Kommunalwahl 2020

Diese vier Frauen und fünf Männer wollen Miesbacher Landrat werden

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Amtsinhaber Wolfgang Rzehak (M.) will im Amt bleiben. Doch acht weitere Kandidaten wollen ebenfalls Landrat werden: (links, v.o.) Christine Negele, Ursula Lex, Angela Sterr und Gisela Hölscher sowie (rechts, v.o.) Olaf von Löwis, Andreas Hallmannsecker, Martin Beilhack und Alois Ostermair.

Landkreis – Mit neun Kandidaten gibt es so viele Anwärter auf den Posten des Miesbacher Landrats wie noch nie. Amtsinhaber Wolfgang Rzehak tritt ebenso an wie Olaf von Löwis, Christine Negele, Ursula Lex, Angela Sterr, Gisela Hölscher, Andreas Hallmannsecker, Martin Beilhack und Alois Ostermair.

So viele Kandidaten wie noch nie. Neben Amtsinhaber Wolfgang Rzehak (Bündnis 90/Die Grünen) wollen acht Frauen und Männer Miesbacher Landrat werden: Olaf von Löwis (CSU), Christine Negele (SPD), Ursula Lex (FDP), Angela Sterr (Die Linke), Gisela Hölscher (Freie Wähler), Andreas Hallmannsecker (FWG), Martin Beilhack (Bayernpartei) und Alois Ostermair (AfD). Wir haben den neun Kandidaten Fragen zu ihren Zielen und Vorstellungen gestellt.

Bündnis 90/Die Grünen: Wolfgang Rzehak

Was zeichnet Sie für das Amt des Landrats aus?

Meine langjährige kommunalpolitische Erfahrung als Gemeinderat, Kreisrat und als Landrat sowie mein Studium zum Diplom-Verwaltungswirt (FH) helfen mir bei meiner täglichen Arbeit. Ich habe den Vorteil, dass ich mich nicht erst mühsam in dieses Amt einarbeiten muss.

Was sind Ihre Hauptziele, die sie erreichen wollen, wenn Sie wiedergewählt werden?

Weiterhin solide Haushaltspolitik und massiver Schuldenabbau; Zukunftsinvestitionen in Bildung, Klimaschutz und die Verkehrswende; bezahlbarer Wohnraum für Jung und Alt; keine Privatisierung öffentlicher Einrichtungen; Erhalt unserer wunderschönen Landschaft und unserer Heimat.

Wie soll es bezüglich der Wasserschutzzone weitergehen und wie lässt sich da neuer Streit vermeiden?

Das seit Jahrzehnten strittige Thema wird erst dann befriedet sein, wenn Rechtssicherheit herrscht. Dazu braucht es ein ergebnisoffenes und transparentes Verfahren. Da dieses auf Anweisung der Staatsregierung durchgeführt wird, wäre es wünschenswert, wenn deren Vertreter den Mut hätten, sich der Landkreisbevölkerung zu erklären.

Welche Chancen sehen Sie, das Verkehrsproblem im Landkreis durch den ÖPNV zu lösen?

Landrat Wolfgang Rzehak (52) ist verheiratet und hat zwei Töchter. Der Diplom-Verwaltungswirt gehört dem Kreistag bereits seit 1996 an.

Wir brauchen den MVV-Beitritt, den 30-Minuten-Takt bei der BOB, den Ausbau der Schieneninfrastruktur und die bessere Anbindung der Busse an die Bahn. Aber auch das eigene Verhalten ist zu überdenken: Statt mit dem Auto kann vieles auch mit dem Fahrrad beziehungsweise zu Fuß oder mit Bus und Bahn erledigt werden.

CSU: Olaf von Löwis of Menar

Was zeichnet Sie für das Amt des Landrats aus?

Es fällt mir schwer, mich selbst zu loben. Die einstimmige Wahl der Bürgermeisterkollegen zu ihrem Sprecher könnte aber als Hinweis dienen, dass ich als Holzkirchner Bürgermeister möglicherweise einiges richtig gemacht habe.

Was sind Ihre Hauptziele, die Sie erreichen wollen, sollten Sie gewählt werden?

Diplom-Forstwirt Olaf von Löwis ist Bürgermeister von Holzkirchen. Der 65-Jährige (verheiratet, zwei Kinder, drei Enkel) ist Kreisrat seit 2008 und seit 2018 Bezirksrat.

Das Landratsamt soll wieder als bürgerfreundliche Behörde geschätzt und seine Entscheidungen transparent und nachvollziehbar vermittelt werden. Die politischen und die verschiedenen Interessensvertretungen unseres Landkreises arbeiten respekt- und vertrauensvoll zusammen. Das gilt für das Erreichen wichtiger Ziele wie zum Beispiel Reduzieren des Kfz-Verkehrs, Schaffen bezahlbaren Wohnraums, Erhalt eines zukunftsfähigen Krankenhauses Agatharied in kommunaler Trägerschaft und Ausbau der Bildungsangebote.

Wie soll es bezüglich der Wasserschutzzone weitergehen, wie lässt sich da neuer Streit vermeiden?

Ein faires, transparentes Verfahren gehört ebenfalls zu meinen Hauptzielen. Ich möchte alle Beteiligten an einen Tisch bringen, um eine tragfähige Lösung auf Augenhöhe herbeizuführen. Ein externer Experte soll zur Klärung beitragen.

Welche Chancen sehen Sie, das Verkehrsproblem im Landkreis durch den ÖPNV zu lösen?

Der ÖPNV kann dann nachhaltig helfen, wenn die Nutzung einfach, zuverlässig und kostengünstig angeboten wird. Die Umsetzung des Nahverkehrsplans muss sofort begonnen werden. Gemeinsam mit dem Kreistag können die finanziellen und personellen Voraussetzungen geschaffen werden. Dafür setze ich mich ein. Wir brauchen eine vernetzte Mobilität und eine funktionierende Fahrgastinfo!

SPD: Christine Negele

Was zeichnet Sie für das Amt der Landrätin aus?

Meine großen Stärken sind auf Menschen zuzugehen, sie zu begeistern und zu überzeugen, quer zu denken. Ich kann bei komplexen Fragestellungen mit Vertretern unterschiedlicher Interessen konstruktive Lösungen entwickeln und bin eine gute Mediatorin. Als Vorstandsvorsitzende in der Sozialwirtschaft trug ich bereits personelle und finanzielle Verantwortung.

Was sind Ihre Hauptziele, die Sie erreichen wollen, sollten Sie gewählt werden?

Christine Negele (61, zwei Kinder) leitet einen Kliniksozialdienst und ist Betriebsratsvorsitzende. Die Sozialpädagogin ist im SPD-Kreisvorstand und Kreisrätin seit 2008.

Mir ist das Wichtigste, dafür zu sorgen, dass niemand aus diesem Landkreis wegziehen muss, weil die Miete und das Leben hier nicht mehr bezahlbar sind. Dazu braucht es günstige Wohnungen in neuen Wohnformen, die auch soziale und ökologische Fragen beantworten. Und ich will eine kontinuierliche Bürgerbeteiligung bei weitreichenden politischen Richtungsentscheidungen einführen.

Wie soll es bezüglich der Wasserschutzzone weitergehen und wie lässt sich da neuer Streit vermeiden?

Das Verfahren wird fortgesetzt. Auf dem Rechtsweg muss gegen die Stadt München eine Mengenbegrenzung bei der Entnahme und das Verbot des Weiterverkaufs durchgesetzt werden.

Welche Chancen sehen Sie, das Verkehrsproblem im Landkreis durch den ÖPNV zu lösen?

Kurzfristig können wir das Anruf-Sammel-Taxi neu konzipieren und bewerben. Dann brauchen wir eine deutliche Taktverdichtung und günstigere Preise. Gleichzeitig muss der Individualverkehr durch Vorrang von Bussen per Ampelschaltung unattraktiver gemacht werden.

FDP: Ursula Lex

Was zeichnet Sie für das Amt der Landrätin aus?

Ich habe mich nach meiner Lehre weitergebildet und bin heute als Betriebswirtin (HWK) Geschäftsführerin im eigenen familiären Unternehmen. Deswegen kenne ich die Abläufe einer Verwaltung gut und weiß sowohl um die bürokratischen Zwänge von Oben als auch um die Probleme der Mitarbeiter vor Ort.

Was sind Ihre Hauptziele, die Sie erreichen wollen, sollten Sie gewählt werden?

Ursula Lex (55) ist verheiratet und hat zwei Kinder. Die Betriebswirtin ist seit 2010 FDP-Kreisvorsitzende und gehört seit dem vergangenen Jahr dem Kreistag an.

Ich möchte die Abläufe im Landratsamt durch ein Qualitätssystem verbessern, bei dem Kosten/Nutzen sowie die Zusammenarbeit mit Bürgern und Behörden bewertet und stetig verbessert werden. Wichtig dabei ist ein aktives Bürger-Reklamationswesen. Die Bürger sind letztendlich die Kunden des Landratsamtes.

Wie soll es bezüglich der Wasserschutzzone weitergehen und wie lässt sich da neuer Streit vermeiden?

Selbst wenn sich durch erneute Vertragsprüfung eventuell keine neue Rechtslage ergeben würde, muss man mit dem Umweltministerium neu verhandeln. Ich weiß, inzwischen ist den Beteiligten klar, dass mit starkem Widerstand zu rechnen ist, wenn man hier gegen den Willen der Landkreisbevölkerung entscheidet.

Welche Chancen sehen Sie, das Verkehrsproblem im Landkreis durch den ÖPNV zu lösen?

Eine höhere Taktung und Erweiterung des öffentlichen Nahverkehrs ist unumgänglich, aber auch ein Langzeitprojekt. Zur Lösung muss man an vielen Punkten ansetzen, zum Beispiel intelligente Ampelschaltungen und mehr Kreisverkehre, Ausbau des Radwegnetzes und kein Denkverbot für Tunnel oder Umgehungen.

Die Linke: Angela Sterr

Was zeichnet Sie für das Amt der Landrätin aus?

Angela Sterr (28, ledig) ist gelernte Einzelhandelskauffrau und arbeitet als Pflegehelferin und Servicekraft. Seit Oktober 2019 ist sie Mitglied bei Die Linke.

Ich bin in Miesbach aufgewachsen und kenne daher Land und Leute. Mir liegen die Bedürfnisse und Sorgen der Bürger am Herzen. Dafür möchte ich mich einsetzen. Als Politikneuling bin ich unbefangen und bringe junge Ideen in die teils veralteten Politikstrukturen des Landkreises ein. Bei der Linken stehen soziale Themen sicherlich mehr im Fokus als bei anderen Parteien.

Was sind Ihre Hauptziele, die Sie erreichen wollen, sollten Sie gewählt werden?

Ganz klar die Förderung des sozialen Wohnungsbaus sowie die Verbesserung und der Ausbau des ÖPNV. Diese beiden Bereiche betreffen einen sehr großen Teil der Bevölkerung unmittelbar und müssen daher schnellstmöglich angegangen werden. Außerdem steht der Punkt Jugendarbeit oben auf der Agenda.

Wie soll es bezüglich der Wasserschutzzone weitergehen, wie lässt sich da neuer Streit vermeiden?

Es müssen definitiv Gespräche mit den Münchner Stadtwerken und den betroffenen Bürgern/Gemeinden geführt und neue Verträge ausgehandelt werden. Über 100 Jahre alte Rechte, Knebelverträge und der Weiterverkauf des Wassers durch die Stadtwerke dürfen nicht weiterhin hingenommen werden.

Welche Chancen sehen Sie, das Verkehrsproblem durch den ÖPNV zu lösen?

Sehr große Chancen. Meiner Meinung nach ist es der einzig effektive Weg, den ÖPNV auszubauen und attraktiver zu gestalten, um dem Verkehrsproblem entgegenzuwirken. Des Weiteren muss die Barrierefreiheit deutlich gefördert werden. Die Nachhaltigkeit in Form von innovativen Fortbewegungsmethoden gehört ebenfalls dazu. Stichwort Wasserstoffzüge.

Freie Wähler: Gisela Hölscher

Was zeichnet Sie für das Amt der Landrätin aus?

Bei mir steht der Mensch im Mittelpunkt. Als berufstätige Mutter in verantwortungsvoller Position arbeite ich schnell, gut organisiert und zielorientiert. Gemeinsam mit den Bürgern und Kommunen will ich unseren Landkreis liebens- und lebenswert erhalten und fit für Zukunft machen.

Was sind Ihre Hauptziele, die sie erreichen wollen, sollten Sie gewählt werden?

Das Landratsamt soll ein moderner, zeitgemäßer Dienstleister werden. Gemeinsam mit den Mitarbeitern setze ich dies um. Alle Bürger sollen kompetente und schnelle Unterstützung für ihre Anliegen bekommen, sowohl persönlich als auch digital. Eine Bürgersprechstunde ist für mich selbstverständlich.

Wie soll es bezüglich der Wasserschutzzone weitergehen, wie lässt sich da neuer Streit vermeiden?

Gisela Hölscher (54, verheiratet, drei Kinder) ist in der Creweinsatzplanung bei Lufthansa tätig. Die Waakirchner Gemeinderätin ist FW-Kreisvorsitzende.

Als Landrätin ist es meine Aufgabe, auch bei einem Verwaltungsakt das Wohl meines Landkreises im Auge zu haben. Ich würde Streit vermeiden durch eine gerichtliche Klärung der sogenannten Altrechte und dem Weiterverkauf an Umlandgemeinden. Es darf auch nicht sein, dass Kinder bis 18 Jahre in München in unserem Wasser kostenlos baden dürfen und in unserem Landkreis Bäder ums finanzielle Überleben kämpfen.

Welche Chancen sehen Sie das Verkehrsproblem durch den ÖPNV zu lösen?

Ein gut funktionierender ÖPNV kann den Schönwetterstau entlasten. Zusätzlich benötigen wir ein überregionales Mobilitätkonzept. Unseren Pendlern kann durch den ÖPNV der Verkehrsstau erspart werden. Ein funktionierender Fahrplan, ein zuverlässiger Halbstundentakt und günstige Preise sind hier wichtig. Für mich als Landrätin wäre dies Chefsache.

FWG: Andreas Hallmannsecker

Was zeichnet Sie für das Amt des Landrats aus?

Wie in meinen bisherigen 30 Jahren Kommunalpolitik auch werde ich völlig unparteiisch, korrekt, sachorientiert, zielgerichtet und menschlich diese verantwortungsvolle Aufgabe ausüben. Nicht nur reden und verwalten, sondern handeln und gestalten ist meine Devise.

Was sind Ihre Hauptziele, die Sie erreichen wollen, sollten Sie gewählt werden?

Andreas Hallmannsecker (63) ist seit zwölf Jahren Valleyer Bürgermeister. Der Mechanikermeister war vorher Sachverständiger. Er ist verheiratet und hat vier Kinder.

Das Landratsamt wird eine Dienstleistungsbehörde für die Bevölkerung werden. Das Krankenhaus in Agatharied muss in kommunaler Hand bleiben. Die Landkreisfinanzen solide verwalten – keine Sondertilgungen, sondern Geld für Sonderaufgaben wie zum Beispiel Krankenhaus, MVV-Beitritt, Infrastruktur und vieles mehr. Gute Rahmenbedingungen für Bildung und Betreuung vom Kleinkind bis zu den Senioren. Erhalt von Natur und Umwelt im Einklang mit Gewerbe, Handwerk, Landwirtschaft und Tourismus.

Wie soll es bezüglich der Wasserschutzzone weitergehen, wie lässt sich da neuer Streit vermeiden?

Der Landrat ist Herr des Verfahrens – es wird ein rechtlich und fachlich korrektes Verfahren mit einer genauen Prüfung der behaupteten Altrechte durch amtliche und unabhängige Sachverständige durchgeführt. Die Betroffenen werden gehört und entsprechend abgewogen.

Welche Chancen sehen Sie, das Verkehrsproblem im Landkreis durch den ÖPNV zu lösen?

Ein Lösungsansatz ist der MVV-Beitritt. Mehr Kapazitäten auf Gleisen schaffen, Durchgangsverkehr im Tegernseer Tal mit digitaler Steuerung reduzieren, digitale Parkplatzleitsysteme, Radwege ausbauen und Abstellmöglichkeiten an Bus- und Bahnhaltestellen schaffen.

Bayernpartei: Martin Beilhack

Was zeichnet Sie für das Amt des Landrats aus?

Meine Liebe zur Heimat und zu meinen Mitbürgern. Meine Lebenserfahrung. Ich denke, ich bin ein pragmatischer Mensch mit sehr gutem Organisationstalent. Meine ehrenamtlichen Tätigkeiten in den örtlichen Vereinen. Als langjähriger Kreisrat und Gemeinderat konnte ich viel Erfahrung auf kommunaler Ebene sammeln.

Was sind Ihre Hauptziele, die sie erreichen wollen, sollten Sie gewählt werden?

Martin Beilhack ist Hauptmann der Waakirchner Gebirgsschützen. Der 63-jährige Landwirt ist geschieden und hat drei Söhne. Er war Kreisrat der FWG von 2002 bis 2014.

Abschaffung der Erbschaftssteuer, denn vor allem im Oberland, wo die Immobilien ohnehin schon die höchsten Werte in Deutschland haben, kann und darf die Wertbemessung keine Anwendung finden. Ein Landratsamt sollte in der Zukunft ein moderner Dienstleister werden, dazu gehören flexible Öffnungszeiten, der Bürokratieabbau und eine freundliche Anlaufstelle für alle Bürger. Mir liegt sehr am Herzen, das gute Alte zu bewahren und Neuem offen gegenüber zu stehen.

Wie soll es bezüglich der Wasserschutzzone weitergehen, wie lässt sich da neuer Streit vermeiden?

Zuerst müssen die Altrechte auf den Prüfstand, denn vor 100 Jahren hatte München 200.000 Einwohner, jetzt sind es zirka 2 Millionen. Und nebenbei verkaufen die Wasserwerke unser Wasser ohne Skrupel weiter. Dazu müssen alle privaten und öffentlichen Belange ernst genommen werden, denn wenn man alles macht, was die Münchner Wasserwerke wollen, gibt es mit Sicherheit keinen Streit.

Welche Chancen sehen Sie, das Verkehrsproblem im Landkreis durch den ÖPNV zu lösen?

Ausbau der Eisenbahnstrecken mit Halbstundentakt, Vernetzung mit der staatlichen Seenschifffahrt und den ansässigen Buslinien. Die Fahrpreise müssen im Vergleich zum Automobil viel günstiger werden.

AfD: Alois Ostermair

Was zeichnet Sie für das Amt des Landrats aus?

Ich verstehe mich als völlig unbefangen und habe Erfahrung im erfolgreichen Strukturieren von Unternehmen. Auch das Landratsamt sehe ich als öffentliches Unternehmen für die Bürgerinnen und Bürger.

Was sind Ihre Hauptziele, die Sie erreichen wollen, sollten Sie gewählt werden?

Transparenz, Schuldenabbau sowie Rücklagenbildung, Bürgerentscheide in wesentlichen Fragen (5G, Bauen, Verkehr, Asyl). Bezahlbarer Wohnraum für Einheimische. Verkehr und Zuzug eindämmen.

Wie soll es bezüglich der Wasserschutzzone weitergehen und wie lässt sich da neuer Streit vermeiden?

Der gesunde Menschenverstand sagt mir, dass dieses Themenfeld ein Geben und Nehmen sein soll und es daher nicht gut ist, wenn dies seitens der Landeshauptstadt als Einbahnstraße betrachtet wird. Daher stehe ich einer weiteren Ausdehnung des Wasserschutzgebietes ohne weitgehende Verhandlungen sehr kritisch gegenüber. Hierzu sollten alle Beteiligten den Mut aufbringen, bisherige Verträge neu auszuhandeln.

Welche Chancen sehen Sie, das Verkehrsproblem im Landkreis durch ÖPNV?

Alois Ostermair (53, unverheiratet) ist Versicherungsbetriebswirt und im Investmentbereich tätig. Er ist seit 2013 AfD-Mitglied, war zuvor in der CSU.

Aufgrund langer Genehmigungsverfahren (Elektrifizierung/Zwei­gleisigkeit) wird die Schiene das Thema alleine nicht lösen. Mittelfristig favorisiere ich daher Schnell-Pendlerbusse für München-Pendler, dies gilt ebenso für den Wochenend-Tourismus. Dazu sind Pendlerparkplätze nötig mit Kleinbussen im 15-Minuten-Takt (analog Parkplatzmodell Flughafen München). Eine Kooperation mit den Nachbarlandkreisen und der Landeshauptstadt München erscheint mir daher unabdingbar.

Gespräche: ft

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