Lärmschutz: Eingeleitetes Verfahren für Valley / Auch Holzkirchen darf hoffen

Mehr Ruhe für die Gemeinden

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Lärmschutzwände, -wälle und „Flüsterbelag“: Die geplanten Maßnahmen gegen den Verkehrslärm in der Gemeinde Valley reichen über 2,7 Kilometer bis zur Mangfallbrücke.

Valley/Holzkirchen – Nachdem die Gemeinde Weyarn jüngst in Sachen Lärmschutz bereits ein gutes Stück vorangekommen ist (wir haben berichtet), rücken nun auch Maßnahmen für Valley und Holzkirchen in Sicht.

Möglich ist dies, da der Ende der 70er ermittelte Durchschnittsverkehr auf der Autobahn heutzutage stark überschritten wird, die Emissionsbelastung also viel höher geworden ist. Dieser Durchschnittswert war aber die Grundlage des damaligen Planfeststellungsbeschlusses, wie die Regierung von Oberbayern in einer Pressemitteilung zu den erweiterten Maßnahmen für Valley erklärt. Deshalb müsse nun nachgebessert werden.

Laut Regierung von Oberbayern sehen die geplanten Lärmschutzmaßnahmen für Valley „den Bau von Lärmschutzwänden und -wällen sowie den Einbau eines lärmmindernden Fahrbahnbelags“ vor. Zudem werden das Entwässerungs-System auf der Autobahn erneuert und sechs Unterführungen errichtet. Die Maßnahmen erstrecken sich zwischen der Autobahnbrücke über die Kreisstraße MB 15 bei Oberlaindern und der Mangfallbrücke bei Weyarn auf einer Länge von etwa 2,7 Kilometern, davon sind 1,2 Kilometer an der Nordseite und 1,5 Kilometer an der Südseite der Autobahn geplant.

Die Pläne sind bis 29. Dezember in der Gemeinde (montags bis freitags 8 bis 12 Uhr, montags bis mittwochs 14 bis 17 Uhr sowie donnerstags von 14 bis 18 Uhr) sowie auf der Homepage der Regierung von Oberbayern einzusehen. Direkt Betroffene können eventuelle Einwendungen bis 12. Januar 2017 schriftlich oder zur Niederschrift bei der Gemeinde Valley und der Regierung von Oberbayern (Maximilianstraße 39, 80538 München, Zimmer 4118) erheben.

Auch die Marktgemeinde Holzkirchen kann auf Lärmschutzmaßnahmen hoffen: Hier habe am Donnerstag vergangener Woche ein Gespräch zwischen der Autobahndirektion Südbayern, Bürgermeister Olaf von Löwis und den von den Emissionen betroffenen Anwohnern der Auerbachsiedlung stattgefunden, meldet die Gemeinde. Vor allem durch den Ausbau der Tank- und Rastanlage Holzkirchen Süd sei das Thema Lärm wieder vermehrt in den Fokus gerückt.

Wie auch schon für die Gemeinde Weyarn gab‘s Hilfe von Vertretern der hohen Politik: Erneut hat Bundesabgeordneter Alexander Radwan, gemeinsam mit Staatsministerin Ilse Aigner, das Anliegen der geplagten Anwohner ins Bayerische Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr getragen. Mit Erfolg: Dieses ersuchte die Autobahndirektion Südbayern um Überprüfung. Beim jüngsten Gesprächstermin in Holzkirchen präsentierte Gilbert Peiker, leitender Baudirektor der Autobahndirektion, laut Gemeindebericht eine Lärmschutzwand in Modulbauweise mit einer Höhe von 4,5 Metern als mögliche Lösung. Dadurch werden die Lärmsanierungsgrenzwerte an allen Wohnhäusern eingehalten, im Durchschnitt reduziert sich der Lärmpegel um zirka 6 dB(A). „Bei Aufstellung dieser Wand könnte der vorhandene kleinere Wall weiterhin verbleiben“, erklärte Peiker. Auch die Bepflanzung müsse so gut wie nicht angetastet werden. Der Vorteil liege darin, dass die Lärmschutzwand flexibel auf- und abgebaut werden könne und zu einem späteren Zeitpunkt an einer anderen Stelle wiederverwendbar sei. Laut Peiker bleibe man damit flexibel in der Planung, und auch der finanzielle Rahmen spreche für die Sache.

Höchst erfreut über diese Entwicklung zeigte sich Bürgermeister von Löwis, den das Thema seit Beginn seiner Amtszeit begleitet. „Danke für die sehr gute Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten. Vor allem auch durch den starken Einsatz von Staatsministerin Aigner und Wahlkreisabgeordnetem Radwan können wir den Leidensdruck spürbar mindern“, sagte von Löwis. Im nächsten Schritt werde eine Planungsunterlage erstellt und die Zustimmung aller Betroffenen eingeholt, erklärt die Marktgemeinde. Mit diesen Unterlagen könne ein sogenanntes Negativattest, welches einer Baugenehmigung entspreche, bei der Regierung von Oberbayern erwirkt werden. „Nach Vorliegen der Genehmigung, sollte einem Bau bis voraussichtlich Ende 2017 nichts mehr im Wege stehen“, hofft die Gemeinde.

she

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