Kreuth stimmt Umbauplänen zu

So wird die renovierte Tegernseer Hütte aussehen

So wird die Tegernseer Hütte bald aus Richtung Buchstein aussehen.
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So wird die Tegernseer Hütte bald aus Richtung Buchstein aussehen.

Kreuth – Der Gemeinderat Kreuth hat den Umbauplänen für die Tegernseer Hütte zugestimmt. Doch das letzte Wort spricht das Landratsamt in Miesbach.

Die Tegernseer Hütte muss dringend saniert werden. Weil der Brandschutz nicht ausreicht, hat das Landratsamt am 29. August kurzfristig das Schlaflager in dem Gebäude zwischen Roß- und Buchstein dicht gemacht. Bei der DAV-Sektion Tegernsee wird derzeit an einer Lösung gearbeitet, damit Besucher bald wieder in exponierter Lage übernachten können. Ein erster Schritt ist nun im Gemeinderat Kreuth erfolgt.

„In erster Linie müssen die aus Sicht des Brandschutzes erforderlichen, zwei voneinander unabhängigen Fluchtwege realisiert werden“, erklärt der DAV-Sektions­vorsitzende Rainer Toepel. Dazu sind mehrere Umbauten nötig. Zunächst muss die bestehende Treppe vom Erd- ins Dachgeschoss nach Norden versetzt werden. An der Ostseite erhält das Dach einen Giebel, von dem aus man über einen Metallsteg zum Buchstein gelangt. An der Nordseite wird eine Fluchttür gesetzt, über die man auf einen Balkon und weiter über eine Treppe auf den Weg in Richtung Buchsteinhütte gelangt. Auf der Westseite wird das Walmdach durch einen Giebel ersetzt. Damit erhalten die Personalräume eine höhere Raumhöhe, die gemäß der Arbeitsstättenverordnung gefordert ist.

Wer aus Richtung Kreuth nach oben zur Tegernseer Hütte wandert, wird diese ab nächstem Jahr so umgebaut erblicken.

Die allererste Hütte ist im Jahr 1903 auf dem Grat zwischen Roß- und Buchstein errichtet worden. Sie hatte eine Grundfläche von gerade einmal zwölf Quadratmetern. 1913 ist bereits eine größere Hütte gebaut worden, die treue Dienste geleistet hat, bis sie 1965 durch einen Blitzschlag völlig abbrannte. 2005 und 2006 ist die jetzige Hütte das letzte Mal umfassend saniert worden. Nun kommt der nächste große Umbau.

„Dem von der DAV-Sektion vorgelegten Plan, der auf der Westseite einen Quergiebel, auf der Ostseite eine Dachgaube, im Norden und Osten einen Balkon und im Osten die als Fluchtweg notwendigen Außentreppen vorsieht, hat der Gemeinderat das gemeindliche Einvernehmen erteilt“, erklärt der Kreuther Bürgermeister Josef Bierschneider.

Doch wie geht es jetzt weiter? Nach der Sitzung am 7.Oktober wird die Verwaltung den Bauantrag nun an das Landratsamt in Miesbach weiterleiten. Dort wird dieser nochmals geprüft und hoffentlich genehmigt. „Die Sektion Tegernsee wird sich derweil um die Ausführungsplanung kümmern und die Kosten ermitteln, auf deren Grundlage ein Finanzierungsplan aufgestellt wird“, erklärt Toepel.

Hoch oben auf dem Grat zwischen Roß- und Buchstein thront die Tegernseer Hütte.

Ziel ist es, bei der Jahreshauptversammlung der Tegernseer Sektion im März 2020 zu beschließen, wie der Umbau der Hütte in exponierter Lage auf 1650 Metern Höhe durchgeführt werden kann. Offen sind derzeit noch die Kosten für den Umbau. „Um Aussagen zu den Kosten treffen zu können, muss zunächst die Ausführungsplanung erstellt werden“, erklärt der Vorsitzende der DAV-Sektion. „Dies wird nun in den nächsten Wochen geschehen.“ Günstig wird der Umbau sicher nicht, da Material und Arbeiter zur schwer zugänglichen Hütte auf dem Grat zwischen Roß- und Buchstein gelangen müssen.

Fest steht hingegen, „wenn alles planmäßig läuft, könnte die Baumaßnahme im Frühjahr 2020 beginnen“. Nach einigen Monaten Bauzeit könnten Besucher dann wieder in exponierter Lage übernachten. Insgesamt nutzen jedes Jahr durchschnittlich über 2600 Gäste das Schlaflager auf der Tegernseer Hütte. Von dort aus bietet sich eine atemberaubende Aussicht bis weit hinein auf den Alpenhauptkamm und das Karwendel bis zur Zugspitze sowie aufs Alpenvorland, den Starnberger See bis hin nach München. Eine traumhafte Kulisse bei Sonnenauf- und -untergang. ksl

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