Profis der Hauswirtschaft

Die Siegerinnen des Wettbewerbs für Auszubildende an der Berufsfachschule Miesbach

Bayerns beste Auszubildende beim Landeswettbewerb für Hauswirtschaft waren (v. l.) Regina Kowalski, Simone Hertlein, Lena Horn und Magdalena Hesselbach.
+
Bayerns beste Auszubildende beim Landeswettbewerb für Hauswirtschaft waren (v. l.) Regina Kowalski, Simone Hertlein, Lena Horn und Magdalena Hesselbach.

Miesbach – Sie gelten als Profis der Hauswirtschaft, die Siegerinnen im Landesleistungswettbewerb für Auszubildende an der Berufsfachschule Miesbach.

Eine Ausstellung, die bei den Besuchern für Begeisterung und sogar Appetit sorgte, war in der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung Miesbach geboten. Dort fand vor Kurzem der bayerische Landesleistungswettbewerb für Auszubildende der Hauswirtschaft statt. 23 Damen traten an – die Besten aus den Regierungsbezirken mit einem Notendurchschnitt zwischen 1,0 und 1,8. Wie immer setzte der Bayerische Landesausschuss für Hauswirtschaft (Baylah), der den Wettbewerb durchführt, auch ein Motto für selbigen. Dieses Mal war es „Wir sind Europa“.

Dies zeigte sich auch in der Auswahl landestypischer Gerichte, welche die angehenden Hauswirtschafterinnen gezaubert hatten – darunter spanische Empanadas, ungarische Nusskrapferl, französische Quiche, polnische Rote-Bete-Röllchen und die bekannten schwedischen Köttbullar. Perfekt angerichtet waren die Speisen. Als Dekoration dienten unter anderem die Landesfahnen und deren einzelne Farben, passend zu den Spezialitäten. Es war eine Demonstration bayernweiten Könnens.

Dementsprechend angetan waren auch die Gäste der Veranstaltung. Ein schöner Tag sei dies für die Miesbacher Frauenschule, für die Stadt und den ganzen Kreis, freute sich Landrat Wolfgang Rzehak über die Ausrichtung des Wettbewerbs. Es sei toll, dass dieser zeige, dass Hauswirtschaft und Ernährung etwas Besonderes seien. Stolz zeigte sich Ingrid Pongratz, dass „wir diese Schule haben“. Allen Teilnehmerinnen zollte die Bürgermeisterin ihren Respekt und freute sich darauf, nach dem Ende ihrer Amtszeit am 1. Mai selbst wieder mehr Zeit für das Kochen zu haben.

German Denneborg, Ministerialdirigent des Kultusministeriums, bedauerte, dass sich die Hauswirtschaft in den vergangenen Jahren stark rückläufig entwickelt habe. Dabei sagte er vorher, dass selbige im Zuge der Digitalisierung größeren Stellenwert haben werde. Entscheidend seien dabei die Qualität der Ausbildung und das Marketing nach außen.

In Bayern sei für die Imagestärkung der Hauswirtschaft bereits viel getan worden – und man werde die Werbung noch verstärken, versicherte Festrednerin Andrea Seidl, leitende Hauswirtschaftsdirektorin im Landwirtschaftsministerium. „Hauswirtschaft ist ein wichtiger Kulturträger und somit auch Träger unserer Identität“, meinte sie. Dabei verwies sie auf die verschiedenen Speisen zum Thema Europa und sah Hauswirtschaft als Vermittler zwischen den Kulturen. Zudem sei diese hochaktuell und ein Alleinstellungsmerkmal der jungen Auszubildenden: „Nur wenige wissen, wie Hauswirtschaft geht. Sie sind Profis.“

Dass sich die Profis ins Zeug gelegt haben, stellte Wettbewerbsprojektleiterin Anja Müller dar. Zwei Tage hätten sie an der Thematik „Wir sind Europa“ gearbeitet. Aufgaben waren dabei die Zubereitung landestypischer Speisen aus verschiedenen Regionen der EU, deren Deklaration und Präsentation sowie ein Gespräch zur Dienstleistungskompetenz. Gefragt waren auch theoretische Kenntnisse in der Allgemeinbildung. In einer Teamaufgabe mussten sich die jungen Damen ebenso beweisen. „Es ist schon ein enormes Pensum, das hier abgeleistet wird“, war Müller beeindruckt.

Alle Teilnehmerinnen erhielten dementsprechend Präsente und eine Urkunde. Für die Top-Azubis gab es natürlich eine besondere Anerkennung. Dabei wurden, wie es beim Wettbewerb Tradition ist, die besten vier Finalistinnen hervorgehoben. Den ersten Platz belegte Regina Kowalski von der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung der armen Schulschwestern München, gefolgt von Simone Hertlein (BFS Mariahilf Bamberg), Lena Horn (BSZ Ansbach-Triesdorf) und Magdalena Hesselbach (BSZ Traunstein).

Die drei erstgenannten jungen Damen werden Bayern bei der deutschen Juniorenmeisterschaft Hauswirtschaft im März 2020 in Lübeck vertreten. Zudem gibt es heuer eine Premiere: Die Beste fährt zu den Worldskills nach Graz, also zum Weltmeisterschaftswettbewerb des Berufes. maf

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Testzentrum zieht um
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Testzentrum zieht um
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Zahl der Neuinfektionen steigt weiter
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Zahl der Neuinfektionen steigt weiter
Unfall auf der B318 bei Marschall und herrenlose Schildkröte in Föching
Unfall auf der B318 bei Marschall und herrenlose Schildkröte in Föching
Innovation und Kreativität: Veranstaltungen zur MCBW bei Gmund Papier
Innovation und Kreativität: Veranstaltungen zur MCBW bei Gmund Papier

Kommentare