Kritik an Vakzin gegen Corona

Landkreis Miesbach informiert über Impfstoff von Astrazeneca

Impfstoff gegen Corona von Astrazeneca
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Der Astrazeneca-Impfstoff gegen das Coronavirus steht immer wieder in der Kritik.

Landkreis – Der Impfstoff von Astrazeneca steht immer wieder in der Kritik. Das Landratsamt in Miesbach informiert über das Vakzin gegen Corona.

Die Menschen im Landkreis Miesbach sind teilweise verunsichert, was den Impfstoff der Firma Astrazeneca betrifft. Das Impfteam in Hausham erhalte einige Anfragen zum Impfstoff, jedoch seien die Dosen bisher kein Ladenhüter, wie Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt in Miesbach mitteilt. 70 der bisher angebotenen 400 Dosen wurden nicht angenommen. Für diese wurden kurzfristig Abnehmer gemäß der Priorisierung des Bundes gefunden. Es wurden keine Dosen weggeworfen.

Seit dem Wochenende standen dem Impfzentrum erstmals 400 Dosen von Astrazeneca zur Verfügung, die alle bereits verwendet wurden. Zusätzlich wurden 500 Dosen von Moderna und 1.100 Dosen von Biontech geliefert. Alle Dosen werden für die täglich zirka 300 bis 420 Erst- und Zweitimpfungen im Impfzentrum in Hausham verwendet.

„Weil der Astrazeneca-Impfstoff nur für Menschen bis 65 Jahren empfohlen wird, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass priorisierte Impfwillige unter 65 Jahren vorerst nur das Produkt von Astrazeneca angeboten bekommen“, erklärt die Sprecherin.

Aussuchen kann man sich das Produkt nicht. Es gebe jedoch eine Art Trick, wie man bei der Einladung zu einem Impftermin schon überprüfen kann, ob Astrazeneca verwendet werden wird: „Man erhält beim Terminvorschlag bereits zwei Termine, nämlich für Erst- und Zweitimpfung“, teilt das Landratsamt mit. „Bei Biontech und Moderna ist der Zweittermin drei bis vier Wochen nach dem Ersttermin. Bei Astrazeneca ist er neun Wochen nach dem Ersttermin.“

Wer den Impfstoff von Astrazeneca auf keinen Fall möchte, kann den Terminvorschlag von Vornherein ablehnen. Man bekommt dann einen neuen Termin angeboten. „Dieser ist jedoch derzeit mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wieder mit Astrazeneca“, heißt es in einer Mitteilung. „Ein Zeithorizont, wann andere Impfstoffe angeboten werden, ist noch nicht abzusehen. Es kann auch nicht verbindlich zugesagt werden, wann ein neuer Termin angeboten wird.“

Jede Dosis fallgenau verteilt

Es ist auch möglich, die Impfung noch am Impftermin selbst abzulehnen, nachdem man sich durch einen Arzt im Zentrum über den jeweiligen Impfstoff hat aufklären lassen. Es ist ausgeschlossen, den Impfstoff kurzfristig vor Ort zu tauschen, da jede Dosis fallgenau über die Software verteilt wird.

Klar muss sein: „Die übrigen Dosen müssen dann sehr schnell an die nächsten Impfwilligen vergeben werden, die der Algorithmus aus den Registrierten auswählt“, erklärt das Landratsamt. „Möglicherweise rutschen dann auch Personen nach, die eigentlich erst in der nächsten Priorisierungsgruppe berücksichtigt werden würden.“ Die Regierung erlaubt, dass Impfwillige aus der niedrigeren Priorisierungsgruppe vorgezogen werden, wenn der Impfstoff sonst übrig bleibt oder weggeworfen werden müsste.

Zur Corona-Impfung anmelden

Das Impfzentrum empfiehlt daher, dass auch schon Impfwillige der nächsten Priorisierungsgruppe sich bereits jetzt auf www.impfzentren.bayern anmelden.

Die Entscheidung der Gesundheitsministerkonferenz, Erzieher sowie Beschäftigte an Grund- und Förderschulen in Priorisierungsgruppe 2 statt bisher 3 zu impfen, ändert daran nichts. Als nächster Schritt muss die Impfverordnung des Bundes geändert werden, dann muss die zentrale Software entsprechend programmiert werden, damit anschließend den auf www.impfzentren.bayern registrierten Erziehern und Lehrern Termine angeboten werden können. Da es sich bei der Berufsgruppe höchstwahrscheinlich um Personen unter 65 Jahren handelt, ist davon auszugehen, dass hauptsächlich Astrazeneca-Impfstoff angeboten wird.

Astrazeneca sehr guter Impfstoff

„Astrazeneca ist im Vergleich mit anderen, uns lange bekannten Impfstoffen ein sehr guter Impfstoff. Der Schutz vor schweren Verläufen ist in sehr hohem Maße gegeben. Studien haben ergeben, dass der Schutz von Astrazeneca prozentual sogar höher ist als zum Beispiel der von Biontech“, erklärt Thomas Straßmüller, der ärztliche Leiter des Impfzentrums in Hausham. „Stand heute gehen die Virologen davon aus, dass der Impfstoff auch die Krankheitsverläufe der Virusmutationen abmildert. Der Astrazeneca-Impfstoff soll insbesondere vor schweren Krankheitsverläufen schützen und die Wahrscheinlichkeit eines Klinikaufenthalts deutlich reduzieren.“

Bisher fast 5.500 Personen geimpft

Wer heute Bedenken habe, sich mit dem Astrazeneca-Impfstoff falsch zu entscheiden, könne sich nach einer Impfung mit Astrazeneca auch mit einem weiteren Impfstoff gegen Covid-19 impfen lassen. Aus medizinischer Sicht spreche nichts dagegen.

Insgesamt wurden bisher 5.461 Personen mindestens einmal gegen das Virus geimpft. 1.961 davon waren Landkreisbürger über 80 Jahre. ksl

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