Im Inge-Gabert-Haus der AWO

Wie Senioren in Miesbach von einem Computer fit gehalten werden

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Spielen für die Wissenschaft: Fünf Senioren nehmen an der Studie zu computerbasiertem Training teil.

Miesbach – Senioren am Bildschirm: Das Bild ist eher ungewohnt, aber im Inge-Gabert-Haus in Miesbach nun dank einem computerbasierten Trainingsprogramm Normalität.

Das AWO-Seniorenzentrum in Miesbach nimmt an einer deutschlandweiten Studie zum Thema „Computerbasiertes Trainingsprogramm für Senioren“ teil. Damit ist das Inge-Gabert-Haus eine von zwei Einrichtungen in Bayern, die dafür ausgewählt wurden. „Wir wollen dadurch die Beweglichkeit, die Koordination sowie die geistigen Fähigkeiten unserer Senioren auf moderne Weise verbessern und entwickeln“, erklärt Einrichtungsleiterin Rosi Holzapfel. Das Projekt dauert ein Jahr.

Kinder und Jugendliche, die vor einem Bildschirm sitzen und spielen: ein vertrautes Bild. Im AWO-Seniorenzentrum wird nun genauso gezockt. Fünf Senioren nehmen seit Oktober vergangenen Jahres an einer wissenschaftlichen Studie der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin in Zusammenarbeit mit der Barmer-Krankenkasse und der Charité teil. Mit einem extra für ältere Menschen geschaffenen Computerprogramm, der Memore-Box, trainieren die Senioren dreimal pro Woche.

Die therapeutischen Spielmodule sind darauf ausgelegt, ein gesundes Altern zu unterstützen. Bewährte Übungen aus Physiotherapie und Kognitionstraining wurden auf spielerische Weise umgesetzt. Wenn die Spieler beispielsweise auf einem virtuellen Motorrad Hindernissen ausweichen, trainieren sie dabei Reaktionsvermögen sowie Stand- und Gangsicherheit. Gedächtnis und Erinnerung sollen die Memore-Spiele durch Fragen und Navigationsaufgaben fördern. Zugleich verlieren die Senioren durch die Anwendung Hemmungen vor modernen Medien.

Die bei jedem Spiel gesammelten Daten landen übers Internet sofort bei der Hochschule in Berlin. Außerdem müssen die Miesbacher Mitspieler aus dem AWO-Zentrum alle acht Wochen einen speziellen Fragebogen beantworten. Rosi Holzapfel ist schon jetzt begeistert. Denn auch nach drei Monaten spielen die fünf Teilnehmer aus ihrem Haus noch begeistert wie am ersten Tag. ft

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