Blick hinter die Kulissen bei Künstlern

2. offene Ateliertage im Landkreis geplant – mit einer Premiere

Die Organisatoren und Macher der 2. Offenen Ateliertage im Landkreis: (v.l.) Isabella Krobisch, Bettina Stecher, Monika Ziegler, Ines Wagner und Georg Brinkies.
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Die Organisatoren und Macher der 2. Offenen Ateliertage im Landkreis: (v.l.) Isabella Krobisch, Bettina Stecher, Monika Ziegler, Ines Wagner und Georg Brinkies.

Landkreis – Nach 2003 soll es 2020 zum zweiten Mal offene Ateliertage im Landkreis geben. Diesmal unter ganz anderen Voraussetzung als beim ersten Mal.

Ein bedeutendes kulturelles Ereignis steht dem Landkreis Miesbach bevor, wie Monika Ziegler, Initiatorin von Kulturvision, ankündigt. Nach 2003 soll es im Mai 2020 an zwei Wochenenden ein weiteres Mal offene Ateliertage geben, bei denen Künstler ihre Räume öffnen. Die Nachfrage ist riesig. Doch diesmal muss das Projekt im Landkreis ohne Hilfe von außen gestemmt werden.

Haben vor 16 Jahren 40 Künstler teilgenommen, sind es diesmal nach aktuellem Stand um die 115 – und noch immer kommen weitere hinzu. Bis Mitte Dezember können sich Interessierte melden. Danach gehen die Planungen in die heiße Phase. Einen umfangreichen Katalog soll es geben, in dem jeder Künstler auf einer Doppelseite mit einem Porträt, einem Text und Bildern seiner Werke vorgestellt wird, erklärt Projektmanagerin Bettina Stecher.

Auch jede Gemeinde erhält eine Doppelseite, um sich vorzustellen, denn sie sind diesmal mit beteiligt am Entstehen des Gesamtprojektes. Denn das will auch finanziert werden. Bei der ersten Auflage ist die Initiative im Rahmen der oberbayerischen Kulturtage entstanden und durch den Bezirk Oberbayern finanziert worden. Nun muss das Projekt auf eigene Füße gestellt werden.

2. Offene Ateliertage: Crowdfunding-Aktion "Viele schaffen mehr!"

Und dafür haben sich die Organisatoren etwas Besonderes einfallen lassen: Unter dem Motto „Viele schaffen mehr!“ ist eine Crowdfunding-Aktion von Kulturvision und den Künstlern der 17 Kommunen bei der Raiffeisenbank im Oberland gestartet worden, erklärt Ines Wagner, 1. Vorstand bei Kulturvision. „Bei einer Spende von 5 bis 250 Euro verdoppelt die Raiba den Spendenbetrag, bis 5.000 Euro erreicht sind“, sagt sie. „Aber auch danach darf fleißig weiter gespendet werden.“

Wer die 2. Offenen Ateliertage im Landkreis Miesbach unterstützen möchte, kann dies online hier tun.

Zudem unterstützt der Landkreis das Projekt mit 2.000 Euro. Auch einige Gemeinden haben dies zugesagt, wie Bayrischzell, Hausham, Schliersee und Otterfing. Ein Teil des notwendigen Geldes soll über Anzeigen im geplanten Katalog finanziert werden.

Als besonderes Schmankerl für Kunstliebhaber ist für den 6. März eine Auktion geplant. Dabei können Werke der teilnehmenden Künstler ersteigert werden. Diese stellen ihre Werke auf Freiwilligenbasis zur Verfügung, um das Projekt mitzufinanzieren. Die Hälfte des Gewinns erhält der jeweilige Künstler, die andere Hälfte kommt den Ateliertagen zugute, erklärt Ines Wagner. Anton Stetter, 2. Vorstand im Unternehmerverband des Landkreises Miesbach, wird als Auktionator agieren.

2. Offene Ateliertage: Infopunkte überall im Landkreis

Von dem gespendeten beziehungsweise ersteigerten Geld sollen auch Infopunkte an verschiedenen Stellen im Landkreis eingerichtet werden, erklärt Isabella Krobisch, Leiterin des Waitzinger Keller – Kulturamt Miesbach. An diesen Anlaufpunkten können Interessierte zum einen eines der 5.000 Exemplare des Katalogs zu den Ateliertagen für 5 Euro kaufen und zum anderen weitere Informationen erhalten, auch zum jeweiligen Ort und anderen kulturellen Höhepunkten dort. Unter anderem in Holzkirchen und Gmund, aber natürlich auch im Waitzinger Keller sind solche Info­punkte geplant. „Wir haben uns damals aktiv beteiligt und freuen uns, dass die Ateliertage nun wiederholt werden“, sagt Isabella Krobisch. „Selbstverständlich sind wir wieder an Bord.“

Die 2. Offenen Ateliertage im Landkreis Miesbach finden an den Wochenenden 9./10. und 16./17. Mai 2020 statt.

Einer, der bei den 1. Offenen Ateliertagen dabei war und nun erneut dabei sein wird, ist Künstler Georg Brinkies aus Schliersee. Es sei eine einmalige Chance für die Künstler, sich zu präsentieren, sagt er, denn deren Situation sei unglaublich weit gestrickt – manche können gut von der Kunst leben, andere nicht. Das Projekt, wie es nun angestrebt wird, könne ein Künstler alleine so nie auf die Beine stellen, um sich der Öffentlichkeit zu zeigen. Diese Tragweite bestätigt auch Monika Ziegler. „Mit diesem Katalog entsteht ein umfassendes Referenz­werk über die Kunst des Landkreises, das noch lange als Nachschlagewerk dienen wird“, sagt sie. „Der Katalog-Fächer von 2003 wird von vielen Kulturveranstaltern immer wieder hergenommen, aber es wird Zeit, ihn zu aktualisieren.“ ksl

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