Schlechter Zustand

Wann kommt die neue Schopfgrabenbrücke in Miesbach?

Schopfgrabenbrücke in Miesbach
+
Der Zustand der Schopfgrabenbrücke in Miesbach ist schlecht. Sie muss dringend erneuert werden.

Miesbach – Die nächste große Aufgabe muss Miesbach bald angehen. Die Schopfgrabenbrücke hat die jüngste Brückenprüfung nur geradeso geschafft. Ein Neubau ist für 2022 geplant.

Die Stadt Miesbach muss wieder eine große und teure Baumaßnahme stemmen. Die Schopfgrabenbrücke ist in schlechtem Zustand und muss erneuert werden. „Da kommen wir nicht drumherum“, sagte Tiefbautechniker Jürgen Brückner in der jüngsten Sitzung des Stadtrates. Das Gremium beschloss die Maßnahme einstimmig. Der Ersatzneubau soll 2022 über die Schlierach gehen. Rund 1,1 Millionen Euro wird er kosten.

Zwar wäre auch eine umfangreiche Generalsanierung für 350.000 bis 500.000 Euro denkbar, aber Brückner riet davon dringend ab. Erstens seien dafür keine Zuschüsse zu bekommen, „und wir haben dann immer noch eine alte Brücke“, sagte er. Den desolaten Zustand hat eine Reihe von Überprüfungen in den vergangenen vier Jahren gezeigt.

Das Bauwerk stammt aus dem Jahr 1965 und ist solide gebaut. Doch bei den regelmäßigen Begutachtungen war laut Brückner seit 2016 eine deutliche Verschlechterung des Zustands herausgekommen. Bei einer Sonderprüfung nach dem Hochwasser im August 2020 wurde die Brücke mit der Note 3,4 von 4 eingestuft. „Da sind wir knapp am Sechser vorbeigeschrammt“, übersetzte Brückner in Schulnoten. Der Handlungsbedarf ist also klar. Und zwar nicht nur an der Brücke selbst.

„Wir können die alten Fundamente so nicht nehmen“, erklärte Brückner. Und es gilt, andere Vorgaben als beim Bau 1965 zu beachten. Das tiefste Bauteil der Brücke muss einen Meter über dem Wasserspiegel eines HQ100 liegen, also eines Hochwassers, das mit der Wahrscheinlichkeit von einmal alle hundert Jahre auftritt. Für die neue Brücke heißt das, sie muss höher werden als die bestehende. Wegen des zu geringen Abstands zum Wasser beschädigten im Winter 2017 Eisschollen Leitungen, die unter der Brücke verlegt sind. Für die höhere Brücke müssen auch die Zufahrten angepasst werden. „Auf 30 bis 40 Meter“, sagte Brückner. Richtung Wies sind somit auch die nächsten Abzweigungen betroffen.

Den Handlungsbedarf bezweifelte Paul Fertl (SPD) nicht. Ihm wird aber „angst und bange, was wir finanziell alles schultern sollen“. Seine Idee, die Maßnahme per Tonnagebeschränkung hinauszuschieben, entkräftete Brückner. „Dann müssen wir sanieren“, sagte er.

Am Ende sprach sich der Stadtrat einstimmig für den Ersatzneubau aus. Nach der Planung soll im Herbst 2021 die Ausschreibung rausgehen, im Frühjahr 2022 der Abriss erfolgen und im Herbst die neue Brücke fertig sein. Eine Notlösung für Fußgänger während der Bauzeit, wie sie Erhard Pohl (CSU) anregte, stellte Brückner in Aussicht: „Es gibt eine Idee.“ Wenig Hoffnung machte er Markus Seemüller (FWG), der darum bat, im Zuge der Maßnahme mit einfachen Mitteln einen Zugang zur Schlierach als Bade- und Spielmöglichkeit für Kinder zu schaffen. „Das wird wasserrechtlich schwierig“, sagte Brückner. ft

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Coronavirus im Krankenhaus Agatharied: Patient auf Station positiv getestet
Coronavirus im Krankenhaus Agatharied: Patient auf Station positiv getestet
Coronavirus: Landkreis Miesbach gibt keine Entwarnung
Coronavirus: Landkreis Miesbach gibt keine Entwarnung
Edeka Riedel verabschiedet sich aus Bad Wiessee
Edeka Riedel verabschiedet sich aus Bad Wiessee
Abstimmung in Bayrischzell: So geht es mit dem Warmfreibad weiter
Abstimmung in Bayrischzell: So geht es mit dem Warmfreibad weiter

Kommentare