Pionierwerkstatt mit 360 Schülern

Welche Rolle Miesbach bei der Entdeckung des Stroms spielte

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Das Großkunstwerk „Kaleidoskop“ entstand unter Leitung von Lisa Mayerhofer mit unterschiedlichen Gruppen in spannender Teamarbeit.

Miesbach - Nach der bahnbrechenden Tat von Oscar von Miller und Marcel Deprez, Strom zwischen Miesbach und München über Land zu leiten, ist die Idee bei einer Kunstaktion mit 360 Schülern nun wieder aufgegriffen worden.

360 Mädchen und Buben aller Miesbacher Schulen probten vier Tage lang, was es heißt, Pioniertaten in den Bereichen Kunst und Technik zu vollbringen. Das Ergebnis begeisterte im Waitzinger Keller.

1882 war es Oscar von Miller und Marcel Deprez gelungen, Strom von einem Ort zum anderen zu schicken – und zwar von Miesbach nach München. Um diese bahnbrechende Tat zu würdigen, unterstützte Kulturamtschefin Isabella Krobisch die Idee der ersten Pionierwerkstatt. Das passende Konzept dazu kam von Barbara Gerbl. Die Miesbacher Kulturpädagogin begeisterte mit ihrer Idee, dass Miesbacher Schüler selbst als Kunst- und Technikpioniere wirken sollten, alle Miesbacher Schulen. Sie gewann Sponsoren und vier Künstler, die vom 21. bis 24. Oktober kreativ und zielführend mit den Kindern in den Gewölben des Waitzinger Kellers arbeiteten.

Am Freitag vergangener Woche war es dann soweit: Im Saal hatten sich Schulklassen, Lehrer, Eltern und Großeltern erwartungsvoll versammelt. Erst als Korbinian Gerbl mit seinem Saxofon die Bühne erklomm und die ersten Noten durch den Raum schwebten, wurde es mucksmäuschenstill. Und atemlos still blieb es auch, als Kulturreferentin Inge Jooß sich direkt an die Kinder im Saal wandte und den Pioniergeist der vergangenen Tage lobte. „Eure Kreativität ist etwas Wertvolles“, gab sie den Kindern mit auf den Weg. „Wahre Kreativität ist Schöpferkraft. Sie erschafft etwas vollkommen Neues – etwas, das es vorher nicht gab.“ Initiatorin Gerbl, in deren Hand die komplette Organisation des Events gelegen hatte, zeigte einen Trickfilm, in dem eine kleine Idee ganz groß wird, und fand für das Team vom Waitzinger Keller bewegende Worte: „Ihr habt meine Idee auf Händen getragen.“

Was aus dieser Idee entstanden war, was die Kinder in nur vier Tagen geschaffen hatten, riss dann alle Anwesenden zu wahren Begeisterungsstürmen hin: Papierkünstlerin Kathrin Hering und Opernregisseurin Julia Riegel hatten mit ihren Gruppen eine temperamentvolle Theaterinszenierung entworfen, in der sich die Schüler in einem selbst erdachten Stück auf die Reise ins ferne Land Fantasia machten. Spaß, Spielfreude, aber auch die tollen Kostüme kamen so richtig zur Geltung. Anschließend holten Bildhauerin Lisa Mayerhofer und ihre Nichte Anna Stoib einige Mitglieder ihres Teams auf die Bühne.

In kurzen Interviews vor den immerhin etwa 600 Zuhörern im Saal erklärten die Kinder beherzt, wie sie aus Weiden­ästen eine Röhre mit etwa zwei Metern Durchmesser geformt hatten – Basis eines wundervoll bunten Ka­leidoskops, das kunstvoll mit Papierstücken verziert wurde. Barbara Gerbl selbst hatte mit ihren Kindern tolle 3D-Kunstwerke gestaltet, die man in Miesbacher Geschäften bewundern und kaufen kann.

Ein Höhepunkt waren die Erfindungen und Videos, die unter der Regie von Mark Rochus entstanden waren. Staunend standen zum Schluss alle noch einmal vor den ausgestellten Kunstwerken – Schlusspunkt einer Woche, die keiner der Beteiligten jemals vergessen wird. vwo

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