Kritik aus dem Stadtrat

Spielplätze geöffnet, Bolzplätze zu: Das steckt hinter der Regel in Miesbach

Kein Fußball: Wegen Corona wird hier nicht gekickt. Der Bolzplatz „Am Gschwendt“ in Miesbach bleibt gesperrt.
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Kein Fußball: Wegen Corona wird hier nicht gekickt. Der Bolzplatz „Am Gschwendt“ in Miesbach bleibt gesperrt.

Miesbach – In Miesbach wird Kritik an der Corona-Strategie laut. Im Stadtentwicklungsausschuss hat nun Markus Seemüller gefordert, die strengen Regeln aufzuheben.

Die einen finden sie übertrieben, die anderen finden, es dürften mehr sein: Die Hygienevorschriften im Zuge der Corona-Pandemie stoßen auf ganz unterschiedliche Meinungen. Und es erschließt sich nicht jedem der Sinn aller Auflagen. Nicht zuletzt, weil es Handlungsspielräume gibt und nicht überall gleich bewertet wird. Nicht mal in einer Stadt, wie Markus Seemüller nun kritisierte.

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Der Stadtrat der Freien Wähler forderte im Stadtentwicklungsausschuss eine Linie, die der Bürger nachvollziehen könne. Konkret ging es ihm um das Warmfreibad sowie Bolz- und Spielplätze. Während letztere – obwohl da keineswegs mehr Abstand eingehalten werde – geöffnet seien, dürfen Kinder und Jugendliche nicht auf dem Platz beim Friedhof in Miesbach Fußball spielen. „Entweder beides auf oder beides zu“, lautete Seemüllers klare Ansage. Auch, dass die Stadt im Miesbacher Bad Bänke abmontieren hat lassen und die Rutsche gesperrt ist, versteht Seemüller nicht. Fischbachau etwa zeige, dass es auch anders gehe. Die restriktive Handhabung in der Kreisstadt sorge für Ärger in der Bevölkerung, der auch an ihn herangetragen werde, sagte Seemüller.

Im Warmbad, erklärte Bürgermeister Gerhard Braunmiller, gebe es einen Personalengpass, weshalb nicht ausreichend desinfiziert werden könne. Und bezüglich des Bolzplatzes verwies er darauf, dass die Stadt in der Haftung stehe. Braunmiller berief sich auf die geltenden Vorschriften, als Seemüller etwas Fingerspitzengefühl und gesunden Menschenverstand einforderte. Und zum weiteren Hinweis des Rates, aus dem Landratsamt gebe es keine verbindliche Aussage, vielmehr dürften die Kommunen – unter Beachtung der Hygieneregeln – selbst entscheiden, sagte Braunmiller: „Das Ordnungsamt hat eine Anfrage beim Landratsamt gestellt.“

Die Antwort stand ebenso aus wie die auf die Nachfrage von Aline Brunner (FWG) nach einem Hygienekonzept für den Funcourt am Warmfreibad. Wie Brunner erklärte, habe sie schon im Mai nach einer Öffnung des Funcourts gefragt. Übrigens ebenso wie Grünen-Stadträtin Malin Friese, berichtete Brunner. „Was ist mit dem Hygienekonzept?“, fragte Brunner. Braunmiller versprach, auch diesbezüglich nachzuhaken.

Wie die Stadt dann mitteilte, wird sich vorerst nichts ändern. Das heißt, Bolzplätze bleiben gesperrt. Sie werden nämlich anders bewertet als Kinderspielplätze, die von der Staatsregierung freigegeben wurden. Bei Sportanlagen sei das anders. Und während bei Vereinssport zumindest die Teilnehmer bekannt seien und registriert würden, sei das bei einem öffentlichen Bolzplatz nicht möglich. Auch der Funcourt bleibt geschlossen. Die Stadt hält also weiter an einer restriktiven Handhabe fest und verweist auf die Vorschriften. ft

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