Task-Force gegründet

Rettung des Tourismus im Landkreis Miesbach wird zur Chefsache

Viel hängt im Landkreis Miesbach vom Tourismus ab, wie hier am Tegernsee, wo die Corona-Pandemie ebenfalls das touristische Leben zum Erliegen gebracht hat.
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Viel hängt im Landkreis Miesbach vom Tourismus ab, wie hier am Tegernsee, wo die Corona-Pandemie ebenfalls das touristische Leben zum Erliegen gebracht hat.

Landkreis – Eine Task-Force „Tourismus und Gastronomie“ unter Leitung von Landrat Olaf von Löwis soll den durch die Corona-Pandemie geschwächten Tourismus im Landkreis Miesbach retten.

Bürgermeister-Sprecher Olaf von Löwis hat zusammen mit den Wirtschafts- und Tourismus-Organisationen sowie Vertretern der Betriebe eine Task-Force gegründet, um Hotellerie und Gastronomie im Landkreis Miesbach zu retten. Die Task-Force hat sich bereits an die Staatsregierung gewandt mit der dringenden Bitte, konkrete Verbesserungsvorschläge zu prüfen, die das Überleben von Betrieben und Tausenden Arbeitsplätzen in der Region sichern sollen.

Die Corona-Krise trifft den Landkreis Miesbach hart, nicht nur als Infektionshotspot, sondern auch als Wirtschaftsstandort mit der Schlüsselbranche Tourismus. Familiengeführte bayerische Gasthäuser, Urlaub auf dem Bauernhof, Sterne-Köche und Wellnessressorts – sie alle brummen normalerweise um diese Jahreszeit. Durch den plötzlichen Shutdown und die umfangreichen Infektionsschutzmaßnahmen mussten sie ihren Betrieb so gut wie vollständig einstellen. Mit den Unternehmern zittern nun Tausende Mitarbeiter, die aufgrund der Betriebsschließungen in Kurzarbeit geschickt werden mussten.

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„Unsere wirtschaftliche Zukunft steht auf dem Spiel“, warnt Olaf von Löwis. In seiner Funktion als Sprecher der Bürgermeister hat er deshalb kurzfristig die Task-Force „Tourismus und Gastronomie“ ins Leben gerufen. Ab 1. Mai wird er diese als Landrat fortführen. Das Problem sei zu dringlich, um noch weitere Wochen zu warten, deshalb habe er das Thema zur Chefsache gemacht. Neben den beiden Tourismus-Organisationen „Alpenregion Tegernsee Schliersee“ und „Tegernseer Tal Tourismus“ arbeiten Vertreter der Wirtschaftsförderung „Standortmarketing Gesellschaft“, der Betriebe und der Politik in der Task-Force mit.

„Selbstverständlich steht die Gesundheit, vor allem die der Risikogruppen, an oberster Stelle“, betont von Löwis. Dennoch müssen jetzt Lösungen erarbeitet werden, um Tourismus und Gastronomie nach der Pandemie aus der Krise zu führen. Ohne Hilfe werden viele Betriebe in dieser Branche die Krise nicht überleben. Die Folgen, nicht nur für das unmittelbare Hotel- und Gaststätten-Personal, sondern auch für das Handwerk, Dienstleistungen und den Einzelhandel im Landkreis wären fatal.

Die neu gegründete Task-Force ist nun die Plattform, um Probleme zu sammeln, aber auch von konkreten Lösungsansätzen, um den Tourismus und die Arbeitsplätze in der Branche zu retten. Als ersten Schritt wendet sich die Task-Force an Ministerpräsident Markus Söder sowie Landtagspräsidentin und Stimmkreisabgeordnete Ilse Aigner. In einem Brief benennt die Task-Force die Probleme der Branche und entwickelt Strategien für die Zukunft.

Die Verunsicherung in der Region sei sehr hoch. Deshalb bittet von Löwis in dem Brief vordringlich um eine klare Perspektive für die Branche. Bei allem Verständnis für die Dynamik der Lage sei ein längerer Planungshorizont dringend notwendig, um Vorbereitungen und Auflagen erfüllen zu können oder Buchungen und Veranstaltungen abzuwickeln. Die Task-Force bitte auch um Prüfung mehrerer konkreter Verbesserungsvorschläge, unter anderem die gesenkte Mehrwertsteuer auf Getränke und Frühstücksleistungen länger beizubehalten. Die angekündigte Senkung gelte bisher nur für Speisen in der Gastronomie und sei nur auf ein Jahr begrenzt. Die Task-Force betont: Das sei ein guter Ansatz, aber zu wenig, um wirklich greifen zu können.

Die Task-Force schlägt außerdem einen eigenen Schutzschirm des Freistaats für die Hotellerie und Gastronomie vor. Auch wenn viele Unternehmer derzeit mit Krediten versuchen, ihren Betrieb zu retten, werde das das Problem nur verschleppen: Die meisten Unternehmer in der Hotellerie- und Gaststättenbranche werden die zusätzlichen Kredite in den kommenden Jahren nicht mehr zurückzahlen können. Nur für den Landkreis Miesbach sei mit nicht mehr einholbaren Umsatzeinbußen in Millionenhöhe zu rechnen. Statt zusätzlicher Kredite brauche es deshalb einen staatlichen Schutzschirm, um das Überleben der touristischen Betriebe und den anhängigen Arbeitsplätzen zu sichern.

Die Task-Force wird sich weiter regelmäßig treffen und weitere Lösungsansätze entwickeln, erklärt von Löwis. ksl

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