Beitritt zum Verkehrsverbund frühestens 2022

Der Landkreis Miesbach will in den MVV: Votum für Verhandlungen

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Statt BOB-Tickets soll es bald MVV-Karten geben. Der Landkreis möchte dem Münchner Tarifverbund beitreten.

Miesbach/Landkreis – Von Bayrischzell mit der MVV-Tageskarte nach München fahren, das soll möglich werden. Der Kreisausschuss hat sich deutlich für einen Beitritt des gesamten Landkreises zum Münchner Verkehrsverbund ausgesprochen. Als frühest möglichen Zeitpunkt nannte Bernd Rosenbusch Ende 2022.

Der frühere BOB-Chef und jetzige MVV-Geschäftsführer stellte dem Kreisausschuss am vergangenen Mittwoch den Verkehrsverbund und die Modalitäten einer Erweiterung vor. Darauf wollen die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen gleichermaßen hinarbeiten – was das Gremium einhellig als sinnvoll wertete. Nur wenn von Lenggries bis Bayrischzell alle Gemeinden dabei sind, profitieren auch alle. Denn es soll mit dem Beitritt schließlich auch eine Entlastung der P+R-Parkplätze einhergehen. Die weiteren Vorteile: Einheitliche Tarife über Landkreisgrenzen hinweg und eine „bessere Abstimmung der Regionalbuslinie auf die Zugfahrpläne“, wie Rosenbusch erklärte. Dass sich letztere erst einmal nicht ändern würden, machte er ebenfalls klar. Allerdings müsse die Kapazität steigen. Darin sieht Elisabeth Janner (Grüne) den entscheidenden Punkt. Ein Beitritt, habe „nur Sinn, wenn die Züge öfter fahren und es mehr Sitzplatzkapazität gibt“, verdeutlichte sie, „vorher können wir uns das schenken“. Rosenbusch erwartet eine deutliche Verbesserung durch die bereits bestellten neuen Züge für die Bayerische Oberlandbahn: „Es können deutlich mehr Fahrgäste fahren.“ Rosenbusch geht von einer um 35 Prozent höheren Kapazität aus. Optimistisch zeigte er sich auch, weil der Freistaat die Bedeutung der Bahn für das Oberland erkannt habe und Verbesserungen sowohl bei den Zügen als auch dem Takt und der Infrastruktur in Aussicht stünden. Hier müsse aber die lokale Politik tätig werden und das „immer wieder einfordern“, erklärte der MVV-Geschäftsführer. Als günstig für den Beitritt sieht er auch die Position, der Staatsregierung, die den Öffentlichen Personennahverkehr in maximal neun Verbünden im Freistaat bündeln möchte. Dieses „Momentum“ möchte Landrat Rzehak nutzen und hofft auf finanzielle Unterstützung des Landes. Der Beitritt könnte 2,2 bis 3 Millionen Euro kosten. Dennoch sprach sich das Gremium einhellig dafür aus. „Wir müssen jetzt den nächsten Schritt gehen“, forderte CSU-Sprecher Josef Bierschneider. „Wir sollten das mit einem ambitionierten Zeitplan angehen“, sagte Paul Fertl (SPD). „Mit diesem Schritt anfangen“ möchte Klaus Thurnhuber (FW). Auch für Josef Lechner (CSU) ist klar, dass die Lösung für das Verkehrsproblem „auf der Schiene liegt“. Er hofft, dass von dem Geld, das der Landkreis für den Beitritt ausgibt, die Bürger profitieren – in Form von billigeren Bahntickets. Über die Beitrittsabsicht wird der Kreistag im März entscheiden. ft

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