Vielfalt auf der Wiese

Wie der Landkreis Miesbach insektenfreundlicher wird

Insekt auf Blüte
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Auf bunten Blüten fühlen sich Insekten wohl. Es sollen viele solcher Lebensräume entstehen.
  • vonFridolin Thanner
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Landkreis – Mit dem Projekt „Miesbacher Wiesen schaffen Vielfalt“ im Rahmen der Initiative „Natürlich Bayern“ plant der Landschaftspflegeverband (LPV) mehr blüten- und insektenreiche Flächen.

Im Landkreis Miesbach sollen sich Insekten wohlfühlen und zahlreich umherschwirren. Dazu möchte der Landschaftspflegeverband Miesbach (LPV) zusammen mit den Kommunen insektenfreundliche Lebensräume auf kommunalen Flächen schaffen. Der LPV beteiligt sich damit auch an der Initiative „Natürlich Bayern“.

„Unsere Insekten brauchen nicht nur bunte Blumen, sondern vor allem vielfältige Lebensräume mit gebietsheimischen Futterpflanzen wie Margerite, Wiesen-Flockenblume, Schafgarbe, Pippau, Wiesen-Glockenblume oder Salbei. Zudem brauchen sie Strukturreichtum für ihre Entwicklungsstadien“, betont Mathias Fischer vom Landschaftspflegeverband Miesbach.

Naturwiesensamen aus der Region

Handelsübliche Samenmischungen für sogenannte Blühflächen oder Bienenweiden enthalten oft keine oder nur wenige heimische Arten und locken damit nur Honigbienen und andere häufige Insekten an, erklärt Fischer. Durch das LPV-Projekt „Miesbacher Wiesen schaffen Vielfalt“ sollen in den nächsten Jahren wieder mehr Insekten Nahrung finden.

Dazu werden auf kommunalen Flächen Naturwiesensamen aus der Region ausgebracht und neue blühende Wiesen als Lebensräume für Insekten entwickelt. „Wenn wir etwas für die Insekten tun wollen, müssen wir auf öffentlichen Flächen anfangen“, findet Waakirchens Bürgermeister Norbert Kerkel.

Insekten brauchen blühende heimische Pflanzen

Wie der LPV verdeutlicht, ist es oft auch sinnvoll, nur die Pflege von Flächen insektenfreundlich anzupassen. Er berät die Kommunen und ihre Bauhöfe mit fachgerechten Konzepten, um eine nachhaltige Pflege der Lebensräume zu sichern. „Insektenfreundlichkeit bedeutet dabei vor allem, blühende Flächen später oder gestaffelt zu mähen und das Mähgut vor der Abfuhr von der Fläche zwei bis drei Tage liegen zu lassen“, teilt der LPV mit.

Gelegentlich sollen auch kleine Altgrasstreifen über den Winter stehen bleiben. „Insekten brauchen keine kurzgeschnittenen Rasen, sondern blühende heimische Pflanzen. Das kann dann schon mal etwas wild aussehen“, wirbt Barbara Krogoll vom LPV Miesbach um Verständnis.

Erfahrungsaustausch zwischen Gemeinden

Die Bauhöfe der Stadt Miesbach und der Gemeinde Waakirchen bemühen sich ergänzend zum bestehenden Fuhrpark bereits um eine entsprechende Mähtechnik. Neben höhenverstellbaren Messerbalken für die Mahd sollen vor allem geeignete Anbauteile zum Wegbringen des Mähguts aus der Fläche angeschafft werden.

Der LPV möchte den Erfahrungsaustausch zwischen den Gemeinden für hochwertige Insektenlebensräume unterstützen und bereitet dazu gerade eine Informationsveranstaltung zusammen mit der Öko-Modellregion, dem Landratsamt und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vor. ft

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