Fällungen rücken näher

Landkreis prüft weiteres Vorgehen gegen ALB in Miesbach

Der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) sorgt dafür, dass rund 5.000 Gehölze in Miesbach gefällt werden müssen.
+
Der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) sorgt dafür, dass rund 5.000 Gehölze in Miesbach gefällt werden müssen.

Miesbach – Der Landkreis gibt nicht auf in Sachen ALB, obwohl die Fällungen in Miesbach immer näher rücken. Die Behörde prüft weiter, ob dieses Vorgehen korrekt ist.

Das Verwaltungsgericht in München hat die ALB-Eilanträge des Landkreises Miesbach abgelehnt. Dieser hatte Einspruch gegen die Allgemeinverfügungen der Landesanstalten für Landwirtschaft sowie Wald und Forstwirtschaft eingelegt zum Vorgehen gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB).

Das Verwaltungsgericht begründet den ablehnenden Entscheid damit, dass wegen der zwingenden vorrangigen Anwendbarkeit des EU-Durchführungsbeschlusses „fachliche Zweifel an der Aufnahme der Pflanzenarten in die Liste an dieser Stelle damit nicht relevant sind“. Auf die fachlich begründeten Zweifel an der EU-Liste der spezifizierten Pflanzen wurde vonseiten des Verwaltungsgerichts damit aus Sicht des Landkreises nicht ausreichend eingegangen, teilt Sprecher Birger Nemitz mit. Der Gefahrenabwehr zur schnellen Bekämpfung des ALB werde höhere Bedeutung beigemessen, als den nach Ansicht des Landkreises weiterhin bestehenden erheblichen fachlichen Zweifeln an der ordnungsgemäßen Zusammensetzung der Liste der spezifizierten Pflanzen und den daraus folgenden Konsequenzen für diese.

Der Landkreis Miesbach ist als Grundstückseigentümer derzeit nicht direkt von den Fällmaßnahmen betroffen. Er hat nun die Möglichkeit, innerhalb von zwei Wochen Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof einzulegen. Von dieser Möglichkeit werde der Landkreis jedoch keinen Gebrauch machen, erklärt Birger Nemitz. „Es ist davon auszugehen, dass es noch einige Zeit dauern würde, bis eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs ergeht“, sagt er. „Aufgrund des derzeit unklaren Ausgangs wird den Belangen, dass sich der Käfer in der Hauptflugzeit nicht weiter ausbreiten kann und geschützte Vögel in ihrer Bruttätigkeit erheblich gestört werden, vonseiten des Landkreises Vorrang eingeräumt.“

Ganz aufgeben will der Landkreis aber nicht. Er werde im Rahmen des sogenannten Hauptsachverfahrens weiter klären lassen, ob die Liste der Europäischen Union zu den spezifizierten Pflanzen fachlich fundiert erstellt wurde. „Es bestehen weiterhin erhebliche fachliche Zweifel an der Zusammensetzung dieser Liste“, teilt Birger Nemitz mit. „Auf der Liste stehen 15 spezifische Baumgattungen und 29 Wirtspflanzen. Nach Meinung des Landkreises sollte sich die Allgemeinverfügung beschränken auf die fünf großen Baumgattungen: Ahorn, Birke, Kastanie, Pappel und Weide.“

In Miesbach sollen Ende Februar und Anfang März bis zu 5.000 Gehölze gefällt werden, damit sich der ALB nicht weiter verbreitet. Knapp die Hälfte davon hat einen Brusthöhendurchmesser von weniger als fünf Zentimetern. Aber auch alte, über Jahre gewachsene Bäume werden fallen. ksl

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mit vielen Ideen und Erfahrung! Standortförderin Koppa will „Dinge in die Hand nehmen und umsetzen“
Mit vielen Ideen und Erfahrung! Standortförderin Koppa will „Dinge in die Hand nehmen und umsetzen“
Corona und die Finanzen: Stadtrat Tegernsee diskutiert über Investitionen
Corona und die Finanzen: Stadtrat Tegernsee diskutiert über Investitionen
Gewerbegebiet wird zum Grünland
Gewerbegebiet wird zum Grünland

Kommentare