GWM zieht sich von Events zurück

Gibt es bald keinen 1.000 Lichter Glanz mehr in Miesbach?

Veranstaltungen wie der 1.000 Lichter Glanz sind wundervoll für die Besucher, aber inzwischen zu aufwendig für die GWM.
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Veranstaltungen wie der 1.000 Lichter Glanz sind wundervoll für die Besucher, aber inzwischen zu aufwendig für die GWM.

Miesbach – Die Organisation großer Events in Miesbach wie der 1.000 Lichter Glanz ist ehrenamtlich nicht länger machbar. Daher zieht sich die GWM zurück und hofft auf die Stadt.

Der kulinarische Abend und der 1.000 Lichter Glanz sind seit Jahren die Höhepunktveranstaltungen der Gemeinschaftswerbung Kreisstadt Miesbach (GWM). Sie ziehen Besucherscharen weit über die Grenzen des Landkreises an. Was schön und groß ist, bedeutet aber auch viel Arbeit. Die wird inzwischen für die Organisatoren zu viel. Das war das Ergebnis einer außerordentlichen Sitzung der GWM. Nun sucht man nach möglichen Lösungen.

Gestemmt wurde die Organisation der beiden Großveranstaltungen zuletzt hauptsächlich durch drei GWM-Mitglieder: Schriftführer Max Kalup, den Ersten Vorstand Florian Brunner und Beisitzerin Aline Brunner. Der Aufwand: immens für ein Ehrenamt. Alleine Kalup sagt, dass er rund 500 Stunden pro Jahr investiere.

Seine Situation ist aus einem besonderen Grund speziell. Als stellvertretender Kulturamtsleiter der Stadt im Waitzinger Keller avancierte er für alle zum Ansprech- und Telefonpartner Nummer 1. „Die Trennung zwischen meiner Arbeit und meinem Amt für die GWM war für die Leute nicht klar zu verstehen“, erklärt Kalup. Seine Tätigkeit für die Stadt und die Veranstaltungen hätten jedoch nichts miteinander zu tun. Dementsprechend gibt er seine Position als GWM-Schriftführer auf. „Leider muss ich das. Das Ehrenamt darf meine Arbeit nicht beeinträchtigen“, bedauert er. Und er wollte es rechtzeitig sagen. Im Juli stehen die Neuwahlen bei der GWM-Vorstandschaft an. Der kulinarische Abend findet jedoch im August, der 1.000 Lichter Glanz in der Adventszeit statt. Bis dahin kann Kalup nicht mehr zur Verfügung stehen.

Das geht auch Aline Brunner so. Sie wird ihr Amt als Beisitzerin ebenso niederlegen. Als Wirtin des „Stadtplatz 13“ und der Gaststätte im Eisstadion ist sie beruflich ebenso nicht mehr in der Lage, zu viele Überstunden ehrenamtlich zu leisten.

Florian Brunner, ebenfalls Teil des Organisationsdreierbundes, wird aus privaten Gründen – in diesem Fall Familienzuwachs – eindeutig weniger Zeit haben. „Die Veranstaltungen sind ständig gewachsen und die Dimension ist ehrenamtlich nicht mehr stemmbar“, findet er. Dass sich bei der GWM-Sitzung keine Mitglieder spontan zur Übernahme der Aufgabe bereit erklärt hätten, sei deshalb verständlich. Zudem sieht Brunner den Sinn der Gewerbetreibenden-Vereinigung auch nicht vornehmlich in großen Veranstaltungen. „In den vergangenen Jahren war die GWM fast eine Eventagentur. Der Schwerpunkt sollte wieder auf dem Marketing liegen“, ist seine Idee. Dieses sei bei Initiativen wie der Weihnachtsverlosung und der Primelaktion verortet. Auch kleinere Veranstaltungen wie das Weihnachtsgasserl könne man stemmen, aber eben nicht mehr die Großereignisse.

Dafür sucht man bei der GWM nach möglichen Lösungen. Die Kontinuität solle fortgesetzt werden, sagt der Vorsitzende. Kurzfristig könnte ein externer Veranstalter hinzugezogen werden. Gespräche laufen. Allerdings stehen die Kosten nicht fest und die wären für eine Dauerlösung wohl schätzungsweise zu hoch für einen Verein wie die GWM. „Langfristig wäre es in unserem Sinne, die Zusammenarbeit mit der Stadt bei der Organisation zu intensivieren“, ist Brunners Idee. Auch da gebe es Gespräche.

Die momentane Wahlkampfsituation sei allerdings ungünstig. Man wolle zuvor nichts forcieren und sich lieber nachher zusammensetzen. „Wenn die Stadt nicht einsteigt, wird es allerdings schwierig“, gibt der Vorsitzende zu bedenken. Dabei verweist er auf den Wert des Kuli und des 1.000 Lichter Glanz für Miesbach. „Leute kommen hierher, die sonst nicht kommen würden, und unsere Vereine können sich darstellen.“ Das gelte für deren Einsatz beim Veranstaltungsprogramm ebenso wie für deren Stände, die positive Auswirkungen auf die Vereinsbudgets hätten. „Unsere Großveranstaltungen sind so etabliert wie anderswo die Seefeste“, wirbt Vorstand Florian Brunner für den Einsatz der Stadt. maf

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