Aufklärungsquote erneut gesteigert

Mehr Gewalt, weniger Einbrüche: Miesbacher Polizei zieht Bilanz für 2020

Polizist stoppt mit Kelle Fahrzeuge
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Über die Kriminalität und die Arbeit ihrer Beamten informierten die Leiter der Miesbacher Polizei bei den Sicherheitsgesprächen mit den Gemeinden im Zuständigkeitsbereich.
  • vonFridolin Thanner
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Miesbach/Landkreis – Die Polizeiinspektion Miesbach zieht Bilanz zum Corona-Jahr 2020. Neben vielen guten Nachrichten gibt es vor allem im Bereich Unfälle eher schlechte.

Die Polizeiinspektion (PI) Miesbach hat die Gemeinden in ihrem Dienstgebiet über die Kriminalität und Verkehrssicherheit informiert. Gerade die Unfallzahlen haben deutlich abgenommen. Aufgrund der Corona-Lage gab es kein zentrales Sicherheitsgespräch. Stattdessen besuchten Dienststellenleiterin Katharina Schreiber, ihr Stellvertreter Christian Redl, Verkehrssachbearbeiter Simon Irger und Kripoleiter Rainer Kehrer die Bürgermeister von Miesbach, Hausham, Schliersee, Fischbachau, Bayrischzell und Irschenberg in deren Rathäusern.

Insgesamt leben die Bürger vor Ort recht sicher. Mit 1.432 Straftaten 2020 hat die Miesbacher Polizei 40 weniger als im Jahr davor erfasst. Bei der Häufigkeitszahl, also der Zahl der Straftaten auf 100.000 Einwohner hochgerechnet, liegt der Miesbacher Dienstbereich mit 3.840 deutlich unter dem bayernweiten Wert von 4.528. Die niedrigste Kriminalitätsbelastung hat Fischbachau mit einer Häufigkeitszahl von 1.385. Für den Landkreis Miesbach liegt sie bei 3.856.

Aufklärungsquote um 5 Prozent gesteigert

Ihre Aufklärungsquote konnte die PI Miesbach nochmal im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 Prozent steigern und hat 75,2 Prozent der Täter geschnappt (Bayern: 68,1 Prozent, Landkreis Miesbach: 69,8 Prozent).

Aber in nicht allen Bereichen ist die Entwicklung positiv: So gab es 2020 drei versuchte und vollendete Tötungsdelikte, im Jahr davor keines. Die Zahl der Sexualdelikte verdoppelte sich auf 52. Laut Polizei ist das vor allem auf vermehrte Fälle von Verbreitung von Kinderpornografie etwa in sozialen Netzwerken zurückzuführen. Und auch bei den Rohheitsdelikten setzte sich der Trend fort: von 254 auf 271 Fälle.

Rauschgiftkriminalität rückläufig

Rückläufig waren hingegen die Rauschgiftkriminalität mit 146 Fällen (minus 29) und Vermögensdelikte mit 321 Fällen (2019: 403). „Unter diesen Deliktsbereich fallen auch Fälle des Computerbetrugs“, erklärt Christian Redl und ergänzt: „Der Anteil dieser Anzeigen ist im Verhältnis zur Gesamtanzahl der Fälle nicht auffällig.“

Für die Eigentumsdelikte meldet er einen Rückgang von 220 auf 183 Fälle. Die Anzahl der Wohnungseinbruchdiebstähle halbierte sich von zehn auf fünf. Bei den Sachbeschädigungen und Vandalismus blieb das Niveau mit 144 Taten gegenüber 143 im Jahr 2019 gleich. Gerade in diesem Deliktsbereich sei die Polizei sehr auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen, um die Aufklärungsquote deutlich steigern zu können, macht Redl deutlich.

Bewerbungen für Sicherheitswacht

Im Rahmen des Sicherheitsgesprächs mit den Gemeinden hat die Miesbacher Polizei auch über die neu eingerichtete Sicherheitswacht in der Gemeinde Schliersee berichtet. Bedingt durch die Einschränkungen im Rahmen der Corona-Pandemie verzögerten sich die Auswahl der Bewerber und deren Ausbildung.

Im Herbst 2020 ging es dann los. Es sind nun drei Ehrenamtliche aktiv im Gemeindebereich Schliersee unterwegs. „Die ersten Erfahrungen sind durchwegs positiv, insbesondere im Hinblick auf ein Plus an subjektiver Sicherheit in der Öffentlichkeit“, erklärt die Miesbacher Polizei. Sie würde sich über weitere Bewerber freuen, da noch drei Stellen offen sind.

Erfreulich ist die Entwicklung der Unfälle. Sie gingen im Vergleich zum Vorjahr um 8,9 Prozent auf 991 (2019: 1088) insgesamt zurück. Jedoch stieg die Zahl der Unfälle mit Personenschäden von 151 auf 173. Dabei wurden 214 Menschen verletzt (60 schwer). Auch gab es 2020 fünf Unfalltote zu beklagen.

Als Hauptursachen bei Unfällen mit Schwerverletzten nennt die Polizei zu schnelles Fahren sowie Fehler beim Abbiegen und Wenden. Bei 21 Unfällen spielte Alkohol eine Rolle. Tragisch ist vor allem, dass dabei zwei Menschen starben, drei schwer und zehn leicht verletzt wurden. Durchschnittlich hatten die Fahrer bei den 21 Unfällen 1,48 Promille im Blut. Bei den 96 Unfällen, die aufgrund von Raserei passierten, starben drei Menschen, 25 wurden schwer und 29 leicht verletzt.

Fahrradunfälle nehmen zu

21 Schwer- und 29 Leichtverletzte waren 2020 bei insgesamt 52 Fahrradunfällen zu beklagen. Bei weiteren 22 waren Pedelecs beteiligt. „Dabei wurden elf Personen schwer und zwölf Personen leicht verletzt“, berichtet die Polizei. Positiv: 2020 musste sie keine Schulwegunfälle aufnehmen.

Um gegen Raser vorzugehen, hat die Polizeiinspektion Miesbach im vergangenen Jahr 223 Geschwindigkeitsmessungen im Dienstbereich durchgeführt. „Dabei wurden 953 Verkehrsteilnehmer beanstandet. 239 davon waren im Anzeigenbereich. Zehn Verkehrsteilnehmer erhielten ein Fahrverbot“, teilt die Polizei in ihrem Bericht mit. ft

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