Im Waitzinger Keller

Fotoausstellung von Katalin und Sopi von Sopronyi widmet sich Füßen

Lange Zeit als Tanzlehrerin tätig, lud Fotografin Sopi von Sopronyi die Vernissagebesucher zu mehr Freude an der Bewegung ein. Für den Rhythmus sorgte Otto Traub.
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Lange Zeit als Tanzlehrerin tätig, lud Fotografin Sopi von Sopronyi die Vernissagebesucher zu mehr Freude an der Bewegung ein. Für den Rhythmus sorgte Otto Traub.

Miesbach – Füße treten in den Fokus bei der Fotoausstellung von Katalin und Sopi von Sopronyi im Waitzinger Keller.

Trommelklänge ertönten vom ersten Stock des Waitzinger Kellers bis ins Erdgeschoss. Sie luden die Besucher zur Vernissage der neuen Ausstellung. Die widmet sich einem Körperteil, der oft nicht die gebührende Aufmerksamkeit erhält – „Füße“. Diesem tragenden Element sind über 40 Bilder von Sopi und Katalin von Sopronyi gewidmet. Sie scheinen wie Portraits – nur eben nicht im üblichen, gewohnten Sinne.

Vernachlässigt würden die Füße oft, seien aber so elementar, sagte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz bei der Begrüßung. „Wenn sie weg sind, wie wollen wir uns bewegen?“ Dabei outete sie sich auch als Fan des Gehens ohne Schuhwerk: „Es gibt doch nix Schöneres, als barfuß im Sand zu gehen oder im Tau – das liebe ich.“ Dementsprechend freut sie sich über eine wunderbare Ausstellung mit aussagekräftigen Bildern im Waitzinger Keller.

Über die Entstehung selbiger berichtete Laudatorin Marion Luserke als Freundin der Künstlerin. Sopi von Sopronyi und ihre 2011 verstorbene Schwester Katalin hätten beide unabhängig voneinander das fotografische Thema bearbeitet, auch ohne dies zu wissen. Während der eineinhalbjährigen Begleitung bis zum Tod Katalins habe man versprochen, die Fotos nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Daraus entstanden drei Bücher – und eben jene Ausstellung der geschwisterlichen Arbeiten. Luserke findet, dass wir alle Fußspuren hinterlassen, die möglichst Spuren der Liebe und des Friedens sein mögen. Unsere Füße würden uns durch das Leben tragen, Freiheit geben – eine beglückende Lebensqualität. Durch die Fotografien seien die porträtierten Füße aus der Anonymität in die Welt der Kunst erhoben worden.

Sopi von Sopronyi selbst entschied sich nicht für eine Rede, sondern für eine weitere Ausdrucksform ihres musischen Talentes. Zum Trommeln auf der Djembele seitens ihres ehemaligen Schülers Otto Traub forderte die Tanzlehrerin alle auf, ihrem Bewegungsdrang freien Lauf zu lassen. Durch das lebendige Temperament der Künstlerin war es ihr ein Leichtes, den Saal zum Tanzen zu bringen, unter anderem auch lokale Politiker wie Pongratz und ihren Stellvertreter Paul Fertl. Nach den Eingangsworten sicherlich mit einem höheren Bewusstsein für die Leistung, die die Füße jedem Menschen erbringen.

Selbiges stellt sich auch beim Betrachten der Fotografien ein. Sie entstanden im Senegal, in Thailand, Indien und Nepal, sind nicht einfach nur hervorragende Darstellungen im interessanten fotografischen Schnitt auf das Wesentliche, sondern erzählen dem Betrachter Geschichten, lassen für die Füße empfinden.

Zu sehen ist die Ausstellung im Waitzinger Keller in Miesbach (Schlierseer Straße 16) bis Sonntag, 22. März, jeweils Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag, von 9 bis 16 Uhr, Mittwoch, von 9 bis 12, und Samstag, von 9 bis 13 Uhr, sowie bei Veranstaltungen.

So etwa, wenn ein Fischer sie als Arbeitswerkzeug einsetzt, als Gegenhalt beim Ausbessern seiner Netze. Ein nepalesischer Geschäftsmann wiederum signalisiert bei seinen Ruhepausen mit in der offenen Tür zu sehenden Füßen, dass der Kunde ihn gerne ansprechen kann und er seine Siesta unterbricht. Die Füße eines Kindes stehen durch zwei flache Steine erhöht vor einem Mauerring, daneben ein großer Krug. Wasser im Haus ist in Nepal ein Luxus. Die Kinder müssen es vom Brunnen holen. Abgesehen von diesen Arbeitssituationen bietet die Ausstellung eine große Reihe weiterer Eindrücke – Füße von Menschen jeden Alters, in verschiedensten Situationen. Im Gegensatz zu den sonst weit verbreiteten Gesichtsporträts wird das andere Ende des menschlichen Körpers und dessen Wichtigkeit umfassend, respekt- und liebevoll gewürdigt. maf

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