Bilanz nach dem Lockdown

Miesbach hofft auf bessere Zeiten für die Kultur

Die verschiedenen Sparten des Waitzinger Kellers betraf der Lockdown besonders.
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Die verschiedenen Sparten des Waitzinger Kellers betraf der Lockdown besonders.

Miesbach – Auf bessere Zeiten nach dem Corona-Lockdown hofft man im Kulturbereich.

Im Waitzinger Keller in Miesbach war und ist man hierbei in mehrerer Hinsicht betroffen. Zum einen was den Spielbetrieb und das Programm angeht, zum anderen durch das Freie Landestheater Bayern, das im Waitzinger Keller sein Stammhaus hat. Auch das Culinaria musste massive Einschränkungen erfahren, ebenso die Volkshochschule, die im Haus Räumlichkeiten nutzt. Einen umfassenden Sachstandsbericht gab es hierzu im Kultur- und Tourismusausschuss. 

Am 12. März musste der Spielbetrieb eingestellt werden, wie Miesbachs Bügermeister Gerhard Braunmiller erklärte. „40 Veranstaltungen haben nicht stattgefunden. Rund 20 Projekte sind auf Herbst 2020 oder Frühjahr 2021 verschoben. 900 Kartenverkäufe mussten rückabgewickelt werden. Wir haben die Zeit genutzt, um die Technik zu optimieren. Seit 25. Mai sind die Mitarbeiter in Kurzarbeit“, lautete seine Bilanz. Ein neues Programm wird wohl ab Mitte September veröffentlicht, da derzeit nicht klar ist, wie dann die Regelungen sind. 

Auch das Culinaria musste mit Einschränkungen und Einbußen kämpfen, wie Betreiber Christian Maß berichtete. Drei Monate keine Einnahmen, vier Monate keine Öffnung abends und der Verlust der Cateringaufträge ergaben sich durch Corona. Die Maßnahmen seien sicher sinnvoll gewesen, aber „das fühlt sich an wie ein schlechter Traum“, beschrieb es Maß. Dabei verwies er darauf, dass er inzwischen „Verantwortung für mehr als zehn Familien“ habe. Aufgeben war jedoch keine Option für ihn und Mitbetreiberin Margreth Nirschl. „Wir haben uns entschieden: Es kann nur einen Weg aus der Krise geben und der bedeutet Flucht nach vorn.“ Dementsprechend nutzte man im Culinaria die Zeit für eine Umgestaltung des Restaurants und die Erweiterung des Gartens, auch als Zeichen für ein langfristiges Engagement. Vom Team des Waitzinger Kellers sei man in jeder Hinsicht unterstützt worden. 

Die Volkshochschule (Vhs) erwischte der Lockdown zwei Wochen nach Semesterbeginn, wie Vorstand Alfred Mittermaier aufzeigte. Seit 1997 ist die Institution im Waitzinger Keller, hat dort zwei Seminar- und drei Sporträume sowie eine Werkstatt. Nun sei ein gesamtes Semester weggebrochen, sagte der Vorstand. Beeindruckt zeigte er sich davon, dass die Kurs- teilnehmer teils ihre Gebühren gespendet hätten. Ab 22. Juni sei man nun wieder vorsichtig gestartet. Wegen der Vorschriften seien die Räume aber nur mit der Hälfte oder einem Drittel der Teilnehmer nutzbar. Weitere Probleme ergäben sich dadurch, dass EDV-Räume in der Mittelschule und ein Raum der Oberlandwerkstätten als Kursorte weggebrochen seien. Ein größerer Raum im Waitzinger Keller helfe der Vhs zwar, sei aber keine Dauerlösung, erklärte Mittermaier. Sein Resümee: „Wir haben einen Riesenmehraufwand und hoffen auf bessere Zeiten im Laufe des Jahres.“ 

Das Freie Landestheater Bayern (FLTB) traf Corona ebenso hart, wie Waitzinger Keller-Mitarbeiterin Veronika Leo aufzeigte. Nach der Generalprobe des Stückes „Anatevka“ ging nichts mehr. Zwölf Vorführungen entfielen. Formate für kleinere Veranstaltungen seien entwickelt worden. Die Veranstalter seien aber verunsichert, würden teils Termine bis Dezember absagen. Durch Zuschüsse konnte eine Insolvenz abgewendet werden. Vorstellungen im Waitzinger Keller wären derzeit nur vor halb leerem Saal möglich und somit unrentabel. „Beim FLTB wartet man ab, ob es weitere Lockerungen im Herbst gibt. Die Zukunft ist ungewiss“, schloss Leo. Dabei hoffe man, dass heuer noch kleinere Produktionen des FLTB im Programm des Waitzinger Kellers untergebracht werden könnten. Kleinere Formate war auch das Stichwort für Verena Assum (CSU). Ihre Vorschläge: eventuell Veranstaltung analog dem Kellerbrettl, Kino, Kabarett, Musik. „Wir müssen erst mal schauen, was möglich ist,“ verwies Braunmiller auf die Situation. maf

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