Gelungener Hebauf

Trotz Problemen wegen Corona: Umbau der Tegernseer Hütte schreitet voran

Der neue Westgiebel an der Tegernseer Hütte sorgt für zufriedene Gesichter bei der DAV-Sektion und den Arbeitern.
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Der neue Westgiebel an der Tegernseer Hütte sorgt für zufriedene Gesichter bei der DAV-Sektion und den Arbeitern.

Kreuth – Der Umbau der Tegernseer Hütte macht gute Fortschritte. Der neue Quergiebel ist fertig, sodass wohl bald auch wieder Gäste bewirtet werden können.

Anfang Mai haben die Bauarbeiten an der Tegernseer Hütte begonnen. Das Dachgeschoss des Gebäudes auf dem Grat zwischen Roß- und Buchstein muss umgebaut werden, um das Brandschutzkonzept umzusetzen und wieder Übernachtungen möglich zu machen. Nun haben die beteiligten Zimmerer und Spengler mit dem Vorstand der Sektion Tegernsee Hebauf gefeiert.

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Zu Beginn der Bauarbeiten – mitten in der Corona-Krise – wagte niemand eine Prognose, ob der Zeitplan eingehalten werden kann, berichtet Rainer Toepel, der Vorsitzende der Sektion Tegernsee im Deutschen Alpenverein (DAV), welche die Hütte betreibt. Die restriktiven Maßnahmen, um die Pandemie einzudämmen, machten die üblichen und notwendigen Baubesprechungen unmöglich. Auch Bauablauf und -vorbereitung mussten entsprechend angepasst werden. Hinzu kam, dass der geplante Materialtransport ohne Unterstützung von einem Hubschrauber mit der Materialseilbahn durchgeführt werden musste, um brütende Raufußhühner nicht zu stören.

Allen Widrigkeiten zum Trotz wurde das Gerüst aufgebaut, das Dachgeschoss geräumt, Solarthermie, Photovoltaik sowie die alte Dacheindeckung rückgebaut, der neue West- und Ostgiebel aufgestellt und das Dach wieder mit Edelstahlblech eingedeckt. Hunderte Arbeitsstunden ehrenamtlicher Helfer wurden investiert, um Material auf die beziehungsweise von der Baustelle ins Tal zu transportieren. Nur so war es nun möglich – wie im Zeitplan vorgesehen – Ende Juni die Außenarbeiten weitgehend abzuschließen und auch im Kostenplan zu bleiben. So ist nun in rundherum zufriedener Stimmung Hebauf gefeiert worden, nachdem kurz zuvor noch ein Gewitterschauer durchgezogen war – sinnbildlich für die Widrigkeiten während der bisherigen Bauphase.

Rainer Toepel hat sich im Namen der Sektion Tegernsee bei den Mitarbeitern aller beauftragten Firmen, dem Hüttenwirt und den ehrenamtlich aktiven Mitgliedern der Sektion für die bisher geleistete Arbeit bedankt. Das Konzept, die geringere Frequenz an Besuchern auf der Tegernseer Hütte während der Corona-Ausgangsbeschränkungen für den Umbau zu nutzen, sei bis jetzt hervorragend aufgegangen. Wanderer, die von den Buchsteinhütten über den Roßstein auf die Südseite des Roß- und Buchstein wollten, sind währenddessen über eine provisorische Umgehung um die Tegernseer Hütte geleitet worden.

Ziel ist es nun, Anfang Juli die Außenarbeiten weitgehend abzuschließen und das Gerüst, das den Umgang um die Hütte blockiert, zum Großteil wieder abzubauen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass Hüttenwirt Michl Ludwig voraussichtlich ab Mitte Juli wieder Tagesgäste bewirten kann. In Abstimmung mit dem DAV-Bundesverband wird derzeit noch ein Hygienekonzept erarbeitet, das auch dem eingeschränkten Platzangebot auf der Hütte Rechnung trägt.

In den kommenden Wochen und Monaten werden nun noch intensiv im Inneren Brandschutzmaßnahmen wie Rauchschutztüren und Brandmeldeanlage umgesetzt sowie am zweiten Fluchtweg über den Balkon an der Nordseite der Hütte gearbeitet. Ebenso muss die Treppe zwischen dem Erdgeschoss und dem Schlaflager im Obergeschoss versetzt werden. Auf dem Plan steht auch noch, dass die Wassertanks sowie der Toilettenfeststoffbehälter und die Abluftführung modernisiert werden. Sobald der komplette Umbau abgeschlossen und vom Landratsamt abgenommen ist, können auch wieder die künftig 22 Lager von Gästen genutzt werden.

Wanderer mit dem Ziel Tegernseer Hütte werden weiterhin gebeten, aktuelle Hinweise auf baubedingte Beschränkungen zu beachten. Die Spendenaktion, die für die DAV-Sektion erforderlich ist, um die Baumaßnahme zu finanzieren, und die zunächst aus Rücksicht auf die von der Corona-Pandemie Betroffenen zurückgestellt wurde, soll nun zeitgleich mit dem Beginn der Bewirtung gestartet werden. ksl

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