Kommunalwahl 2020

Was die Kontrahenten zum Ausgang der Landratsstichwahl sagen

Die gute Laune und Zuversicht bei der Podiumsdiskussion war nicht unbegründet: Olaf von Löwis ist neuer Landrat in Miesbach.
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Die gute Laune und Zuversicht bei der Podiumsdiskussion war nicht unbegründet: Olaf von Löwis ist neuer Landrat in Miesbach.

Landkreis – Bei der Stichwahl um den Posten des Miesbacher Landrats zeigt sich: Olaf von Löwis gewinnt mit einem Riesenvorsprung gegen Amtsinhaber Wolfgang Rzehak.

„Zwick mi“, habe er am Morgen nach der Stichwahl seine Frau gebeten, erzählt Olaf von Löwis. Am Tag nach seinem beeindruckenden Sieg bei der Landratsstichwahl (29. März) sei er noch völlig überwältigt von seinem Erfolg gewesen und habe sich gefragt: „Bin ich wirklich Landrat?“ Zumindest wird er Landrat. Offiziell am 1. Mai übernimmt er das Amt.

Mit viel Aufwand hat die CSU den Posten, den sie im Zuge der Amigo-Affäre an Wolfgang Rzehak verloren hatte, wieder zurückgewonnen. Das freut natürlich auch Stimmkreis­abgeordnete und Landtagspräsidentin Ilse Aigner: „Statt Verwalten ist im Landkreis Miesbach künftig auch wieder Gestalten angesagt. Mit Olaf von Löwis ist nun ein empathischer und durchsetzungsstarker Mann an der Spitze, der seinen Auftrag darin sieht, die Belange der Landkreisbevölkerung zu vertreten.“

Der Gelobte selbst fühlt sich erleichtert und ist dankbar für das Vertrauen der Wähler. Seine eigene Freude werde aber durch die augenblickliche Corona-Krise stark getrübt. „Die Bewältigung dieser großen Herausforderung wird die erste Zeit meines neuen Amts stark beeinflussen. Aber ich stelle mich dieser Aufgabe mit voller Kraft“, sagt er.

Das hätte auch Noch-Landrat Wolfgang Rzehak getan. „Enttäuscht, aber nicht verbittert“, lautet sein Kommentar zum Ausgang der Stichwahl, die für Rzehak in einem Debakel endete. Klar, als Grüner im Herzen des CSU-Landes ist es nicht einfach. Doch als amtierender Landrat nur knapp 35 Prozent der Stimmen zu erhalten, während der Herausforderer über 65 Prozent verbuchte, ist eine Klatsche. „Ich glaube, die sechs Jahre waren trotzdem gute Jahre“, findet Rzehak. Er hat es „geschafft, den Landkreis wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen“. Zu ruhig vielleicht. Ein Kritikpunkt war immer wieder zu hören: zu viel verwalten, zu wenig gestalten.

In den kommenden sechs Jahren – und nicht länger, weil er dann die Altersgrenze überschritten hat – muss Olaf von Löwis den Beweis liefern, dass er es besser macht. In den Osterferien möchte er sich aber erst mit seiner Frau erholen. Und es wartet „noch einiges in Holzkirchen“. Bis Ende April ist von Löwis dort Bürgermeister. ft

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