Viel gefeiert, hart gearbeitet

Miesbach blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück / Weiter viel zu tun in der Stadt

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Der Einladung zum wegen des K-Falls um zwei Wochen verschobenen Miesbacher Neujahrsempfang folgten zahlreiche Gäste. Bürgermeisterin Pongratz berichtet über das Jubiläumsjahr und stellte die Herausforderungen der Zukunft dar.

Miesbach – Beim Neujahrsempfang der Stadt im gut besuchten Saal des Kulturzentrums Waitzinger Keller ließ kürzlich Bürgermeisterin Ingrid Pongratz das Jubiläumsjahr 2018 Revue passieren und gab einen Ausblick auf zukünftige Herausforderungen, die auf Miesbach zukommen. Deutliche Worte fand sie auch zum Streit um die Ausweitung der Wasserschutzzone (wir haben berichtet).

Anlässlich der Jubiläen 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Miesbach und 100 Jahre Stadterhebung war das vergangene Jahr in Miesbach tatsächlich ein Jahr des Feierns. Pongratz zählte viele abwechslungsreiche Veranstaltungen im Bereich Kultur, Freizeit und Sport aber auch literarische Highlights aller Art auf, mit denen Vereine und einzelne Bürger zum gelungenen Gesamtpaket beitrugen.

Natürlich wurde aber nicht nur gefeiert. Zahlreiche Projekte wurden angegangen, die den Stadtrat weiterhin beschäftigen werden. Dazu gehört die Neugestaltung des Marktplatzes. Ein Thema, das wie Pongratz sagte, die Gemüter nicht nur im Stadtrat bewegt. Sie selbst frage sich, ob „unsere gute Stube Marktplatz“ jetzt schöner, zweckdienlicher und verkehrssicher geworden ist. Anfreunden konnte sie sich mit den neuen Bänken und Abfallbehältern. „Mit den anderen Maßnahmen setze ich mich aber kritisch auseinander. Es muss jetzt erst einmal Zeit ins Land gehen. Veränderungen sind ja selten willkommen“, nahm sie sich selbst in die Pflicht. Im Sommer möchte der Stadtrat den Marktplatz einer Evaluation unterziehen und Pongratz hofft, dass sich möglichst viele Bürger beteiligen. Fakt ist, wie sie erklärte, dass die Umstellung des Wochenmarktes mit der Neugestaltung aber gar nichts zu tun hatte. Dessen Neustrukturierung war notwendig, um die nötige Rettungsgasse sicherzustellen. „Auch hier muss man sich an die neue Situation erst einmal gewöhnen“, bat sie um Verständnis.

Ständige Zuwendung brauchen die Schulen, um den Kindern einen „möglichst angenehmen und sicheren Arbeitsplatz“ zu bieten. Das ist nicht immer einfach. So sollte 2018 eine Brandschutzmaßnahme an der Grundschule umgesetzt werden, wofür aber kein einziges Angebot einging. „Die gute Konjunktur am Bau hat auch ihre Tücke“, sagte Pongratz und hofft, dass bei der erneuten Ausschreibung heuer ein Angebot abgegeben wird.

Weiterhin wurde die Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen auf den Weg gebracht. Um diese staatlich verordnete Pflichtaufgabe zu erfüllen, hat sich der Stadtrat mit einer geringen Mehrheit entschlossen, das ehemalige Kloster in ein Kinderhaus umzubauen. Keine leichte Aufgabe, da das gesamte Areal unter Denkmalschutz steht. Weil die Planungsleistungen den Schwellenwert von 220.000 Euro überschritten, musste europaweit ausgeschrieben werden. Zumindest dafür wurden aber Angebote gemacht. Der Umbau soll im Winter 2019/2020 beginnen, die Inbetriebnahme ist für 2021 angepeilt. Das ernüchternde Urteil der Bürgermeisterin: „Die aktuellen Vorschriften kosten Zeit und Geld, und wir haben bereits eine nicht unerhebliche Summe verbraten, ohne dass nur ein Hammerschlag getan ist.“

Eine weitere „Baustelle“ ist die Sanierung respektive der Neubau des Warmfreibads. Wie Pongratz sagte, hat der Stadtrat die Kosten dafür auf 2,5 Millionen Euro ohne Architekten- und Ingenieurleistungen gedeckelt: „Wir müssen sehen, was wir uns wann leisten können. Ich kann nur hoffen, dass uns die Technik nicht im Stich lässt und die Bade­saison 2019 gut verläuft.“ Wegen fehlender Richtlinien ist offen, ob es einen Zuschuss aus dem vom Freistaat Bayern in Aussicht gestellten Zuschussprogramm für die Sanierung von Bädern wie dem in Miesbach gibt.

Als kommunaler Kostentreiber erster Güte gilt der Straßenbau. Als „Hausnummer“ nannte Pongratz die Investitionssumme von 1,1 Millionen Euro, die für 250 Meter Vollausbau der Münchner Straße zu berappen waren: „Uns ist bewusst, dass die Straßen teilweise in einem grauenhaften Zustand sind, aber wir können aus Kostengründen immer nur abschnittsweise sanieren oder neu ausbauen.“

Es wurde also vergangenes Jahr nicht nur gefeiert, sondern auch vieles auf die Schiene gesetzt. Nun heißt es weiterhin die Ärmel hochkrempeln. Pongratz sieht dem gespannt aber unaufgeregt gegenüber und stellte zum Abschluss ihrer Ansprache fest: „Wir alle dürfen doch sehr zufrieden und dankbar sein.“ hac

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