Perfekt für Nachtschwärmer

Landratsamt und SWM eröffnen „Fledermaushotel Neumühle“ an der Mangfall

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„Eröffneten“ das Fledermaushotel an der Mangfall: (v.l.) Florian Busl, Rainer List, Helge-Uve Braun (beide SWM), Landrat Wolfgang Rzehak und Thomas Eichacker.

Thalham – Eine alte Netztrafo-Station direkt an der Mangfall soll künftig Fledermäusen Unterschlupf bieten: Das für den Naturschutz wichtige Projekt wurde jüngst durch das Landratsamt und die Stadtwerke München freigegeben. Gemütlich scheint die neue Bleibe ja zu sein: Bereits jetzt haben erste Fledermäuse in dem alten Haus geschlafen.

„Die Einrichtung dieses Fledermaushotels ist für uns ein weiterer Beitrag zum Umweltschutz. Die Stadtwerke sehen sich fest verwurzelt in der Region. Auch dies ist ein klares Signal: Wir stehen zum Landkreis Miesbach“, sagte Helge-Uve Braun, Geschäftsführer der SWM Infrastruktur GmbH. Braun wies darauf hin, dass die Stadtwerke schon konkret weitere Projekte vorbereiteten, etwa im kulturellen Bereich.

Der Naturschutzreferent der unteren Naturschutzbehörde, Florian Busl, wies auf den besonderen Wert des „Fledermaushotels“ hin: Ehemalige Trafostationen seien meist Türme, die nach ihrer Nutzung abgebrochen würden. Doch diese Station habe einen richtigen Dachboden – das macht sie für Fledermäuse attraktiv. „Die naturnahen Wälder beherbergen viele Insekten, außerdem ist das Hotel direkt an der Mangfall, die auch Lebensraum vieler Insekten ist. Fledermäuse lieben Leitlinien, sie fliegen am Fluss entlang“, erklärte der Referent. Es gibt in Bayern 20 Arten von Fledermäusen. Manche sind Spalten-Bewohner, wie die Bart- oder Zwergfledermäuse. Doch viele Arten sind eigentlich Höhlenbewohner, die ursprünglich im Mittelmeergebiet beheimatet sind. In den hiesigen Breitengraden ist es in den Höhlen aber schlicht zu kalt, warme Dachböden sind da schon bedeutend einladender. „Dachböden sind nichts anderes als warme Höhlen, erklärte Busl. Allerdings werden viele dieser Dachböden heute genutzt oder sind wärmegedämmt. Umso gelegener kommt da die alte Trafostation. Damit sich der Dachboden des neuen Unterschlupfs auch schön erwärmt, wurde das Dach schwarz angestrichen, erklärt das Landratsamt. Besonders die kleine Hufeisennase nehme das Angebot an, zeigt sich Florian Busl erfreut. Diese Art war einst in ganz Bayern verbreitet. Doch Anfang der 70er Jahre brach die Population ein. „Es wird vermutet, wegen des Einsatzes von chlorierten Kohlenwasserstoffen und DDT“, erklärt das Landratsamt. Etwa seit Beginn der 1990er Jahre haben sich die Bestände wieder erholt. Momentan gibt es 13 nachwuchsproduzierende Quartiere in Südbayern. Und möglicherweise schon in einigen Jahren das vierzehnte im „Fledermaushotel Neumühle“. she

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