Kreisausschuss bewilligt weitere Mittel

Wie viel die Corona-Pandemie den Landkreis Miesbach kostet

Innenminister Joachim Herrmann (2.v.r.) und Landtagspräsidentin Ilse Aigner (r.) haben im März Miesbach besucht, als die Corona-Krise viele neue Herausforderungen für den Landkreis – damals als Hotspot des Virus – brachte.
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Innenminister Joachim Herrmann (2.v.r.) und Landtagspräsidentin Ilse Aigner (r.) haben im März Miesbach besucht, als die Corona-Krise viele neue Herausforderungen für den Landkreis – damals als Hotspot des Virus – brachte.

Landkreis – Erneut hat der Kreisausschuss Mittel bewilligt, um die Corona-Pandemie im Landkreis Miesbach zu bewältigen. Diesmal ging es um 500.000 Euro.

Der Kreisausschuss hat in einer extra dafür anberaumten Sitzung weitere 500.000 Euro genehmigt, um die Corona-Krise im Landkreis Miesbach zu bewältigen. Am 22. April wurden bereits 2,5 Millionen Euro von den Gremien bereitgestellt. Die Mittel wurden vorrangig für den Einkauf von persönlicher Schutzausrüstung benötigt. Für zwei besonders von der Ausbreitung von Covid-19 betroffene Einrichtungen musste der Landkreis zusätzlich Kosten aufwenden.

Zu Beginn der Pandemie war persönliche Schutzausrüstung Mangelware. Die Führungsgruppe Katastrophenschutz musste große Anstrengungen unternehmen, um mithilfe regionaler Unternehmen überhaupt Material zu bekommen, da Lieferungen der Staatsregierung ausblieben.

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Schutzkittel waren beispielsweise auf dem Markt vollständig vergriffen, sodass die Führungsgruppe kurzerhand lokale Schneidereien engagierte. Die Preise, zu denen Material von der Führungsgruppe Miesbach beschafft wurde, waren zwar im Vergleich zu den Marktpreisen sehr gering – zum Beispiel bei FFP2-Masken, deren regulärer Preis vor Corona bei 2,38 Euro lag und deren Marktpreis während der Krise auf 13,52 Euro stieg, die das Landratsamt Miesbach jedoch zu einem Einkaufspreis von 3,82 Euro erwerben konnte.

Dennoch verschlang die Beschaffung bisher rund 2 Millionen Euro. Über 200 Bedarfsträger aus dem medizinischen Bereich wurden von der Führungsgruppe Katastrophenschutz mit der persönlichen Schutzausrüstung versorgt. Die meisten können sich inzwischen wieder selbst mit Material auf dem freien Markt versorgen.

Gleichzeitig gingen vor Kurzem größere Lieferungen des Landesamtes für Lebensmittelsicherheit und Gesundheit ein. Die Bestände sind nun also gut gefüllt. Das Zentrallager des Landkreises soll nun so umgestaltet werden, dass immer ein etwa Drei-Monats-Bedarf vorrätig ist, um bei möglichen erneuten Ausbrüchen schnell reagieren zu können.

Neben dem Beschaffen der Schutzausrüstung schlagen vor allem die beiden besonders von Covid-19 betroffenen Einrichtungen in Schliersee zu Buche. Dafür wurden bisher knapp 100.000 Euro ausbezahlt, etwa 45.000 Euro stehen noch aus. Die Führungsgruppe Katastrophenschutz musste unter anderem für die Unterbringung der Bundeswehr, die Lohnkosten der Pflegehelfer sowie Leihgebühren für Geschirrmobil und Kühlwagen in Vorleistung gehen. Auch in der besonders betroffenen Einrichtung für Menschen mit Behinderungen war der finanzielle Aufwand des Landkreises groß. Die Kosten werden den Betreibern in Rechnung gestellt.

Bisher wurden rund 2,77 Millionen Euro im Landkreis ausbezahlt, um die Corona-Krise zu bewältigen. Zumindest anteilig werden die Kosten wohl über die Regierung von Oberbayern und die Staatsregierung übernommen. Wie viel genau, ist noch offen. ksl

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