung der MVV-Zone bis Darching müsste der Landkreis finanzieren. Peter Höß (FW) drängt sich der Verdacht auf, dass die BOB als Unternehmen abgewickelt wird: „Eine Vision für den öffentlichen Personennahverkehr auf der Schiene fehlt mir.“ Dem Gerücht eines BOB-Verkaufs trat Müller-Eberstein aber entgegen: „Es gibt keine aktive Verkaufsverhandlung.“ ft

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