Übergabe der Zertifikate

Kulturdolmetscher vermitteln in Miesbach 

Rahmatullah Hanefi, Nazie Muharemova-Ismail, Farida Gafari und Fadumo nur Abullah zeigen stolz ihre Zertifikate zum „Kulturdolmetscher Plus“. Mit ihnen freuen sich (v.l.) Lisa Braun-Schindler, Wolfgang Foit, Lisa Richters, Melanie Fersi und Max Niedermeier.
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Rahmatullah Hanefi, Nazie Muharemova-Ismail, Farida Gafari und Fadumo nur Abullah zeigen stolz ihre Zertifikate zum „Kulturdolmetscher Plus“. Mit ihnen freuen sich (v.l.) Lisa Braun-Schindler, Wolfgang Foit, Lisa Richters, Melanie Fersi und Max Niedermeier.

Miesbach – Andere Religion, andere Werte. Da kann es schnell auch mal zu Missverständnissen und Schwierigkeiten kommen.

Umso besser ist es, wenn es jemanden gibt, der sowohl die Gepflogenheiten in der neuen Heimat als auch das Leben im Herkunftsland kennt. Jemanden wie die fünf Frauen und Männer, die am vergangenen Mittwoch zu einer kleinen Abschlussfeier in Miesbach eingeladen waren.
Sie haben den Qualifizierungskurs zum „Kulturdolmetscher plus“ erfolgreich abgeschlossen und nahmen stolz ihr Zertifikat entgegen. Dabei war die Fortbildung unter widrigen Bedingungen durchgeführt worden: Nur der erste und der letzte Tag des Kurses waren Präsenztage, die übrigen Inhalte wurden aufgrund der Corona-Krise online vermittelt. „Das tat der Motivation der drei Frauen und zwei Männer keinen Abbruch“, teilt das Kreisbildungswerk (KBW) mit. Die fünf Absolventen bedankten sich bei Kursleiterin Melanie Fersi und Kurskoordinatorin Lisa Richters für viele Impulse und neue Erkenntnisse, die sie seit März gewonnen haben. 

Kulturdolmetscher haben selbst einen Flucht- oder Migrationshintergrund und vermitteln zwischen Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Prägungen. Sie sind in der glücklichen Lage, beide Kulturen zu kennen: die des Herkunftslandes und die in der neuen Heimat. „Ich muss meinen Landsleuten vermitteln, dass die Deutschen Pünktlichkeit schätzen. Und gleichzeitig den Deutschen, dass in meinem Land auf pünktlich sein nicht so großen Wert gelegt wird“, sagte ein Teilnehmerin an dem Kurs. Inhalte waren Werte, Religion, Erziehung und Familie, Bildung, Gesundheit und Asyl. Entwickelt wurde die Qualifizierung unter anderem von der Katholischen Erwachsenenbildung der Erzdiözese München und Freising. In Miesbach zeichnete das Kreisbildungswerk für den ersten Kurs verantwortlich, weitere sollen folgen. „Ich habe so viel Hilfe erfahren, als ich mit meiner Familie nach Deutschland kam. Jetzt kann ich der Gesellschaft etwas weitergeben“, brachte es eine Teilnehmerin aus Bulgarien für die ganze Gruppe auf den Punkt. 

Mit dabei waren dieses Mal außerdem Frauen und Männer aus Afghanistan, Eritrea und Somalia. Sie werden nun an die Caritas Ehrenamtskoordination angegliedert und von dort aus in Einsätze vermittelt: bei Behörden, in Schulen, Kitas oder im Gesundheitswesen. „Sie übernehmen ab jetzt eine Schlüsselrolle im Landkreis,“ würdigte KBW-Geschäftsführer Wolfgang Foit die Absolventen. Mit ihm freuten sich Richters und Fersi sowie Lisa Braun-Schindler vom Netzwerk Integration und Landkreis-Integrationsbeauftragter Max Niedermeier. ft

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