Arbeit im Stillen

Helden der Tafel: Langjährige Helfer in Miesbach gewürdigt

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Sie sorgen dafür, dass die Tafel reich gedeckt ist: BRK-Kreisgeschäftsführer Robert Kießling (3.v.r.), Stellvertreterin Isolde Besel (2.v.l.), Tafel-Verantwortliche Ute Krause (2.v.r.) sowie (v.r.) Annelie Waskes (10 Jahre), Franz Daumoser (10), Brunnhilde Cyllok (10), Ulla Dafelmeier (15), Karlheinz Seybold (5) und Heidi Hilgenrainer (15).

Miesbach – Seit 15 Jahren gibt es die Tafel in Miesbach. Deren Helfer sind jüngst gewürdigt worden. Findet ihre Arbeit doch oft im Stillen statt und mit Fingerspitzengefühl.

Eigentlich ist die Tafel ein echtes Erfolgsmodell. Doch weil Armut ein Thema ist, über das keiner gerne spricht, leisten die Tafel-Helfer ihren wichtigen Beitrag zum Gemeinwohl im Stillen. Dieser Tage wurde ihnen gedankt.

Armut wird immer noch als Makel empfunden. Weil sie die Betroffenen ausgrenzt, wird sie lieber versteckt. Wer also eisern sparen muss, um mit einem kleinen Budget auszukommen, ist zwar auf Hilfen angewiesen, freut sich aber, wenn dies möglichst unbemerkt bleibt. Eine besonders effektive und sinnvolle Hilfe ist die Tafel. Sie macht es sich zunutze, dass in Deutschland fast die Hälfte aller Lebensmittel auf dem Müll landet – während auf der anderen Seite Hunderttausende von Menschen am Existenzminimum leben.

Das Prinzip der Tafel ist einfach: Lebensmittelproduzenten und Lebensmittelhandel spenden Waren, diese werden eingesammelt und möglichst kostenlos an Bedürftige ausgegeben. Die erste Tafel wurde 1993 in Berlin eingerichtet und machte schnell Schule – 2019 existierten deutschlandweit 947 dieser Einrichtungen.

Die Tafel in Miesbach wurde vor 15 Jahren ins Leben gerufen. Die Idee kam schon 2003 von Ingrid Pongratz und Eva Maier, die sich an das Bayerische Rote Kreuz (BRK) wandten und dort bei Isolde Besel offene Türen einrannten. Besel, heute stellvertretende Kreisgeschäftsführerin des BRK, begann unverzüglich mit der Realisierung. Heute sind es über 30 Firmen – Bäckereien, Metzgereien, Lebensmitteleinzelhandel und Discounter sowie Cafés und viele mehr –, die in Miesbach, Hausham, Schliersee, Neuhaus und Weyarn die Tafeln unterstützen. Jeder, der einen Berechtigungsschein hat, kann sich mittwochs in Hausham und samstags in Miesbach in den Ausgabestellen mit Lebensmitteln versorgen.

„Wir achten sorgfältig auf den Schutz der Privatsphäre“, sagt die Tafel-Verantwortliche für Miesbach und Hausham, Ute Krause, beim Interview am Telefon. „Unsere Helfer in Miesbach und Hausham sind sehr aufmerksam und haben echtes Fingerspitzengefühl.“ Alle Arbeit für die Tafel wird ehrenamtlich gestemmt. Über 20 Helfer sind aktuell im Einsatz, um den Warenstrom zu bewältigen, die Ausgabe zu bewerkstelligen und anschließend alles picobello zu putzen. Das erfordert von den Ehrenamtlichen in beiden Orten nicht nur Verantwortungsgefühl und Idealismus, sondern eine hohe Einsatzbereitschaft.

Sie zu würdigen, war BRK-Kreisgeschäftsführer Robert Kießling, Vize-Kreisgeschäftsführerin Isolde Besel und der Tafel-Verantwortlichen Ute Krause ein Anliegen. Über den gelungenen Abend in der Vorweihnachtzeit freuten sich vor allem die langjährigen Mitarbeiter der Tafel: Zusammengerechnet sind die sechs am längsten amtierenden Mitarbeiter schon seit 65 Jahren für die Bedürftigen im Landkreis im Einsatz. vwo

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