Erste Saison erfolgreich

Warum der Landschaftspflegeverband nach Landwirten sucht

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Der Landschaftspflegeverband Miesbach hat seine erste Saison erfolgreich absolviert und zieht Bilanz.

Landkreis – Nach seiner ersten Saison zieht der Landschaftspflegeverband Miesbach Bilanz und gibt einen Ausblick auf kommende Projekte.

Alle Arbeiten sind abgeschlossen. Eine gute Gelegenheit für Mathias Fischer, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes (LPV) Miesbach, eine vorläufige Bilanz zu ziehen für die erste Pflegesaison des neuen Vereins. Das Ziel des LPV ist es, die artenreiche und aus Naturschutzsicht wertvolle Kulturlandschaft im Landkreis zu erhalten und zu pflegen. Vertreter aus Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunalpolitik haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam für dieses Ziel zu arbeiten.

„Natürlich stehen wir mit der Umsetzung der Pflegemaßnahmen erst ganz am Anfang“, sagt Fischer, der seit Januar 2019 für den LPV arbeitet. Der Aufbau des Vereins und die Organisation hat im ersten Jahr viel Zeit und Ressourcen in Anspruch genommen. Einen Grundstock an Pflegemaßnahmen hat der LPV vom Landkreis geerbt. So konnten im ersten Jahr bereits 74 Maßnahmen umgesetzt werden. Konkret bedeutet dies, dass über 60 Hektar Magerrasen und Streuwiesen gemäht worden sind. Zusätzlich wurden im Frühjahr fast anderthalb Kilometer Amphibienschutzzäune aufgestellt und betreut. Die Umsetzung der Maßnahmen haben insgesamt sechs Landwirte aus der Region sowie die Pro Communo AG übernommen. Teilweise kamen Spezialmaschinen zum Einsatz. Viele Maßnahmen wurden aber mit Motormäher, Mähtrak und oft auch von Hand umgesetzt.

Landschaftspflegeverband Miesbach: Aktuell 22 neue Projekte

„Der LPV beantragt Fördergelder vom Land und von der EU, um die Maßnahmen durchzuführen“, erläutert Mathias Fischer. „Zu Jahresbeginn musste das alles sehr schnell gehen, damit die Mittel bis zum Beginn der Pflegemaßnahmen zur Verfügung standen.“ So konnten rund 110.000 Euro an Förderungen beantragt werden, die in den Landkreis Miesbach fließen und maßgeblich den Landwirten zugutekommen, die für den LPV Arbeiten durchführen. Zehn bis 30 Prozent der Kosten für die Pflegearbeiten trägt der LPV aus eigenen Mitteln – vornehmlich also aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden.

Neben der Umsetzung der Pflegemaßnahmen war für Mathias Fischer und die Vorstandsmitglieder des LPV die Entwicklung neuer Maßnahmen für die Zukunft ein großes Thema. Zu diesem Zweck gab es zahlreiche Gespräche mit den Mitgliedsgemeinden, Landwirten, dem Maschinenring und Flächeneigentümern, dem Almbauernverband und Behörden. Aktuell werden 22 neue Projekte erarbeitet oder befinden sich bereits in konkreter Vorbereitung. Darunter wertvolle Streuwiesen, die teilweise nach jahrzehntelanger Brache wieder gemäht werden sollen, aber auch andere typische Landschaftselemente des Landkreises wie Hage sowie Alm- und Heimweiden. Auch mehrere Ausgleichsflächen, die als Dienstleistungen für Mitgliedsgemeinden vom LPV gepflegt werden sollen, sind dabei.

Für die Umsetzung sucht der LPV nach wie vor interessierte Landwirte, die sich mit der Landschaftspflege ein zusätzliches Standbein aufbauen möchten. „Es kommen immer mehr Landwirte dazu, die Interesse an Landschaftspflegearbeiten haben“, freut sich Mathias Fischer. Auch die Verwendung des Mähgutes von Landschaftspflegeflächen ist ein Thema für die nächsten Jahre. Gerne würde der LPV mehr Futter- und Streumaterial an Landwirte weitergeben, die es in ihrem Betrieb verwenden können. ksl

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