Padre Enrique beeindruckt

Miesbachs Ehrenbürger Pfarrer Heinrich Rosner erzählt von seiner Arbeit in Südamerika

Bürgermeister Gerhard Braunmiller (r.) und Pfarrer Heinrich Rosner im Rathaus
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Bürgermeister Gerhard Braunmiller (r.) hat Pfarrer Heinrich Rosner ins Rathaus eingeladen. Weitere Ehrenbürger sollen folgen.

Miesbach – Miesbachs Ehrenbürger Pfarrer Heinrich Rosner ist seit 1971 in der Seelsorge in Südamerika tätig. Nun ist er mal wieder auf Heimatbesuch gewesen.

„Die Ehrenbürger unserer Stadt haben sich große Verdienste um Miesbach erworben. Mir als neuem Bürgermeister ist es ein Anliegen, diese besonderen Menschen persönlich kennen zu lernen“, sagt Gerhard Braunmiller. Geplant hat er eine lockere Reihenfolge persönlicher Gespräche. Den Auftakt machte seine Einladung an Pfarrer Heinrich Rosner, der jüngst zu einem Besuch ins Rathaus kam – und auch von Treffen mit Päpsten erzählte.

Im Anschluss zeigte sich Braunmiller tief beeindruckt von Pfarrer Rosner, der seit 1971 in der Seelsorge in Südamerika tätig ist und dort seit seiner Pensionierung 2008 mit überpfarreilichen Aufgaben in der Erzdiözese Quito (Ecuador) betraut ist. Rosner erlebte als Achtjähriger den Einmarsch der amerikanischen Soldaten in Miesbach, wurde 1965 in Freising zum Priester geweiht und war Anfang der 1970er Jahre in einem Stadtteil der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires als Seelsorger tätig. Dort traf er auch Jorge Bergoglio, der seit März 2013 als Papst Franziskus die Geschicke der katholischen Kirche leitet.

Tief beeindruckt von der Not der südamerikanischen Bevölkerung, fasste Rosner den Entschluss, in Südamerika zu bleiben und wurde Padre Enrique. Bei Indios in Ecuador kämpfte er von 1976 bis 1991 für Bildung, soziale Gerechtigkeit und medizinische Versorgung. Der praktisch veranlagte Campesino-Pfarrer zeigte seinen Pfarrkindern, wie man eine landwirtschaftliche Kooperative gründet und leitet und sich damit eine eigene Zukunft aufbaut. 1978 besuchte Joseph Kardinal Ratzinger, der spätere Papst Benedikt, die Pfarrgemeinde in Ecuador.

Nicht lange danach wurde Heinrich Rosner zum Vertreter der deutschen Weltpriestermissionare (Fidei Donum) berufen. Letzte Station seines Vor-Ort-Engagements war die Flughafenpfarrei Tababela in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito.

Ruhe und Erholung fand der Seelsorger immer bei seinen Urlaubsaufenthalten in Miesbach, wo er 1990 auch sein 25-jähriges Priesterjubiläum feierte. Im gleichen Jahr wurde Rosner vom damaligen Bürgermeister Konrad Schweinsteiger zum Ehrenbürger ernannt. Inzwischen hat Pater Enrique sein Goldenes Priesterjubiläum gefeiert – 2015 mit einem Dankgottesdienst in der Stadtpfarrkirche. Ein Ruhestand ist aber nicht in Sicht.

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Stattdessen traf Rosner nebenbei bei einer Dschungeldurchquerung auf eine bislang unentdeckte Indiogruppe, die Waorani, die er seither betreut. Und schließlich wartete 2020 seine bisher schlimmste Bewährungsprobe: Corona suchte den südamerikanischen Subkontinent mit aller Härte heim. „Die Krise stellt alles bisher Dagewesene in den Schatten“, schrieb Pfarrer Rosner in einem Brief an seine Heimatgemeinde und bat um Spenden. Über 20.000 Euro kamen zusammen, die komplett den Notleidenden zugute kamen. „Er lebt eine tief empfundene Menschlichkeit in der Nachfolge Jesu Christi“, sagte Braunmiller über Rosner. „Dazu ist er ein tatkräftiger und positiver Mensch, der vieles angepackt und gemeinsam mit anderen zu einem guten Ende gebracht hat.“ ft

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