Helden für Tiere

Tierrechtsorganisation Peta ehrt Miesbacher Polizisten

Polizeihauptkommissar Josef Scheben und Polizeimeisterin Verena Endt aus Miesbach zeigen die „Helden für Tiere“-Urkunde von Peta.
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Polizeihauptkommissar Josef Scheben und Polizeimeisterin Verena Endt aus Miesbach zeigen die „Helden für Tiere“-Urkunde von Peta.

Landkreis – Weil sie einem verwaisten Rehkitz geholfen haben, hat die Tierrechtsorganisation Peta zwei Miesbacher Polizisten zu "Helden für Tiere" ernannt.

Wegen ihres beherzten Einsatzes für ein verwaistes Rehkitz hat die Tierrechtsorganisation Peta zwei Miesbacher Polizeibeamte zu „Helden für Tiere“ ernannt.

Bereits Ende Mai hat die Polizei Miesbach mit großem Aufwand ein Rehkitz gerettet. Das war von einem Spaziergänger am Wegesrand entdeckt worden. Seine Freundin und er wickelten es in ihre Jacken ein und riefen die Polizei hinzu. Weil einer der Beamten wusste, dass die Rehmutter das Junge nun nicht mehr annehmen würde, da es von Menschen angefasst worden war und dementsprechend roch, brachte er es kurzerhand in seinem Stall unter. Seine Kollegen fuhren in der Zwischenzeit ins 20 Kilometer entfernte Fischbachau, um dem Kleinen Nahrung zu organisieren. Frisch gestärkt ging es schließlich noch in der Nacht im Polizeiwagen nach Gmund, wo die Polizei das Tierkind dem Tierschutzverein Tegernseer Tal übergab.

Peta gratuliert den Beamten der Polizeiinspektion Miesbach zu diesem tierfreundlichen Engagement und zeichnet sie mit einer „Helden für Tiere“-Urkunde aus. „Die Polizei Miesbach hat beherzt und richtig eingegriffen und alles in der Situation noch Mögliche getan, um dem Findelkitz zu helfen. Dabei haben die Beamten keine Mühe gescheut“, sagt Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei Peta. „Wir bedanken uns ganz herzlich bei der gesamten Polizeiinspektion Miesbach, die sich als wahre Helden für Tiere erwiesen haben.“

Rehkitze sollten grundsätzlich nicht von Menschen angefasst werden, da diese sonst wegen des menschlichen Geruchs, der dann an ihnen haftet, von der Mutter verstoßen werden. Rehmütter lassen ihre Kitze tagsüber allein. Nur etwa eine halbe Stunde täglich hält sich die Mutter bei ihrem Kind auf, um es zu säugen. Durch ihr Wegbleiben soll vermieden werden, dass potenzielle Fressfeinde auf die Jungtiere aufmerksam werden. Der Drückinstinkt des Kitzes, der es veranlasst, sich flach auf den Boden zu drücken, ist wie bei Feldhasen ein Überlebensins­tinkt, der vor Feinden schützen soll. Findet man ein Rehkitz, das sich nicht in unmittelbarer Gefahr befindet, sollte man daher zunächst die nächstgelegene Wildtierstation kontaktieren und sonst nichts weiter tun.

Peta zeichnet regelmäßig Menschen für besonders tierfreundliches Verhalten aus. Die Polizeiinspektion Miesbach erhielt die Urkunde per Post. ksl

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