Bezahlbare Wohnungen im Tegernseer Tal

Gemeinnützige Baugenossenschaft Lenggries besteht seit 70 Jahren und zieht diese Bilanz

Robert Huber wurde für weitere drei Jahre zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Lenggrieser Baugenossenschaft gewählt.
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Robert Huber wurde für weitere drei Jahre zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Lenggrieser Baugenossenschaft gewählt.

Lenggries/Landkreis – Wohnen ist ein großes Thema in der Region. Und Organisationen wie die Gemeinnützige Baugenossenschaft Lenggries sind eher selten.

Eigentlich hätte die Gemeinnützige Baugenossenschaft Lenggries bei der jüngsten Generalversammlung so richtig die Korken knallen lassen können, doch man beschränkte sich auf eine Packung Hagebutten-Teebeutel und zwei Tassen, die die 81 Mitglieder, die in den Alpenfestsaal gekommen waren, mit nach Hause nehmen durften. Grund zum Feiern war das 70-jährige Bestehen der Genossenschaft, die Wertschätzung, die gemeinnützigen Bauträgern inzwischen (wieder) entgegengebracht wird, und die Beurteilung mit der Note Gut, die man bei einer der jüngsten Prüfungen erhalten hat.

Aufsichtsratsvorsitzender Robert Huber, Zweiter Bürgermeister in Bad Wiessee, freute sich eingangs darüber, dass wie in den Vorjahren auch etliche der 1.450 Mitglieder gekommen waren, um sich über den Geschäftsbetrieb in den vergangenen zwei Jahren informieren zu lassen und die Organe der Genossenschaft teilweise neu zu wählen.

Genossenschaft verwaltet über 1.500 Wohnungen in vier Landkreisen und 15 Orten

Neben den Regularien, die bei solchen Zusammenkünften immer recht unspektakulär ausfallen, berichtete Vorstandssprecherin Maria Haubner von den aktuellen Bauvorhaben. So habe man im Geschäftsjahr 2018 weniger Geld für Instandhaltungen und Renovierungen der 1.036 Genossenschaftswohnungen ausgegeben als vorgesehen (insgesamt 650.000 Euro), „weil die Handwerksbetriebe ausgelastet sind und einfach nicht zu bekommen waren“.

An aktuellen oder zukünftigen Projekten nannte sie zwei Baumaßnahmen in Bad Tölz und einen Neubau in Bichl. Probleme gab es bei den acht Wohnungen, die aktuell in der Huderstraße in Bad Wiessee entstehen, da der Untergrund weit schlechter war als erwartet. „Doch auch hier ist ein Ende in Sicht und der Bezug für 2020 geplant“, sagte Haubner. Hohe Aufwendungen (237.000 Euro) erforderte die Erneuerung der schadhaften Entwässerungseinrichtung in der Bernöckersiedlung in Gmund, für die man jedoch bereits in den Vorjahren Rückstellungen gebildet hat.

Insgesamt betrug die Bilanzsum­me 2018 fast 47 Millionen Euro und der Jahresüberschuss 2,1 Millionen Euro, davon werden 1,9 Millionen Euro den Rücklagen zugeführt. Die Genossenschaft verwalte über 1.500 Wohnungen in vier Landkreisen und 15 Orten. „Alles vom Büro in Lenggries aus“, wie Haubner sagte. Als Beitrag zum Klimaschutz kündigte sie an, dass man künftig Grünflächen in den Wohnanlagen, die für eine Bebauung zu klein seien, für Beete und Hochbeete zur Verfügung stellen wolle. „Hier können die Mieter dann Kräuter und Salat anbauen“, erklärte Haubner. Vorher ist allerdings ein entsprechender Antrag zu stellen.

Genossenschaft hat 300 Wohnungen im Tegernseer Tal

In ihren Grußworten lobten der Lenggrieser Bürgermeister Werner Weindl und sein Bad Wiesseer Amtskollege Peter Höß die Genossenschaft und gratulierten ihr zum Jubiläum. Sie hätte mit der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in den vergangenen Jahrzehnten einen wesentlichen Beitrag für die Versorgung der Bürger geleistet. Auch wenn der Genossenschaftsgedanke zwischenzeitlich mal als alter Hut betrachtet worden sei, schätze man nun wieder die Tätigkeit der Lenggrieser Organisation.

Höß, der bei den kommenden Wahlen im Frühjahr 2020 nicht mehr kandidiert, erwähnte, dass die Genossenschaft im Tegernseer Tal 300 Wohnungen verwalte, davon 150 in Bad Wiessee. Ein neu entstehendes Haus mit Tiefgarage biete gute Qualität und günstige Mieten: „Wie sollen sich viele das Wohnen in Bad Wiessee sonst noch leisten können?“, fragte er.

Er dankte zum Abschluss seiner fast zwölfjährigen Tätigkeit als Bürgermeister der Genossenschaft und erinnerte daran, dass man 2015 ein von seinem Stellvertreter Robert Huber geleitetes Kommunalunternehmen gegründet habe, in das die gemeindeeigenen Wohnungen übertragen wurden, um nun Zug um Zug renoviert zu werden. bo

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