Statistik der Polizei

Wie sich Kriminalität und Sicherheit im Raum Miesbach entwickeln

Das Sicherheitsgespräch der Polizei mit den Bürgermeistern fand heuer nicht in der Miesbacher Inspektion, sondern in den Rathäusern statt. Die Statistik weist weniger Straftaten auf.
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Das Sicherheitsgespräch der Polizei mit den Bürgermeistern fand heuer nicht in der Miesbacher Inspektion, sondern in den Rathäusern statt. Die Statistik weist weniger Straftaten auf.

Miesbach/Landkreis – Die Polizei der Inspektion Miesbach informiert über Kriminalität und Sicherheit. Hier die wichtigsten Erkenntnisse der Statistik:

Ein fester Termin im Kalender der Bürgermeister ist jedes Jahr das Sicherheitsgespräch bei der zuständigen Polizeiinspektion (PI). Nachdem derzeit aber alles anders ist, machten sich die neuen und im Amt bestätigten Gemeindechefs nicht auf den Weg nach Miesbach. Stattdessen besuchten dieser Tage Inspektionsleiterin Katharina Schreiber, Stellvertreter Christian Redl und Sabine Kümpfel, stellvertretende Leiterin der Kripo Miesbach, die Bürgermeister Gerhard Braunmiller (Miesbach), Georg Kittenrainer (Bayrischzell), Franz Schnitzenbaumer (Schliersee), Jens Zangenfeind (Hausham), Klaus Meixner (Irschenberg) und Johannes Lohwasser (Fischbachau) in ihren Rathäusern.

Braunmiller und seine Kollegen bekamen größtenteils erfreuliche Zahlen zur Kriminalitätslage und Verkehrsunfallentwicklung allgemein und den jeweiligen Gemeindegebieten zu hören. So hat sich die Zahl der Straftaten im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent verringert. Insgesamt hat die PI Miesbach 1.472 Straftaten erfasst, 2018 waren es noch 1.520. „Damit liegt die Kriminalitätsentwicklung im insgesamt gleichen Trend, wie für den Landkreis Miesbach“, teilt die Inspektion mit. Auf Landkreisebene ging die Zahl der Straftaten von 3.821 (2018) auf 3.713 zurück.

Die Aufklärungsquote der PI Miesbach liegt bei 70 Prozent und ist damit im Vergleich zum Vorjahr nochmals um 0,8 Prozent gestiegen. Auf Landkreisebene liegt der Wert bei 68,9 Prozent, für ganz Bayern beträgt die Aufklärungsquote 67 Prozent. Schlechter als der Landkreis im Gesamten stehen die Kommunen im Miesbacher Zuständigkeitsbereich bei der Häufigkeitszahl da. Diese ist ein errechneter Wert für die bekanntgewordenen Straftaten im Vergleich zur Einwohnerzahl von 100.000. Dabei ergibt sich für den Dienstbereich der PI Miesbach 3.937. Für den Landkreis liegt die Häufigkeitszahl bei 3.723, im Vergleich zu ganz Bayern mit 4.615 ist sie aber deutlich niedriger. Die niedrigste Kriminalitätsbelastung melden die Miesbacher Beamten für die Gemeinde Fischbachau mit einer Häufigkeitszahl von 1.216.

Sehr erfreulich ist der erneute Rückgang bei den Tötungsdelikten, inklusive der versuchten. 2017 registrierte die Miesbacher Polizei vier, 2018 noch eine Tat. Und für 2019 taucht in der Statistik kein Fall auf. Ganz anders ist es bei den Sexualdelikten. Nachdem im Fünf-Jahres-Vergleich die Straftaten kontinuierlich zurückgingen, verdoppelten sich die angezeigten Taten fast von 2018 mit 14 auf 2019 mit 27.

Einen Anstieg hat es auch bei den Betäubungsmitteldelikten von 132 auf 175 gegeben. Die Miesbacher Polizei führt das besonders auf eine Intensivierung der Kontrolltätigkeit zurück. Wie im Jahr davor stieg die Zahl der Rohheitsdelikte erneut an von 246 Fällen 2018 auf 254 Fälle 2019.

Zurückgegangen sind hingegen Vermögens- und Fälschungsdelikte von 423 auf 403 und Eigentumsdelikte. Diese sinken kontinuierlich seit 2015 mit 374 Taten, 2019 verbuchte die Miesbacher Polizei noch 220 Fälle. „Die Anzahl von Wohnungseinbruchdiebstählen blieb bei zehn Fällen konstant“, heißt es im Bericht. Im Bereich Sachbeschädigungen und Vandalismus nahmen die Straftaten von 177 (2018) auf 143 (2019) deutlich ab. Um hier die Aufklärungsquote steigern zu können, ist die Polizei auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen, wie die Beamten erklären.

Zum Sicherheitsgespräch gehört auch immer die Präsentation der Verkehrsunfallentwicklung. Hier berichteten die Polizei-Vertreter von einem Anstieg der Unfallzahlen im Vergleich zum Vorjahr um 1,83 Prozent auf 1.060 Unfälle insgesamt. Rückläufig war die Zahl der Unfälle mit Personenschäden, sie sank von 154 auf 150. 188 Menschen wurden dabei verletzt, 141 von ihnen leicht und 47 schwer. Leider gab es im vergangenen Jahr auch einen Unfalltoten zu beklagen. Die polizeilich registrierten Kleinunfälle nahmen von 591 auf 578 leicht ab.

Bei den schweren Unfällen ist überhöhte Geschwindigkeit die Hauptunfallursache. Allgemein führen auch Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren sowie ungenügender Sicherheitsabstand häufig zu Unfällen. Auch Alkohol spielt oft eine Rolle. 16 Unfälle unter Alkoholeinfluss ereigneten sich 2019 – und damit genauso viele wie im Jahr davor – im Zuständigkeitsbereich der Miesbacher Polizei. Dabei wurden vier Menschen schwer und zehn leicht verletzt. Der Durchschnittsalkoholwert bei den 16 Unfällen lag bei 1,61 Promille, der traurige Rekordwert sind 3,06 Promille.

Auch zwei Schulwegunfälle verzeichnete die Miesbacher Polizei. In beiden Fällen waren die Schüler mit dem Fahrrad unterwegs. Sie kamen mit Schürfwunden und Prellungen davon. Insgesamt nahmen die Miesbacher Beamten im vergangenen Jahr 42 Fahrradunfälle mit 16 Schwer- und 31 Leichtverletzten auf. Bei weiteren zehn Unfällen waren Pedelecs beteiligt. Dabei wurden vier Menschen schwer und sieben leicht verletzt. ft

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