Landkreis scheitert

ALB: Verwaltungsgericht lehnt Eilanträge ab – Bäume dürfen gefällt werden

Es werden wegen des Asiatischen Laubholzbockkäfers noch viele Bäume in Miesbach gefällt werden müssen.
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Es werden wegen des Asiatischen Laubholzbockkäfers noch viele Bäume in Miesbach gefällt werden müssen.

Miesbach – Der Landkreis scheitert mit seinen ALB-Eilanträgen. Das Verwaltungsgericht in München lehnt diese ab, sodass mit den Fällungen begonnen werden kann.

Schlechte Nachricht für die Stadt Miesbach: Der Landkreis ist mit seiner Anfechtungsklage gegen die Allgemeinverfügung gescheitert. Das Verwaltungsgericht hat entschieden, dass zur Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) die Entfernung bestimmter Gehölzgattungen verlangt werden darf. Das hat das Verwaltungsgericht am Montag (17. Februar) mitgeteilt. Damit werden nicht nur die sogenannten Big Five gefällt.

Der fachliche Naturschutz am Landratsamt hatte argumentiert, dass es ausreichend sei, Ahorn, Kastanie, Birke, Pappel und Weide im Fällradius zu entnehmen. Und nicht wie in der Allgemeinverfügung angeordnet 17 Baumarten. Dazu gehören unter anderem auch Erle, Hainbuche, Haselnuss, Buche, Esche, Linde, Ulme und Vogelbeere. Für diese sei wissenschaftlich nicht belegt, dass sie sich als Lebensraum für den vollständigen Entwicklungszyklus des ALB eigneten. Eine Entfernung der Pflanzen sei angesichts dieser unsicheren wissenschaftlichen Erkenntnislage und der mit dem Eingriff in die Natur einhergehenden ökologischen Schäden unverhältnismäßig.

Die Einschätzung des Landratsamtes teilt das Gericht nicht. Es hat laut seiner Mitteilung „sowohl die ökologischen Konsequenzen, die sich durch die Entfernung der Pflanzen ergeben, als auch die negativen Auswirkungen auf das Ortsbild berücksichtigt“. EU-Recht schreibe jedoch vor, dass über die Big Five hinaus auch die weiteren benannten Pflanzen innerhalb eines Umkreises von 100 Metern um befallene Pflanzen zu fällen sind. Dass in der Vergangenheit schwerpunktmäßig ein ALB-Befall bei den Big Five festgestellt worden sei, ändere daran nichts, da die benannten Pflanzen vom Unionsrecht ausdrücklich in eine Liste der zu fällenden Pflanzen aufgenommen seien, erklärt das Gericht.

Zudem sei in der Vergangenheit in Europa auch ein Ausweichen des ALB auf andere Laubholzgattungen als die fünf Haupt-Wirtsbäume festgestellt worden. Die Eignung der benannten Pflanzen als ALB-Lebensraum sei daher nachvollziehbar. Angesichts der von der EU getroffenen Einordnung des ALB als für die Natur besonders folgenreicher Schädling sei die Entfernung der Gehölze auch nicht unverhältnismäßig, zumal es derzeit an weniger eingreifenden, aber vergleichbar wirksamen alternativen Mitteln wie Insektiziden zur Bekämpfung des ALB fehle.

Gegen die Beschlüsse kann der Landkreis Miesbach innerhalb von zwei Wochen Beschwerde beim bayerischen Verwaltungsgerichtshof einlegen. ft

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