Verkehr soll besser geführt werden

Mehr Schutz für Radfahrer zwischen Gmunder Berg und Dürnbach

Münchner Straße in Gmund
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Auf der Münchner Straße sollen demnächst Schutzstreifen das Radfahren in Gmund sicherer machen. Für den schmalen Gmunder Berg soll es alternative Routen ab Stachus geben.
  • VonDaniela Skodacek
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Gmund – Ein Schutzstreifen an der Bundesstraße B318 nach Dürnbach soll Radfahrern mehr Sicherheit bringen. Der Gmunder Berg wird dabei aber zum Problem.

Auf ihrem Weg zur fahrradfreundlichen Kommune schaltet die Gemeinde Gmund wieder einen Gang höher: Künftig soll auf der viel befahrenen Münchner Straße der Radverkehr geführt werden. In seiner Aprilsitzung entschieden sich die Gemeinderäte dafür, eine günstige und schnell umsetzbare Maßnahme mit Alternativroute zum Nadelöhr Gmunder Berg weiterzuverfolgen.

Gmund hat sich zum Ziel gesetzt, Radfahren zu fördern. Doch wie kann das auch bei engen räumlichen Verhältnissen wie auf der Münchner Straße – einem Teilstück der B318 – umgesetzt werden? Damit beschäftigten sich die Gemeinderäte bereits online bei einer Infoveranstaltung Ende März.

Drei Varianten für Münchner Straße

Im Vorfeld wurden drei Varianten untersucht, wie der Radverkehr auf der Münchner Straße geführt werden kann. An dem virtuellen Treffen nahmen auch Vertreter des Agmunda-Arbeitskreises Verkehr sowie Philipp Herzog vom Stadt- und Verkehrsplanungsbüros Kaulen teil. Herzog hat die Faktoren Fahrbahnbreite, Höchstgeschwindigkeit, Bebauung am Straßenrand und Anzahl der Fahrzeuge auf der B318 analysiert.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats erklärte Bürgermeister Alfons Besel, dass die Verwaltung zur Variante 1 tendiere, die einen fast durchgängigen Fahrradschutzstreifen zwischen Gmund und Dürnbach vorsehe. In Fahrt­richtung Norden, also bergauf, sei ein auf der Fahrbahn markierter, einseitiger Schutzstreifen möglich.

Für Fahrradschutzstreifen – wie sie auch schon in Bad Wiessee das Straßenbild prägen – spreche vor allem, dass sie dem Radfahrer eine eigene Verkehrsfläche zuweisen, somit die Sichtbarkeit und Sicherheit erhöhen, und zudem schnell und kostengünstig zu realisieren wären. Auch die Agmunda favorisiere die erste Variante.

Skepsis bei Straßenverkehrsbehörde

Besel thematisierte aber auch die Skepsis von Peter Schiffmann, Leiter der Unteren Straßenverkehrsbehörde beim Landratsamt. Dieser kritisiere, sich ausschließlich auf die Variante 1 zu fixieren, und begründe dies mit der hohen Verkehrsbelastung der B318. Zudem sei die Straße Hauptzufahrt für Liefer- und Wirtschaftsverkehr des Tegernseer Tals, der sich ab dem Stachus links oder rechts um den See oder ins Louisenthal verteilt.

Vorteilhafter und nachhaltiger wären laut Schiffmann andere Varianten, insbesondere Variante 3. Diese sieht eine einseitige Führung des Radverkehrs im Seitenraum entlang der Münchner Straße sowie den Bau von Radwegen ab Ortsausgang Gmund (Straßer) vor. Variante 2 kombiniert Schutzstreifen in nördlicher Richtung und einen Radweg westlich ab Straßer.

Enge Schlucht am Gmunder Berg schwierig

Etliche Gemeinderäte hielten Fahrradschutzstreifen prinzipiell für eine gute Sache. In der engen Schlucht am Gmunder Berg allerdings seien Schutzstreifen eher schwierig und sogar gefährlich, weil Radler bergauf noch langsamer fahren und beim vorgeschriebenen Abstand von 1,5 Metern dort schlecht zu überholen seien.

Auf den Gehwegen allerdings funktioniere Radeln gar nicht mehr, besonders an schönen Wochenenden. Den Radverkehr speziell vom Gmunder Berg ab Stachus wegzubringen, sei daher zu überlegen. Als alternative Routen vorgeschlagen wurden der Neumüller- und der Oberstögerweg.

Gmunder Berg mit Alternativstrecke umfahren

Für Michael Huber (Grüne) sind Schutzstreifen auch keine Superlösung, aber als Fortbewegungsart habe Radfahren sehr viel Zukunft. Josef Stecher (FWG) befürwortete Variante 1 und den Schutzstreifen am Gmunder Berg. „Wir brauchen die Möglichkeit, auszuprobieren.“ Auch der Zweite Bürgermeister Herbert Kozemko (CSU), Referent für Straßen und Verkehr, sieht in der schnell umsetzbaren Variante 1 einen Versuch. „Funktioniert es nicht, muss sie wieder weg.“

Mit zwei Gegenstimmen beschlossen die Gemeinderäte schließlich, Variante 1 mit einem fast durchgängigen Fahrradschutzstreifen zwischen Gmund und Dürnbach zu bevorzugen. Der Gmunder Berg sei mit einer Alternativstrecke zu umfahren. Mit den Straßenbaubehörden soll nun eine rasche Umsetzung abgestimmt werden. Zudem könnte als weiterer Anhaltspunkt demnächst die Machbarkeitsstudie zum Radweg Gmund-Otterfing zur Verfügung stehen. sko

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