Gut angenommen

Wie es mit der Schulsozialarbeit im Landkreis weitergeht

Auch bei Schwierigkeiten im Elternhaus helfen die Schulsozialarbeiter im Landkreis Miesbach.
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Auch bei Schwierigkeiten im Elternhaus helfen die Schulsozialarbeiter im Landkreis Miesbach.

Miesbach – Gut angenommen wird die Schulsozialarbeit an den weiterführenden Schulen im Landkreis Miesbach und ist dort mittlerweile ein fester Bestandteil geworden.

Über die Schulsozialarbeit an den weiterführenden Schulen im Landkreis Miesbach informierte Susanne Grimm vom Verein für Jugend- und Familienhilfen in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Kreistags. Eines steht nach ihrem Vortrag fest: Das Angebot wird dringend benötigt.

Der Kreisausschuss hat in seiner Sitzung im November 2017 beschlossen, die Schulsozialarbeit an der Fachoberschule Holzkirchen, den Gymnasien in Miesbach, Holzkirchen und Tegernsee sowie den Realschulen in Miesbach, Gmund und Holzkirchen einzuführen. Seit September 2018 arbeiten die Schulsozialarbeiter des Vereins mit je 20 Stunden Arbeitszeit pro Woche an den genannten Schulen. Nachdem das Angebot nun zweimal befristet für jeweils ein Schuljahr bewilligt wurde, hatten die Ausschussmitglieder nun darüber zu entscheiden, die Schulsozialarbeit fortan unbefristet fortzuführen. Zuvor zog Susanne Grimm ein Fazit. „Wir sind ein spürbar fester Bestandteil des Schullebens geworden“, sagte sie. „So sind das frühzeitige Erkennen von Problemen und die zeitnahe Hilfe möglich.“

Ein Großteil der Arbeit bestehe mit einem Anteil von 39 Prozent an sogenannter Netzwerk­arbeit, gefolgt von Einzelfallhilfe mit 28 Prozent, Kurzberatung mit 16 Prozent, Klassenprojekten mit 12 Prozent und Gruppenarbeit mit 5 Prozent. Wöchentlich gebe es zwischen sieben und zehn Beratungsgespräche, die sieben bis neun Stunden pro Woche ausmachen. Diese finden zum Großteil direkt mit den Schülern statt – über alle Jahrgangsstufen hinweg. In der Kurzberatung sind bei etwa einem Drittel der Fälle Konflikte und Mobbing in der Schule ein Thema. Bei der Einzelfallhilfe stehen zumeist psychische und emotionale Probleme sowie Schwierigkeiten im Elternhaus im Fokus. Auch Lern- und Leistungsschwierigkeiten sowie Prüfungsangst werden in den Gesprächen thematisiert. Mitunter geht es auch um Verhaltensauffälligkeiten.

Zwei bis drei Stunden ihrer Zeit widmen die Sozialarbeiter pro Woche Klassenprojekten, deren Ziel in gut drei Viertel der Fälle ist, Sozialkompetenz und respektvollen Umgang miteinander bei den Schülern zu entwickeln. „Die Schulsozialarbeit als erste Anlaufstelle ist für Schüler, Eltern und Lehrer nicht mehr wegzudenken“, lautet das Resümee von Susanne Grimm. „Perspektivisch wäre mehr Präventionsarbeit im Rahmen von Klassenprojekten und Gruppenangeboten wünschenswert.“

250.000 Euro kostet den Landkreis die Schulsozialarbeit pro Jahr. Aber die Investition lohne sich, erklärte Landrat Wolfgang Rzehak, denn der Bedarf sei ohne Zweifel gegeben. Seiner Meinung nach ist es gut, dass der Landkreis aus dem Hin und Her mit dem Freistaat wegen der Finanzierung ausgebrochen sei und das Projekt eigenständig gestemmt habe. Auch die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses befürworten das Projekt weiter und sprachen sich einstimmig dafür aus, die Schulsozialarbeit fortan unbefristet anzubieten. Dadurch werde es auch einfacher, passendes, qualifiziertes Personal zu finden, da dies bei einem Jahr Befristung immer schwierig sei, erläuterte der Landrat. ksl

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