Probleme bei Wandertour in Kreuth besprochen

Schutz der Alpen: Neue Aufgaben für DAV

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Bei einer Wandertour mit Umweltminister Thorsten Glauber (M.) wurden Herausforderungen in den Alpen besprochen.

Kreuth - Bei einer Wandertour mit Umweltminister Thorsten Glauber haben Mitglieder des DAV über neue Herausforderungen beim Schutz der Alpen gesprochen.

Die bayerischen Alpen sind ein kostbarer Naturraum, aber auch ein wichtiges Gebiet für Bergsportler. Um die Kombination von Naturschutz und Bergsport ging es jüngst bei einer gemeinsamen Wanderung von Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber mit dem Deutschen Alpenverein (DAV). Auf dem Weg zur Tegernseer Hütte wurden viele Themen angesprochen, die gerade heute – 150 Jahre nach Gründung des DAV – einen Kompromiss aus Naturschutz und Bergsport in sich vereinen müssen: Hütten- und Wegebau, Tourismus und Mobilität.

Der Umweltminister betonte: „Der DAV ist ein herausragender Partner beim Schutz unserer Alpen, einem einzigartigen Naturraum mit großer Strahlkraft. Weil sich das Freizeitverhalten ändert, werden die Alpen zu einem wahren Tourismusmagnet. Immer mehr Wanderer, E-Bikes und Mountainbiker erobern die Alpen. Wir brauchen Lösungen für ein konfliktfreies Miteinander in den Bergen. Nicht jedes Eck der Alpen kann touristisch erschlossen werden. Ein Ausgleich der Interessen soll durch eine bestmögliche Lenkung der Besucherströme gelingen. Besonders sensible Gebiete müssen geschützt bleiben. Dazu werden wir in einem gemeinsamen Pilotprojekt mit dem DAV Lösungen entwickeln.“

Klimaschutz spielt eine große Rolle. „Die Region südlich von München ist dank BOB und Bergsteigerbus recht gut angebunden“, erklärte DAV-Vizepräsident Roland Stierle. „Rund 83 Prozent der Emissionen bei einem Wandertag stammen durch die Anreise mit dem Auto.“ Das zeige, wie dringlich der Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes in den Alpen sei. Neben Bahn und Bus gibt es weitere Möglichkeiten, in die Berge zu kommen. Dazu gehören Wandertaxen und Mitfahrgelegenheiten. „Gerade das Internet bietet hier noch sehr viel ungenutzte Möglichkeiten, sich zu gemeinsamen Fahrten zu verabreden“, erklärte der DAV-Vizepräsident.

Im Anschluss an die Zugfahrt konnten die Teilnehmer bei der Fahrt durch das Bergsteigerdorf Kreuth das Tourismuskonzept der alpinen Vereine erleben: Alte Bauernhäuser mit bemalten Fassaden, eine Fülle an gelebter Tradition und ruhige Orte in intakter Natur laden in Kreuth zum Bleiben. 29 Bergsteigerdörfer gibt es mittlerweile, die sich über vier Alpenländer verteilen. Die Orte haben sich dem naturnahen und ressourcenschonenden Tourismus verschrieben. „Durch die klare Ausrichtung auf Naturtourismus und den Erhalt von Tradition und Brauchtum setzt Kreuth ein wichtiges Zeichen in einer ansonsten durch schnelllebigen Tagestourismus geprägten Region“, erklärte Josef Bierschneider, Bürgermeister von Kreuth.

Ohne Wege wären selbst einfache Gipfel in den bayerischen Alpen nur mit großer Mühe zu erreichen. „Die DAV-Sektionen kümmern sich um ein Netz aus Bergwegen und alpinen Steigen von etwa 30.000 Kilometern Länge“, erzählte Hans­peter Mair, Geschäftsbereichsleiter Alpine Raumordnung im DAV. Meist ehrenamtlich – mit mehr als 50.000 Arbeitsstunden im Jahr. Jedes Jahr fließt in das DAV-Wegenetz rund eine Million Euro. Im Jahr 2019 hat allein die Sektion Tegernsee für die Sanierung des Südanstiegs auf die Tegernseer Hütte 60.000 Euro veranschlagt. Diese Maßnahme wird von der Regierung von Oberbayern und dem DAV zu 80 Prozent gefördert“, sagt Rainer Toepel, der erste Vorsitzende der Sektion.

Vor allem die 321 öffentlich zugänglichen Berg- und Schutzhütten des DAV in den Alpen und Mittelgebirgen standen im Fokus des Gesprächs mit dem Umweltminister. Das sieht man am Beispiel Tegernseer Hütte: „In den folgenden zwei bis drei Jahren benötigen wir erhebliche Finanzmittel und müssen auf ehrenamtlicher Basis viele Stunden investieren, um die Abwasserentsorgung zu sanieren“, sagte Toepel. Das neue System soll über eine Vorklärungsstufe und Tropfkörperanlage verfügen, und das Abwasser so lange in einem Kreislauf bewegen, bis es die nötige Reinigungsleistung für die Versickerung im Erdreich erreichen kann. ksl

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