Grüne legen nach

Kritik in Rottach-Egern an Mäh-Aktion am Weißachdamm

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Tiefe Spuren sind auf dem Bild von Thomas Tomaschek zu sehen, anders schaut's auf dem Bild des Wasserwirtschaftsamts (unten) aus.

Rottach-Egern/Kreuth – Sprachlos und wütend habe ihn der Anblick gemacht, wie Gemeinderat Thomas Tomaschek (Grüne) in der jüngsten Sitzung in Rottach-Egern ansprach. Dazu zeigte er Bilder vom Ufer der Weißach, einem beliebten Ziel zum Spazieren in der Gemeinde. Darauf zu sehen sind tiefe Reifenspuren in der Wiese. „Da waren richtige Gräben“, kommentierte Tomaschek, sprach von zerstörter Grasnarbe, zerfahrenen Rändern sowie angefahrenen Bäumen und Sträuchern.

Entstanden sind die Bilder zwischen Weißachbrücke und Wallbergstraße. „Das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim hat Mäharbeiten auf den staatseigenen Flächen durchgeführt“, erklärt der leitende Baudirektor Paul Geisenhofer. „Die Arbeiten erfolgten auf die gleiche Art und Weise wie schon seit Jahren und so schonend wie möglich. Schäden an den Deichen, die die Standsicherheit beeinträchtigen könnten, sind dabei nicht entstanden.“ Jedoch seien die hinterlassenen Spuren nicht annähernd so dramatisch wie im Gemeinderat angesprochen, resümiert er.

„Dass unser Mähgerät – ein Traktor mit einem sieben Meter langen Ausleger und Schlegelmähkopf – Spuren auf Grünflächen im Vorland hinterlasse, sei nicht vermeidbar“, sagt er. Jedoch seien keine tiefe Spurrillen hinterlassen worden, sondern eher Abdrücke des Reifenprofils. „Als Schäden würden wir das nicht bezeichnen.“ Daher werde auch nichts unternommen, um die Spuren zu beseitigen. Bald sei wieder Bewuchs auf den Flächen zu erwarten. Zudem liegen die Flächen im Gemeindegebiet von Kreuth – und folglich nicht im Bereich von Rottach-Egern, wo das Problem zunächst thematisiert wurde. Dies hatte auch Bürgermeister Christian Köck in der Sitzung angesprochen. Zwar werde er Kontakt mit seinem Kreuther Amtskollegen aufnehmen, aber ansonsten könne Rottach-Egern da wenig ausrichten. Dennoch zeigten sich der Bürgermeister und auch einige der anwesenden Gemeinderäte entsetzt über die gezeigten Bilder.

Der Kreuther Bürgermeister Josef Bierschneider erklärt, dass die Mährarbeiten nicht von der Gemeinde durchgeführt wurden und verweist auf das Wasserwirtschaftsamt in Rosenheim. Erledigt ist das Thema aber wohl vorerst noch nicht. „Wir haben im Namen des Grünen-Ortsverbands Tegernseer Tal eine Stellungnahme beim Wasserwirtschaftsamt angefordert“, sagte Tomaschek. ksl

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