Erlebnis statt Gottesacker

Wie der ehemalige Friedhof in Kreuth zum Lehrgarten wird

Geld für den neuen Lehr- und Erlebnisgarten: (v.l.) Rolf Reese (Zweiter Vorsitzender Tegernseer Bürgerstiftung), Michael Pelzer (Vorsitzender LAG Kreis­entwicklung), Josef Paul (Vorstand Raiffeisenbank Gmund), Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider, Simon Kortus (LAG-Manager) und Sebastian Wittmoser (Leader-Koordinator beim AELF Rosenheim).
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Geld für den neuen Lehr- und Erlebnisgarten: (v.l.) Rolf Reese (Zweiter Vorsitzender Tegernseer Bürgerstiftung), Michael Pelzer (Vorsitzender LAG Kreis­entwicklung), Josef Paul (Vorstand Raiffeisenbank Gmund), Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider, Simon Kortus (LAG-Manager) und Sebastian Wittmoser (Leader-Koordinator beim AELF Rosenheim).

Kreuth – Erlebnis statt Friedhof gibt es fortan im Kreuther Ortsteil Riedlern. Dank dem Leader-Programm kann das Areal zu einem Lehrgarten umgestaltet werden.

Große Freude für das Bergsteigerdorf Kreuth: Die Umgestaltung des ehemaligen Friedhofes im Ortsteil Riedlern in einen Lehr- und Erlebnisgarten ist in das staatliche Förderprogramm Leader aufgenommen worden. Das Programm unterstützt die strukturelle Entwicklung ländlicher Gebiete. Bei strahlendem Wetter nahm Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider den Förderbescheid in Höhe von 24.018,35 Euro aus der Hand von Sebastian Wittmoser, Leader-Koordinator im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), entgegen. Auch die Tegernseer Bürgerstiftung trägt durch eine ansehnliche Spende zur Verwirklichung bei: Bierschneider dankte dem Zweiten Vorsitzenden Rolf Reese für 15.000 Euro. Mit 5000 Euro unterstützt die Raiffeisenbank Gmund das Projekt.

Nachdem vor zwei Jahren die letzten Gräber aufgelassen wurden, habe sich die Frage nach einer angemessenen Neunutzung des Areals gestellt, schilderte Bierschneider in einer Ansprache die Entwicklung der Idee. Im Arbeitskreis Bergsteigerdorf wurde dann die Idee eines Erlebnisgartens entwickelt – ganz im Sinne der Philosophie des 2018 erworbenen Prädikats. Eine Bürgerwerkstatt verfolgte das Projekt weiter. In Zusammenarbeit mit dem Kreisverband der Gartenbauvereine, dem Gartenfachberater des Landkreises, dem Landschaftspflegeverband und Gärtnern der Gemeinde wurde schließlich ein konkreter Entwurf erarbeitet.

So sollen auf den rund 650 Quadratmetern Wege und Pflanzflächen entstehen. Interaktive Informationsstellen sollen über Zusammenhänge in der Natur informieren. Außerdem sollen sie Kinder, Jugendliche und Erwachsene anregen, selbst etwas für den Erhalt der Artenvielfalt und der Natur zu tun. So erfahren die Besucher etwa, welche Verhaltensregeln in der Natur wichtig sind, wie man selbst im eigenen Garten oder auf dem eigenen Balkon etwas für die Artenvielfalt tun kann, aber auch, wie man richtig kompostiert oder sich aus einer Raupe ein Schmetterling entwickelt. Neben der Gestaltung als Lehrgarten ist zudem eine Blühwiese geplant, auf der man Insekten beobachten kann, die dort ganzjährig Nahrung finden werden – mit einer Hängematte als Beobachtungsposten.

Ein schönes Symbol für das Aufblühen des Landkreises, die schrittweise Weiterentwicklung, beurteilte Michael Pelzer, Vorsitzender der Leader-Aktionsgruppe Kreisentwicklung Miesbacher Land, das Projekt: „Solch ein großes Bürgerbeteiligungsprojekt ist wirklich beispielhaft.“ Auch Wittmoser findet den Plan beeindruckend: „Das ist das Paradebeispiel eines Leader-Projekts, das sich aus dem Gedanken des Bergsteigerdorfes entwickelt hat.“ Der Lehr- und Erlebnisgarten bilde eine gute Ergänzung zum Lehrpfad entlang der Weißach: „Ich wünsche, dass dieses Projekt auch so erfolgreich angenommen wird.“ 48.000 Euro wird die Umgestaltung insgesamt netto kosten, wovon die Gemeinde Kreuth einen Teil selbst stemmen muss. Im Sommer 2020 werden die Umgestaltungsmaßnahmen stattfinden. Spätestens am 30. September soll der Garten dann eingeweiht werden. ger

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