Sie zeichnen das Oberland aus

Landkreis Miesbach: Hage-Schutzprogramm soll wiederbelebt werden

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Mathias Fischer (LPV, M.) beschreibt bei einem Treffen die Möglichkeiten der Hagpflege.

Hausham/Holzkirchen – Die Hage im Oberland sind weit mehr als einfach nur Hecken. Sie sind Windschutz, Grundstücksabgrenzung, liefern Wertholz, prägen und bereichern die schöne Kulturlandschaft und sind Lebensraum für zahlreiche Vögel und Insekten. In einer gemeinsamen Veranstaltung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen, des Landschaftspflegeverbandes Miesbach (LPV) und der unteren Naturschutzbehörde Miesbach standen die Hage im Mittelpunkt.

Hage sind baumreiche Hecken, die oftmals als lebendige Zäune Wiesen einfassen und Grundstücksgrenzen markieren. Ihre Entstehung reicht in die Zeit der klösterlichen Besiedelung und Landvergabe zurück. Die Egartenwirtschaft war damals die gängige Form der Landbewirtschaftung – Hage sind Zeitzeugen einer 1000-jährigen Geschichte, erklärt Diplom-Biologin und Hagexpertin Gabriela Schneider. Ein intakter Hag setzt sich aus mehreren Strauch- und Baumschichten zusammen, die aus bis zu 44 verschiedenen Arten bestehen können. In der oberen Baumschicht sind Edellaubhölzer wie Bergahorn, Linde, Esche und Eiche zu finden. In den unteren Schichten wachsen junge Bäume im Schutz der Sträucher heran, bereit, den Platz der älteren Bäume einzunehmen. Die Strauchschicht aus Weißdorn, Wildrose und Co. dient somit der nächsten Generation an Bäumen als Kinderstube. Für den dauerhaften Fortbestand der Hage hat jede Schicht eine wichtige Funktion.

Hage sind Brücken zwischen Gehölzen und tragen so zur Vernetzung von Lebensräumen bei. Die Landwirtschaft leistet durch Pflege und Erhalt der Hage einen großen Beitrag zum Naturschutz, ist sich Josef Faas von der Unteren Naturschutzbehörde Miesbach sicher. Für die Förderung wurde 1980 die Hag­aktion und 1986 das Hagpflegeprogramm ins Leben gerufen. Beide Programme gibt es noch. Über Möglichkeiten von Nutzung, Pflege und Ergänzung berichteten Mathias Fischer vom Landschaftspflegeverband Miesbach am praktischen Beispiel, einem Hag der Familie Hofer.

Im Rahmen der Hagaktion haben Landwirte, Förster und Naturschutzbehörden in den 1980er Jahren bis zur Jahrtausendwende unzählige Hage im Oberland gepflanzt – eine Erfolgsgeschichte für die Region. Die Zeit scheint reif, an diese Erfolgsgeschichte anzuknüpfen und die aktuelle Ausgangslage ist nicht schlechter als in den 1980er Jahren. Ob und wie sich Förderprogramme an aktuelle Gegebenheiten anpassen lassen, darüber muss nun gesprochen werden.ksl

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