Fragenkatalog an die Stadt

SPD prangert Zustände in Miesbacher Obdachlosenheim an

Hedwig Schmid und Paul Fertl (SPD) vorm Miesbacher Obdachlosenheim.
+
Sozialreferentin Hedwig Schmid und SPD-Fraktionschef Paul Fertl bemängeln den Zustand des Miesbacher Obdachlosenheims.

Miesbach – Die Miesbacher SPD bemängelt die Zustände im Obdachlosenheim. Lange Zeit sei nichts passiert. Nun hat die Fraktion einen Fragenkatalog an die Stadt geschickt.

Warum ist der Zustand des Obdachlosenheims dermaßen desolat? Das ist eine von zwölf Fragen, mit denen sich die SPD-Fraktion im Miesbacher Stadtrat an Bürgermeister Gerhard Braunmiller gewendet hat. Die Genossen rücken das Thema, das die Stadt immer wieder beschäftigt, in den Fokus. Obdachlose unterzubringen gehört zu den Pflichtaufgaben einer Kommune. Die Stadt Miesbach unterhält dafür ein Gebäude.

Dass es dort Probleme gibt, ist nicht neu. Unter anderem war vor längerer Zeit von heftigem Schimmelbefall in einer Wohnung die Rede. Nun prangert die SPD die teilweise katastrophalen Zustände an. Die Anfrage seiner Fraktion übergab Paul Fertl am Ende der jüngsten Stadtratssitzung an Braunmiller. Fertl und seine Fraktionskollegin Hedwig Schmid, Sozialreferentin der Stadt, haben die dazu versendete Pressemitteilung unterzeichnet.

Der Bauausschuss, die SPD ist durch Schmid vertreten, befasse sich mit dem Thema, sagte Braunmiller im Stadtrat knapp. In der Sitzung fünf Tage später stand das Heim auf der Tagesordnung, allerdings für den nichtöffentlichen Teil. Der Grund dafür bleibt ein Geheimnis. Schmid beantragte zwar noch, über das Obdachlosenheim öffentlich zu sprechen, scheiterte aber in einer zwischendurch nichtöffentlich erfolgten Abstimmung an einer großen Mehrheit, wie Braunmiller auf Nachfrage erklärte. Die Gründe, weshalb hinter verschlossenen Türen diskutiert wurde, bezeichnete der Bürgermeister als triftig. Alleine sie zu nennen, wäre zu viel.

Damit bleibt nur der Blick auf den Fragenkatalog der SPD, nach deren Meinung die Verhältnisse in dem Gebäude „seit Langem bekannt sind, seitens der Stadt jedoch keine Abhilfe geschaffen wurde“. Die SPD möchte unter anderem wissen, wie viele Räume des Obdachlosenheims zurzeit nicht bewohnbar sind und weshalb, welche Investitionen in den vergangenen fünf Jahren vorgenommen wurden und welche Kosten dadurch entstanden.

Auch wie viele Menschen derzeit in der Unterkunft leben, fragen die Genossen. Und: „Was sind die dringendsten Maßnahmen und mit welchen Kosten ist zu rechnen, um das Obdachlosenheim so zu renovieren, dass ein menschenwürdiger Standard für Obdachlose hergestellt werden kann, der den heutigen Lebensanforderungen entspricht?“ Bei der Planung von Renovierungen und Sanierungen taucht häufig schnell die Frage auf, ob die Maßnahme überhaupt sinnvoll ist oder nicht ein Neubau günstiger wäre. So fragt auch die SPD nach realistischen Alternativen.

Gibt es Überlegungen dazu, dürfte die erste sein, einen geeigneten Standort zu finden oder für den Fall eines Neubaus an der jetzigen Stelle die Suche nach einer Übergangslösung. Ob darüber hinter verschlossener Tür gesprochen wurde, bleibt Spekulation. Fest steht, dass das Obdachlosenheim immer wieder Thema ist und in den vergangenen Jahren dort Arbeiten stattfanden. Für den Brandschutz etwa, auch wurden Fenster ausgetauscht. Derzeit werden 22 der 24 Wohneinheiten genutzt. Die anderen beiden sind sanierungsbedürftig und nicht bewohnbar. ft

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Wendelsteinbahn macht zu
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Wendelsteinbahn macht zu
Biathletin Vanessa Hinz vor ihrer ersten Olympia-Teilnahme / Abflug am Montag
Biathletin Vanessa Hinz vor ihrer ersten Olympia-Teilnahme / Abflug am Montag
Corona bremst Oldtimerfreunde: So feiern sie dennoch ihr 5-jähriges Bestehen
Corona bremst Oldtimerfreunde: So feiern sie dennoch ihr 5-jähriges Bestehen
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Die wichtigsten Beschlüsse des Corona-Gipfels
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Die wichtigsten Beschlüsse des Corona-Gipfels

Kommentare