Potenziale nutzen

Darum ruft die Energiewende Oberland zum Sparen auf

Oben ist die Entwicklung des Gebäudeenergiebedarfs bei heutiger Sanierungsquote zu sehen. Die Grafik unten zeigt, was erreicht werden könnte, wenn das Einsparpotenzial genutzt wird.
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Oben ist die Entwicklung des Gebäudeenergiebedarfs bei heutiger Sanierungsquote zu sehen. Die Grafik unten zeigt, was erreicht werden könnte, wenn das Einsparpotenzial genutzt wird.

Landkreis – Die Energiewende Oberland rät, Potenziale zu nutzen, und ruft zum Einsparen auf – vor allem im Bereich Wärme.

Die Energiewende Oberland empfiehlt in Zeiten der Corona-Krise, neue und verbesserte Fördermittel zu nutzen, die große Chancen für die Energiewende 2020 bieten. Wer viel zu Hause sei, könne in diesen Tagen einen Blick aufs eigene Gebäude oder in den Heizungskeller wagen.

Gerade bei der Wärmewende sei es in den vergangenen Jahren ruhig geworden. „Niedrige Öl- und Gaspreise haben den Wechsel zu regenerativen Energieträgern gebremst“, heißt es. „Wenn die im Klimapaket beschlossene Einführung der CO2-Steuer die Preise für fossile Energieträger verteuert, lohnt sich eine regenerative Alternative doppelt.“ Ebenso mit dem Klimapaket wurden seit Januar die Fördermittel erhöht, wenn fossile Heizanlagen durch regenerative Technologien ersetzt werden. Ölheizungen könnten am besten durch Pelletkessel ersetzt werden. Im jetzigen Tankraum können zukünftig Pellets eingelagert werden. Für diesen Austausch übernehme der Staat fast die Hälfte der Kosten mit einem Höchstsatz von 45 Prozent der förderfähigen Investitionskosten. Dies gelte auch für den Umstieg auf einen Hackschnitzelkessel. Der Wechsel von Gas auf Pellets wird mit 35 Prozent gefördert.

Gebäude, die nur geringe Temperaturen für das Heizsystem brauchen, könnten eventuell mit einer Erdwärmepumpe ausgestattet werden. Auch dort liege die Förderung bei 45 Prozent für den Austausch alter Ölheizungen und bei 35 Prozent für alte Gaskessel. „Doch hier muss man genau hinzuschauen, denn Wärmepumpen können viel Strom verbrauchen“, heißt es. Wenn diese falsch dimensioniert seien, bleibe trotz Fördermitteln im Geldbeutel nicht viel übrig. Zusätzlich könne eine solarthermische Anlage zum Einsatz kommen. Diese Maßnahme wird mit 30 Prozent gefördert.

Je weniger Wärme die Heizung liefern muss, desto kleiner könne ihre Leistung ausfallen. Dadurch werde sie günstiger – sowohl beim Anschaffen als auch im Betrieb. Deshalb könne es in vielen Fällen sinnvoll sein, zuerst das Dach zu dämmen, bevor eine neue Heizung kommt. Auch Dämmmaßnahmen würden jetzt deutlich großzügiger mit 20 Prozent Zuschuss gefördert. Alternativ können Privatleute dieselbe Fördersumme über drei Jahre verteilt direkt von der Steuerschuld abziehen.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie teilte auf Anfrage mit: Es gibt aktuell keine Pläne, die Mittelansätze für die laufenden Förderprogramme im Bereich Energieeffizienz und erneuerbare Energien, darunter beispielsweise das CO2-Gebäudesanierungsprogramm , das Marktanreizprogramm, die Förderung für Wärmenetze, die Beratungsprogramme oder die Bundesförderung für Energieeffizienz in der Wirtschaft – Zuschuss, Kredit und Förderwettbewerb – zu reduzieren. „Die investiven Förderprogramme leisten einen erheblichen Beitrag zur Stabilisierung der Konjunktur in Deutschland, auch gerade vor dem Hintergrund der abträglichen wirtschaftlichen Wirkungen der Covid-19-Pandemie“, heißt es.

Das wesentliche Potenzial für die Wärmewende liege im Gebäudebestand. „Natürlich ist es wünschenswert, dass neue Gebäude möglichst wenig Energie verbrauchen“, heißt es. „Doch selbst wenn alle Neubauten im Passivhaus-Standard errichtet würden, verbliebe im Gebäudebestand der wesentliche Anteil an CO2-Emissionen.“ Erst die Sanierung von Gebäuden und der Wechsel auf regenerative Energieträger sorge dafür, dass die CO2-Emmissionen deutlich sinken können, teilt die Energiewende Oberland mit. ksl

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