4.600 Gehölze kommen weg

ALB in Miesbach: Fällungen starten – mit einer Ausnahme

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Weil der Asiatische Laubholzbockkäfer in Miesbach auftauchte, müssen viele Bäume weg. Am Montag beginnen die Arbeiten.

Miesbach – Trotz Corona-Krise beschäftigt der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) die Stadt Miesbach weiterhin. Am Montag beginnen die Fällungen – mit einer Ausnahme.

Am Montag (23. März) soll es losgehen. Dann werden rund 4.600 Gehölze in Miesbach gefällt, um den Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) wieder loszuwerden. Der sogenannte Quarantäneschädling war im August 2019 gefunden worden. Nun werden im 100-Meter-Kreis um die nachweislich vom ALB befallenen Bäume die vorgeschriebenen Laubgehölzgattungen entnommen, teilt die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) mit. Sie hat auch eine gute Nachricht für die Stadt: Im Waitzinger Park dürfen 20 Linden stehen bleiben, die erhoffte Ausnahmegenehmigung wurde erteilt. Für Riviera und Hallenwald gibt es aber keine.

LfL und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen rechnen mit etwa sechs bis acht Wochen, dann sollen die Fällungen erledigt sein. „Zuerst werden Gehölze im südlichen Bereich der Befallszone sowie Verdachtsbäume entnommen“, heißt es in der LfL-Mitteilung. Betroffen sind sowohl private als auch städtische Grundstücke, die Eigentümer wurden bereits informiert. Im Anschluss geht es im Hallenwald am Harzberg weiter. „Von dort aus wird innerhalb der Befallszone in südliche Richtung weiter gearbeitet“, erklärt die LfL.

Im Waitzinger Park gibt es eine Ausnahmeregelung für 20 Linden. Diese wurden als geschützte Landschaftsbestandteile deklariert. „Nach eingehender Prüfung erfüllen sie in ihrer Gesamtheit das Kriterium des besonderen kulturellen Wertes“, erklärt LfL-Sprecherin Elke Zahner-Meike. Damit dürfen diese 20 Bäume stehen bleiben. Für den Hallenwald und die Riviera war die Stadt mit ihren Ausnahmeanträgen hingegen nicht erfolgreich. Dort war aber auch die Hoffnung aufgrund deutlich schwierigerer Argumentation wesentlich geringer. Immerhin konnte doch für den Waitzinger Park viel gerettet werden.

In den 100-Meter-Radien müssen rund 13 spezifizierte Pflanzen weg, vor allem Ahorn und Esche. Von den rund 4.600 Gehölzen weisen etwa 60 Prozent einen Brusthöhenstammdurchmesser von weniger als 6 Zentimetern auf. Das gefällte Holz wird von Experten und ALB-Spürhunden kontrolliert, verdächtige Stücke kommen in Quarantäneboxen und ins Labor. Das verbleibende Holz wird gehäckselt und innerhalb von 24 Stunden verbrannt. „Nach Abschluss und Auswertung der Fäll­aktion informiert die LfL über die Ergebnisse und das weitere Vorgehen gegen den gefährlichen Laubholzschädling“, kündigt die Behörde an. Fest steht, dass sich das Antlitz der Stadt gravierend verändern wirdft

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