17 Jahre für die Heimatstadt

Letzter Neujahrsempfang als Miesbachs Bürgermeisterin

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Viele Hände – mehr als je zuvor bei einem Neujahrsempfang der Stadt – schüttelte Miesbachs scheidende Bürgermeisterin Ingrid Pongratz am vergangenen Sonntag. Vor dem Foyer des Waitzinger Kellers bildete sich eine lange Schlange.

Miesbach – 17 Jahre ist Ingrid Pongratz Bürgermeisterin ihrer Heimatstadt Miesbach. Beim Neujahrsempfang gab es einen ersten kleinen Abschied.

Es sind zwar noch knapp vier Monate, bis Miesbach von einem neuen Rathaus­chef oder einer neuen Chefin regiert wird. Dennoch avancierte die Ansprache der Ersten Bürgermeisterin Ingrid Pongratz beim diesjährigen Neujahrsempfang bereits zu ihrer Abschiedsrede. Sichtlich gerührt reagierte sie auf die stehenden Ovationen am Ende ihres umfassenden Rückblicks auf 2019 sowie das Stadtgeschehen in ihrer fast 17-jährigen Amtszeit.

Zum letzten Mal begrüßte die scheidende Rathauschefin am vergangenen Sonntag (12. Januar) die geladenen Gäste im Foyer des Waitzinger Kellers persönlich mit Handschlag – vor dem Eingang bildete sich eine lange Schlange. „Noch nie sind so viele Leute wie heuer gekommen“, freute sich Pongratz und versicherte, dass sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge am 30. April aus ihrem Amt ausscheiden werde. „Da ist Walpurgisnacht. Ich glaube, da werde ich meinen Besen nehmen müssen und zum Blocksberg fliegen, damit ich mich mit meinen anderen Hexen treffen kann“, scherzte sie in ihrer Begrüßungsrede. Trotz aller Höhen und Tiefen habe es ihr immer viel Spaß gemacht, ihre Heimatstadt zu entwickeln. Dies gelinge alles nur, wenn man mit dem Stadtrat gemeinsam an einem Strang ziehe, betonte Pongratz.

In ihrem Rückblick, zunächst auf das Jahr 2019, bedankte sich die Bürgermeisterin für das unglaubliche Engagement aller Beteiligten, die beim Katastrophenfall im Januar geholfen haben. „Seien Sie gewiss, dass ich diese Bereitschaft nie vergessen werde.“ Kritik musste die Stadtspitze bei der Bürgerversammlung im April für fehlende Kinderbetreuungsplätze einstecken. „Ich gebe zu, dass ich die aktuelle Situation unterschätzt habe“, sagte Pongratz und verwies auf die organisierte Containeranlage sowie die Pläne, aus dem ehemaligen Kloster ein Kinderhaus zu machen, das 2022 in Betrieb gehen könnte. Die neu organisierte Mittagsbetreuung in Miesbach und der Kinderhort erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit, resümierte Pongratz. Zudem hat die Stadt das Benefiziatenhaus an der Kolpingstraße von der katholischen Kirchenstiftung übernommen und möchte den bestehenden Kinderhort sanieren.

Neben umfassenden Spielplatzerneuerungen in mehreren Stadtteilen erwähnte die Bürgermeisterin einige Straßenbauprojekte und Bauvorhaben, die 2019 fertiggestellt werden konnten. Auch für das Warmbad steht eine Sanierung an. „Mal sehen, wann diese verwirklicht werden kann. Der Stadtrat hat bereits ein deutliches Votum zum Erhalt dieser beliebten Einrichtung gegeben.“

Ein Thema, das die Miesbacher in den nächsten vier Jahren auf jeden Fall beschäftigen wird, ist der Asiatische Laubholzbockkäfer. Die ersten Fällungen sollen im Februar beginnen. „Das Miesbacher Stadtbild wird sich in Teilbereichen erheblich ändern.“ Die Stadt hofft jedoch, dass die Linden im Waitzinger Park vollständig sowie die Bäume im unteren Drittel des Hangs am Harzberg zumindest teilweise erhalten bleiben. Die Bürgermeisterin verwies am Sonntag nochmal explizit darauf, dass der Fritz-Freund-Park nicht von den Fällungen betroffen ist. Falsch seien außerdem Aussagen, die Stadt würde das untere Hangdrittel bebauen wollen. „Ich bitte die Bevölkerung um Unterstützung und Mithilfe, denn nur gemeinsam können wir den Käfer beseitigen.“

Ingrid Pongratz gab zu, dass das Jahr 2019 „nicht unbedingt ein Highlight“ in ihrer bisherigen Amtszeit war. So erinnerte sie anschließend noch ausführlich an viele politische Projekte und kulturelle Ereignisse in Miesbach, die sich seit ihrem Amtsantritt 2003 getan haben. sko

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