Noch mehr Bäume?

ALB in Miesbach: Neue Larven und Eier in gefällten Gehölzen gefunden

Bei den Abholzmaßnahmen, wie hier im Bereich des Waitzinger Kellers, kommen auch Hunde zum Einsatz. Sie sollen im gefällten Holz ALB-Larven und -Eier aufspüren.
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Bei den Abholzmaßnahmen, wie hier im Bereich des Waitzinger Kellers, kommen auch Hunde zum Einsatz. Sie sollen im gefällten Holz ALB-Larven und -Eier aufspüren.

Miesbach – Werden noch mehr Bäume wegen des Asiatischen Laubholzbockkäfers gefällt? Nach neuen Funden von Larven und Eiern ist die Furcht vor einer größeren Fällzone da.

Für den Waitzinger Park hat die Stadt Miesbach zumindest einen Teilerfolg erreicht. Es dürfen 20 statt der beantragten 30 Bäume infolge des Ausnahmeantrags stehen bleiben. In erster Linie sind das Linden im Bereich der Stadthalle. Etwas weiter sind hingegen zahlreiche Gehölze bereits gefallen. Und es wurden – das ist wenig überraschend – weitere Eier und Larven des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) gefunden. Das hat die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) bestätigt.

Damit steigt die Angst, dass sich die Fällzone – 100 Meter rund um ALB-Fundorte – ausweitet. Sogar bis zum Stadlberg, wie Kristina Heinhold-Klichowski und Hubert Heinhold fürchten. Sie haben sich mit einem offenen Brief unter anderem an die Miesbacher Bürgermeister- und Landratskandidaten, ans Landratsamt, die LfL und das bayerische Umweltministerium gewandt.

Als Anwohner der Brecherspitzstraße verfolgen sie „die derzeit laufende Baumfällaktion, die vorsorglich zum Schutz vor dem Asiatischen Laubholzbockkäfer im Harztal durchgeführt wird, mit großer Sorge und Traurigkeit“. Sie halten die Maßnahmen auch „nicht mehr für gerechtfertigt“, weil ganze Gärten mit 100 Jahre alten Bäumen platt gemacht würden. Es drohe „Kahlschlag auf breiter Front, zumal für die nächsten vier Jahre ein weitgehendes Wiederanpflanzverbot besteht“.

In dem Brief verweisen Kristina Heinhold-Klichowski und Hubert Heinhold zudem auf die Bedeutung der Bäume als Lebensraum für Vögel, Insekten und Kleintiere sowie auf die Funktion als Wasserspeicher, Luftfilter und Lärmschutzwall. Bäume „sichern das biologische Gleichgewicht“, heißt es in dem Brief. Die Verfasser finden, eine „sorgfältige Abwägung und Beobachtung potenziell befallener Bäume genügt, da der Entwicklungszyklus des Asiatischen Laubholzbockkäfers zwei Jahre beträgt und die Verbreitungsgeschwindigkeit damit gering ist. Es wäre daher sachgerecht, schützenswerte Bäume stehen zu lassen, zu beobachten und gegebenenfalls später zu entfernen“.

Sie fordern von den Kandidaten der Stichwahlen, „sich gegen die laufende, umfassende Abholzung zu stemmen“ und „im Falle einer Ausweitung der 100-Meter Zone, den Baumbestand an Harzberg und Stadlberg zu schonen“. Es sollten nur befallene Bäume gefällt werden.

Ob die Fällzone tatsächlich größer wird, steht unterdessen noch nicht fest. Die nun gefundenen befallenen Bäume liegen in der Befallszone, die sich aus mehreren 100-Meter-Kreisen zusammensetzt. Ob ein neuer 100-Meter-Kreis die Zone vergrößert, werde jetzt im Detail festgestellt, wie LfL-Sprecherin Elke Zahner-Meike erklärt. Sollte die Fällzone tatsächlich weiter gezogen werden, gehe es darum, „detailliert zu überprüfen, welche der zu fällenden Laubholzgattungen in dem erweiterten Bereich stehen, und diese sind dann hier zu entnehmen“, macht Zahner-Meike klar. Auf alle Fälle werden betroffene Anwohner informiert, „das Baumkataster vor Ort erfasst und Anhörung sowie Bescheid an die Betroffenen verschickt“. Es läuft also das übliche Verfahren an. ft

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