Geld für Miesbach

Deshalb erhält die evangelische Kirchengemeinde 250.000 Euro

Freude über den Leader-Förderbescheid für Miesbach: (v.l.) Michael Pelzer, Simon Kortus, Erwin Sergel, Tanja Brügmann (Mitglied im Bauausschuss der Kirchengemeinde), Sebastian Wittmoser, Johannes Wegmann und Betty Mehrer.
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Freude über den Leader-Förderbescheid für Miesbach: (v.l.) Michael Pelzer, Simon Kortus, Erwin Sergel, Tanja Brügmann (Mitglied im Bauausschuss der Kirchengemeinde), Sebastian Wittmoser, Johannes Wegmann und Betty Mehrer.

Miesbach – Die evangelische Kirchengemeinde in Miesbach erhält einen Leader-Förderbescheid über 258.500 Euro. Das Geld wird für einen spirituellen Marktplatz genutzt.

Bei der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Miesbach herrscht große Freude: Für das geplante offene Begegnungs- und Bildungszentrum gibt es eine stattliche Leader-Förderung. Die Zuschusssumme beläuft sich auf gut 258.500 Euro. Das Besondere an dem Bauvorhaben ist die breite Bürgerbeteiligung – von der Idee bis zur konkreten Ausgestaltung.

Im Rahmen eines Pressegesprächs am Freitag vergangener Woche (17. Januar) lobte Pfarrer Erwin Sergel das große gemeinschaftliche Engagement. Bekanntlich arbeitet an der Neugestaltung des evangelischen Lebens in Miesbach die gesamte Kirchengemeinde. „In den vergangenen Wochen war die Barrierefreiheit ein großes Thema“, berichtete Sergel und wies darauf hin, dass man diesbezüglich mit einem Seh- und Hörbehindertenverband im Gespräch sei. Was die Nutzung des neuen Zentrums angeht, nannte der Geistliche zwei Schwerpunkte: Kinder- und Jugendarbeit sowie Musik.

Wie sich die Wünsche und Anforderungen baulich umsetzen lassen, damit beschäftigte sich der Schlierseer Architekt Johannes Wegmann. Seine Planung greift das bestehende Ensemble auf und erweitert es um zwei Baukörper: ein multifunktionales Atrium zwischen Kirche und Gemeindehaus und ein eingeschossiger Holzbau, der sich ans Pfarrhaus anschließt. Zumal kirchlichen Gebäuden eine besondere Bedeutung zukomme, „dürfen sie durchaus anders aussehen als Wohnhäuser“, erklärte Wegmann. Geradezu ins Schwärmen geriet er, als er über das Atrium sprach. Das verbindende, aber transparente Gebäude eröffne durch die Glaswände eine Durchsicht in Richtung Stadt. „Eine Wandvertäfelung strahlt Wärme aus. Es ist ein Willkommensort“, sagte der Architekt, der sogar eine kleine Bühne für Lesungen oder Kunstausstellungen eingeplant hat. Darüber hinaus ist der lichtdurchflutete Raum direkt an Kirche und Sakristei angebunden. Auch für Live-Übertragungen aus der Kirche sei das Atrium gut geeignet, freute sich Sergel. So würde es Familien mit kleinen Kindern, die nicht die ganze Zeit still sitzen könnten, ermöglicht, den Gottesdienst mitzufeiern.

Der schlichter ausfallende Holzbau am Pfarrhaus füge sich laut Wegmann in die Parklandschaft an der Schlierach ein und soll unter anderem Platz für Büro und Besprechungsraum bieten. Es sei wichtig, einen Architekten zu haben, der die Menschen mitnehme, lobte Betty Mehrer, Vertrauensfrau des Kirchenvorstandes, und stellte zufrieden fest: „Wir bauen gemeinsam.“ Michael Pelzer, Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Miesbacher Land, wertete das Leader-Projekt als herausragend und sinnstiftend und meinte: „Ihr setzt ein sichtbares Zeichen.“ Seine lobenden und anerkennenden Worte galten auch Leader-Manager Simon Kortus für dessen professionelle Unterstützung bei der Antragstellung. Die für sämtliche Konfessionen offene Begegnungs- und Bildungsstätte bezeichnete Pelzer als spirituellen Marktplatz für alle.

Die Gesamtausgaben zur Umgestaltung des Areals der evangelischen Kirche Miesbach werden mit rund 2,1 Millionen Euro beziffert. Dank des Leader-Zuschusses ist die Kirchengemeinde der Finanzierung schon ein gutes Stück näher gerückt. „Das ist die höchste Summe, die bisher im Landkreis Miesbach vergeben wurde“, ließ Sebastian Wittmoser, Leader-Koordinator am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Rosenheim, wissen. Erläuternd merkte er an: „Das Projekt hat die Voraussetzungen zur Förderung mit Leader besonders gut erfüllt, sodass die LAG einer Überschreitung der Obergrenze von 200.000 Euro zustimmte.“ Laut Pfarrer Sergel habe die Landeskirche Bayern 750.000 Euro zugesagt, 450.000 Euro bringe die Kirchengemeinde Miesbach an Eigenmitteln ein. Das Fundraising habe bislang 253.000 Euro (63 Prozent) eingespielt. „Im Frühsommer sollen die Arbeiten beginnen“, verkündete Wegmann. Ziel der Fertigstellung sei noch vor Weihnachten. rei

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