Lichtshow statt Raketen

Kritik an Feuerwerken: Miesbach schreibt Brief an Innenminister Seehofer

Bundesinnenminister Horst Seehofer
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Feuerwerke sind schön anzuschauen, stehen aber auch in der Kritik. Miesbach überlegt bereits für 2021 und sucht Hilfe bei Bundesinnenminister Horst Seehofer.

Miesbach – Das Feuerwerk an Silvester ist erneut Thema im Miesbacher Stadtrat gewesen. Die Stadt möchte für 2021 planen und schreibt dazu an Bundesinnenminister Horst Seehofer.

Der Jahreswechsel wird heuer ganz anders, nicht so laut und nicht so hell und bunt vonstatten gehen. Die Corona-Beschränkungen verhindern größere Feiern und Feuerwerke. Somit haben sich auch alle Überlegungen erledigt, wie in Miesbach das neue Jahr begrüßt werden darf oder eben nicht. Dazu hatte die SPD Ende November einen Antrag gestellt, den der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung diskutieren sollte. Er ist zwar aufgrund der Entwicklungen im Zuge der Corona-Pandemie inzwischen hinfällig. Doch das Gremium blickt bereits ein Jahr weiter nach vorne.

Bereits 2019 hatte die Kreisstadt Feuerwerke in sechs Bereichen untersagt: rund um die beiden Altenheime und die beiden Kirchen sowie an Markt- und Stadtplatz. Letztere Zonen wurden aus Brandschutzgründen aufgenommen. Die SPD-Fraktion im Stadtrat wollte mit ihrem Antrag die beiden Plätze nun erneut als Verbotszonen deklarieren und diese eventuell ergänzen, um Infektionen einzuschränken.

Durch die neueste Fassung der bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung ist das SPD-Ansinnen praktisch obsolet. Die nächtliche Ausgangssperre, Gruppenbeschränkungen und Böllerverbot verhindern größere Feiern während der Corona-Pandemie. „Für mich heißt das, dass das Silvesterfeuerwerk heuer ausfällt“, sagte Bürgermeister Gerhard Braunmiller. Die Stadt brauche also nicht handeln.

2021 Lichtshow der Stadt in Miesbach?

Wie Fraktionssprecher Paul Fertl deutlich machte, wolle die SPD keine Spaßbremse sein. Doch aufgrund der Pandemie sollten Massenansammlungen von Menschen verhindert werden. Zudem sei übermäßige Böllerei schädlich für Mensch, Tier und Umwelt. Das gilt auch für die kommenden Jahre und so richtete der Stadtrat den Blick nach vorne. Fertl regte für 2021 eine Lichtshow der Stadt an. Die Idee kam nicht zuletzt bei Astrid Güldner (Grüne) gut an: „Ich bin dafür, das an zentraler Stelle zu machen.“

Florian Hupfauer (FDP) sprach sich gegen jegliches Feuerwerksverbot aus. Er sei zwar selbst kein Freund von Böllern und Raketen, möchte die Entscheidung aber jedem selbst überlassen. Es werde bereits zu viel reglementiert. „Wir sollten die Rechte nicht noch stärker einschränken“, sagte Hupf­auer.

Kommune soll Herr des Verfahrens sein

Um Regeln und Rechte geht es Markus Seemüller (FWG). Er beantragte, die Stadt solle sich mit einem Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer wenden und fordern, die Kompetenz, Feuerwerke zu verbieten, vom Bund auf die Kommunen zu übertragen. Es gilt das Bundessprengstoffgesetz. Um Feuerwerke zu untersagen, braucht es Gründe.

Miesbach hat diese mit einer Feuerbeschau im Brandschutz für Stadt- und Marktplatz gefunden. Seemüller findet jedoch, die Kommune sollte Herr des Verfahrens sein. Er kündigte an, die Freie Wählergemeinschaft würde den Brief auch selber schreiben, sollte der Stadtrat nicht mitziehen. Das Gremium schloss sich dem Vorschlag aber mit 14:9 Stimmen an. ft

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