Mission Heimat gestalten

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber bei LEADER-Konferenz in Miesbach

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Michaela Kaniber gab sich bei der Konferenz zuversichtlich hinsichtlich der künftigen Fördermittel für LEADER-Projekte.

Miesbach/Landkreis – Den ländlichen Raum durch Bürgerbeteiligung entwickeln und stärken. Darauf baut seit 1991 das EU-Förderprogramm LEADER. Da die nächste Förderperiode vor der Tür steht, fand im Waitzinger Keller kürzlich die LEADER-Konferenz Oberbayern-Süd statt. Die lokalen Akteure blickten in Miesbach stolz auf zahlreiche Projekte zurück, aber auch latent besorgt in die Zukunft. Unberechtigt, wie Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber betonte. Rund 300 Gäste folgten der Einladung zur LEADER-Konferenz in Miesbach, die von den elf Lokalen Aktionsgruppen (LAGs) im südlichen Oberbayern und den zuständigen Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim und Kempten veranstaltet wurde. Ziel der Konferenz war es, bereits beteiligte Akteure und interessierte Besucher zu informieren und zu motivieren, sich weiterhin für ihre Heimat zu engagieren.

Seit über einem Vierteljahrhundert ist das LEADER-Programm ein bewährtes Instrument des Freistaates, um innovative Ideen und Projekte zu fördern und seine ländlichen Regionen auf dem Weg einer selbstbestimmten und eigenständigen Entwicklung zu unterstützen. Dabei baut das Programm auf Zukunftsverantwortung, Zusammenarbeit und Bürgerengagement. Eine zentrale Rolle bei LEADER spielen die Lokalen Aktionsgruppen (LAGs). Diese sind dafür zuständig, die Entwicklungsstrategie in ihrer Region zu erarbeiten und umzusetzen – einschließlich der Auswahl der Projekte, die über LEADER gefördert werden sollen.

Staatsministerin Kaniber sprach auf der Konferenz zum Thema „LEADER im Blickfeld von Alpenstrategie und neuer Förderperiode“ und diskutierte mit Kommunalpolitikern über die Bedeutung des Förderprogramms für die Regionen. Dabei äußerten die Diskussionsteilnehmer auch, was ihnen unter den Nägeln brennt. Damit die gut ausgebildete Jugend nicht wegzieht, müssen einerseits die Rahmenbedingungen auf dem Land verbessert werden, lautete eine der Forderungen. „Das Wohlfühl-Gefühl Heimat muss sich wieder einstellen“, meinte Konrad Schupfner (LAG Leader Traun-Alz-Salzach e.V.). Gerade junge Menschen zu begeistern, ihre Heimat selbst zu gestalten, dafür sprach sich Michael Pelzer (LAG Kreisentwicklung Miesbacher Land) aus. „Wenn das gelingt, habe ich gar keine Sorge vor der Zukunft.“ Wichtig für Anton Speer (LAG Zugspitz Region e.V.) war die Vernetzung der ganzen Alpenregion durch Kooperationsprojekte: „Dadurch wachsen wir zusammen.“ Für die neue Förderperiode ab 2020 hofft der Garmischer Landrat überdies, dass Kleinprojekte nach wie vor unterstützt werden.

Wer Ideen hat, der braucht als Motivation ebenso die nötigen Mittel. Auch das konnte Kaniber der Meinungsrunde deutlich entnehmen. „Damit die Menschen nicht aufgeben, werden wir in Zukunft alles daran setzen, das notwendige Geld, auch aus Europa, entsprechend zu holen und zu verhandeln“, sagte die Ministerin. Die Landwirtschaftsämter sollten dabei weiterhin ihre Beratungsfunktion wahren und die Menschen vor Ort motivierend unterstützen. Künftig ebenfalls gegeben sein sollte die Förderung kleiner Institutionen sowie freie Fördermöglichkeit, meinte Kaniber. „Die Gedanken zu Sorgen, wie Kooperationsprojekte mitfinanziert werden oder wenn die Antragsstellung schleppend läuft, das sind eigentlich alles unberechtigte Sorgen. Wir haben natürlich begrenzte Mittel. Aber wenn ein Projekt drin ist, dann ist es drin.“ Niemand soll zum Verlierer gemacht werden, betonte Kaniber und gab sich zuversichtlich: „Wir wollen ja starke Regionen. Nur Gewinner, nur voraus, für unsere Heimat!“

Zukunftsforscher Andreas Reiter aus Wien zeigte im weiteren Verlauf der Konferenz neue Wege zur erfolgreichen Entwicklung von Regionen auf und LAG-Manager Martin Kriner (Zugspitzregion) stellte das Kleinprojekte-Erfolgsmodell „Unterstützung Bürgerengagement“ vor. Eine Präsentation von Vorzeigeprojekten vermittelte anschließend die Vielfalt und den Mehrwert von LEADER. Am Nachmittag führten Exkursionen zu interessanten LEADER-Projekten ins Umland und ermöglichten den direkten Kontakt zu den Projektverantwortlichen. sko

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