Bayernweiter Aktionstag

Worauf Tourengeher im Landkreis Miesbach in der Natur achten sollten

Sie sind dabei gewesen: (v.l.) Vertreter der lokalen DAV-Sektionen, der Bergwacht München, des Lawinencamps Bayern, der Gebietsbetreuung Werdenfelser Land, des DAV-Hauptverbandes, der Gebietsbetreuung Mangfallgebirge, der Alpenregion Tegernsee-Schliersee, des DAV München und des Landesamtes für Umwelt.
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Sie sind dabei gewesen: (v.l.) Vertreter der lokalen DAV-Sektionen, der Bergwacht München, des Lawinencamps Bayern, der Gebietsbetreuung Werdenfelser Land, des DAV-Hauptverbandes, der Gebietsbetreuung Mangfallgebirge, der Alpenregion Tegernsee-Schliersee, des DAV München und des Landesamtes für Umwelt.

Landkreis – Um Tourengeher auf fehlerhaftes Verhalten aufmerksam zu machen, hat jüngst der Aktionstag "Natürlich auf Tour" auch im Mangfallgebirge stattgefunden – mit einem neuen Rekord.

Der bayernweite Aktionstag „Natürlich auf Tour“ war auch im Mangfallgebirge ein voller Erfolg. 29 Helfer sprachen rund 750 Tourengeher oder Schneeschuhgeher an. Ziel des Aktionstages ist es, bei Skitouren- und Schneeschuhgehern mehr Verständnis und Sensibilität für ein umweltfreundliches Verhalten im winterlichen Gelände zu schaffen. Im ganzen Freistaat nahmen 120 Helfer teil und erreichten rund 2.500 Sportler – ein Rekord.

Im Landkreis Miesbach waren 29 Helfer unterwegs im Spitzinggebiet, am Hirschberg und am Breitenstein. Die Helfer rekrutierten sich aus Mitgliedern des Deutschen Alpenvereins und seiner lokalen Sektionen, aus der Gebietsbetreuung Mangfallgebirge, dem Landesamt für Umwelt, der Alpenregion Tegernsee-Schliersee, den bayerischen Staatsforsten, der Kreisgruppe Miesbach im Bund Naturschutz, dem Landesbund für Vogelschutz und den Mitgliedern verschiedener Bergwachten.

Der Aktionstag ist Bestandteil der Kampagne „Natürlich auf Tour“, die der Deutsche Alpenverein 2014 auf den Weg gebracht hat. Die Kampagne wird allgemein über die Medien und regional je nach Handlungsbedarf in den bayerischen Tourengebieten umgesetzt. Sie ist erforderlich geworden, weil sich längst nicht alle Wintersportler an die naturverträglichen Ski- und Schneeschuhrouten halten.

Welche Routen naturverträglich sind, haben der DAV und das bayerische Umweltministerium beziehungsweise das bayerische Landesamt für Umwelt im Rahmen des Projektes „Skibergsteigen umweltfreundlich“ und der Untersuchung „Wildtiere und Skilauf im Gebirge“ herausgefunden. Zwischen 1995 und 2013 sind dazu die gesamten bayerischen Alpen und grenzüberschreitende Teilbereiche Österreichs flächendeckend bearbeitet worden.

Wald-Wild-Schongebiete

Diese sensiblen Bereiche im Umfeld der üblichen Routen wurden als sogenannte Wald-Wild-Schongebiete ausgewiesen, die Wintersportler auf Basis der Freiwilligkeit meiden sollen. „Wir sind stolz darauf, dass wir für sämtliche Tourenberge Lösungen gefunden haben, denen die Vertreter der unterschiedlich betroffenen Behörden, Verbände und DAV-Sektionen zugestimmt haben. Wenn es uns jetzt noch gelingt, die Akzeptanz möglichst aller Tourengeher zu erzielen, hat sich die Arbeit wirklich gelohnt“, fasst Manfred Scheuermann das Ergebnis zusammen. Er begleitet das Projekt von Beginn an.

Freiwilliger Verzicht zum Schutz der Natur sei nur auf rund 20 Prozent der üblicherweise genutzten Fläche erforderlich. Damit würde niemandem zu viel abverlangt. So informieren auch im Mangfallgebirge unter anderem an Taubensteinparkplatz und Hirschberg Tafeln über naturverträgliche Ski- und Schneeschuhrouten sowie über die Wald-Wild-Schongebiete.

Situation im Mangfallgebirge

Stark wachsende Zahlen an Skitouren- und Schneeschuhgehern führen zu steigenden Belastungen für die Natur. Die Tourengebiete im Spitzinggebiet und am Hirschberg sind in dieser Hinsicht ein besonderer Brennpunkt: Dorthin zieht es sehr viele Wintersportler aus dem Großraum München. Und leider gibt es immer noch einige, die sich nicht an die wenigen einfachen Verhaltensregeln halten, die den Wintersport abseits gesicherter Skipisten naturverträglich machen.

So gehen seit Längerem die Bestände bedrohter Tierarten wie das Birkhuhn im Mangfallgebirge zurück, weil neben anderen Ursachen die ausgewiesenen Wald-Wild-Schongebiete nicht respektiert werden. In vielen Fällen ist das gar keine Absicht, sondern schlicht eine Folge von Unkenntnis. An dieser Stelle setzt der Aktionstag mit seinem breiten Informationsangebot an. ksl

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